Volkswagen Polo G 40

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Polo G40 - der unbekannte GTI-Schreck

Ausführliche Bewertung

Karosserie:
4 Sterne
Fahrkomfort:
3 Sterne
Antrieb:
5 Sterne
Fahreigenschaften:
5 Sterne
Sicherheit:
2 Sterne
Umwelt:
4 Sterne
Kosten:
4 Stern
Wiederverkauf:
5 Sterne
Fazit:
Empfehlenswert

Als Volkswagen auf der IAA 1985 einen neuartigen Spirallader mit dem Namen "G-Lader" präsentiert, überschlugen sich die Medien. Eine mechanische Aufladung mit mit derart überwältigenden Leistungs- und Elastizitätsdaten, das war etwas völlig Neues. Der VW Käfer war passé, Einzug hielten ebenfalls der 16V-Motor und die der Syncro-Allradantrieb. Man sagt, dass bereits die erste auf nur 500 Fahrzeuge limitierte Serie VW Polo GT G40 schon nach nur wenigen Tagen vollständig vergeben war. Gerade der Polo G40 blieb ein Exot, vielleicht weil sich dieses Modell zu einem ernstzunehmenden GTI-Konkurrenten im eigenen Hause des Wolfsburger Autoherstellers entwickelte. Ein Kleinwagen mit rund 800kg Leergewicht und einem 113- bzw. 115 PS starken Triebwerk war eine explosive Paarung. Noch heute vermag der Straßenfloh ein breites Grinsen in die Gesichter von Mitfahrern zaubern. Wem der Golf GTI zu sehr "Mainstream" ist, der findet ganz sicher am Polo G40 Gefallen. Man sollte sich dennoch beeilen und trotzdem sorgfältig suchen, wenn man heute einen guten Vertreter dieser Gattung ergattern will. Grundsätzlich unterscheidet man den Polo II G40 mit Baujahren von 1987-1989 und den Polo IIF G40 ("F"=Facelift-Modell mit eckigen Frontscheinwerfern), welcher zwischen 1990 und 1994 produziert wurde. Der Polo II G40 ist heute eine echte Rarität, weniger als 100 Fahrzegue sind laut KBA in 2011 gemeldet gewesen. Trotz weitaus höherer Produktionszahlen folgt der facegeliftete Nachfolger mit schnellen Schritten: hier waren es zum gleichen Stichtag nur noch rund 1.200 Fahrzeuge. Hinzu kommt, dass viele Polo G40 von Dritt- oder Vierbesitzern mit "modischen" Zubehörteilen ausgestattet und manche höchst "individuelle" und Umbaumaßnahmen über sich ergehen lassen mussten. Ein echtes Original wird in Szenekreisen daher immer mehr geschätzt und auch der Wertzuwachs dieses Modells sollte nur noch im positiven Bereich liegen. Grundsätzlich gilt für den Polo G40 alles, was man zu den typischen Schwachstellen des Basismodells VW Polo 86C wissen sollte. Rost kann besonders im Bereich des Batteriefachs lauern, aber auch am Scheibenrahmen, an den Schwellern, Türunterkanten und im Bereich des hinteren Abschlussbleches. Fehler an der einfach aufgebauten Elektrik kommen selten vor; und wenn dann ist lediglich ein durchgebrannter Lichtschalter für anhaltende Dunkelheit und ein defekter Vorwiderstand für ausgefallene Heizgebläsestufen verantwortlich. Der G40-Motor ist grundsätzlich langlebig, bedarf aber auch ein wenig mehr Zuwendung wie einfacher gestrickte Triebwerke. Vollgasorgien über längere Distanzen mag der aufgeblasene Polo mangels serienmäßigem Ölkühler gar nicht und auch der vom Hersteller als wartungsfrei angegebene G-Lader kann bei mangelnder Pflege ausfallen. Da gerade der G-Lader ein Kapitel für sich und ebenso faszinierend wie von Vorurteilen und Stammtischweisheiten geprägt ist, habe ich auf der Internetseite www.g-lader.info die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengetragen. Die leistungsmäßig ausgereizten Schaltgetriebe können ein Leben lang halten, müssen sie aber nicht. Das ebenso überforderte Fahrwerk ist selten serienmäßig und neuwertig zugleich. Hier empfiehlt sich bei Bedarf der Ersatz gegen Bilstein-Gasdruckstoßdämpfer mit einer Generalüberholung aller Fahrwerksgummis, dann steht dem Go-Kart-Feeling nichts mehr im Wege. Innenausstattungen und Zierteile sollten in gutem Zustand und komplett sein, da Ersatz häufig schwer aufzutreiben ist. Fazit Der Polo G40 ist ein Fahrzeug für Individualisten, die einen zuverlässigen und wieselflinken Begleiter auf vier Rädern (je nach Fahrweise drei) suchen. Ein Schnäppchen ist der Wolfsburger Straßenfloh schon lange nicht mehr und der Markt für wirklich gute, originale und komplette Fahrzeuge hat sich sehr verhärtet. Es macht durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein gutes Fahrzeug auszugeben, um nicht über Jahre den manchmal äußerst raren und teuren Einzelteilen nachzustellen. Dass der Fahrspaß in jedem Fall entschädigt, sei an dieser Stelle versichert.

MailManG40 6 von 6 Benutzern fanden den folgenden Erfahrungsbericht hilfreich.
80%
March 23, 2011
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