Audi Quattro: Quattro forte

Der Urquattro hat das Audi-Image neu definiert und wurde im Rallye-Sport zum Mythos. Dann geriet er in Vergessenheit. Jetzt, 20 Jahre später, beginnt seine zweite Karriere als Liebhaberauto.

Es ist wie die Begegnung mit einem alten Freund nach vielen Jahren. Etwas seltsam Vertrautes stellt sich ein, als ich den lhasagrünen Audi Quattro auf einem Feldweg am Rand einer Waldlichtung stehen sehe. Vor allem das tiefe Auspuffgrollen animiert immer wieder zu Zwischenspurts. Ich schalte gern und viel, habe an den wechselnden Tonlagen des Motors ebenso Freude wie am neutralen, agilen Eigenlenkverhalten und der direkten Servolenkung.

Kaum eine Neuheit mit Ausnahme des NSU Ro 80 genoss mehr Publicity, blitzschnell wurde das erste High-Performance-Serienauto mit permanentem Allradantrieb zum Mythos. Eindrucksvoll wirkt der Urquattro gerade heute. Wie ein schroffer, kantiger Fels ragt er im Straßenbild aus dem Meer aerodynamisch optimierter Rundungen hervor.

Alfetta GT als Vorbild

Der Mythos Quattro entspringt nicht seinem Design aus dem Markenbaukasten. Vielmehr macht ihn seine Entwicklungsgeschichte zur Legende, machen es seine Fahreigenschaften und die spannende Widersprüchlichkeit seiner Konzeption. Wir stecken alles Geld in die Technik und nichts in die Ausstattung, so könnte eine Eintragung ins Lastenheft der Quattro-Projektleiter Jörg Bensinger und Walter Treser gelautet haben.

Es war Bensingers Idee, Leiter des Audi-Fahrwerkversuchs, ein Auto zu entwickeln, das den effektiven Iltis-Allradantrieb mit überlegener Motorleistung verbindet - ein Gran Turismo nach Alfetta GT-Vorbild. Als Nebeneffekt sollte dieses EA 262-Projekt das Audi-Image von den Fesseln der Biederkeit befreien, die Grenzen des 200 überwinden und den Slogan "Vorspung durch Technik" innovativ untermauern.

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Alf Cremers

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