Länge läuft ...
Ein kurzes Vergnügen ist eine Probefahrt im neuen Isdera Autobahnkurier 116i nie. Das Auto, um das es hier geht, misst immerhin 5,65 Meter, und das bei einem Radstand von 3,61.
Der Dreh am Zündschlüssel setzt den Bordkreis unter Strom, dann ist Akrobatik gefragt: Die beiden Motoren verfügen über getrennte, aber gemeinsam zu drückende Startknöpfe, die so weit auseinander liegen, dass man zum Starten beide Hände braucht.
Gewaltiges Fahrerlebnis
Ready for take off. Der linke Fuß hält leicht die Bremse, der rechte bringt den Bimotore auf Drehzahl, dann die vier Scheiben schlagartig freigeben - und mit einem gewaltigen Satz wirft sich der 116i dem Horizont entgegen. Zweite Fahrstufe, und schon strömt der muskulöse V16 mit mehr als 100 km/h über die Rollbahn. Weniger als sechs Sekunden werden es kaum gewesen sein; aber sicher auch nicht viel darüber.
Ende des Rollbahn-Roll-outs. Die Bremse spricht präzise an, die Servo-Lenkung dirigiert die breiten 18-Zöller in die Querspange. Der Isdera biegt spursicher wie ein Slotcar ab, nur mit etwas mehr sichtbarer Seitenneigung.
Der Traum des Konstrukteurs
"Ich wollte in meinem Leben nochmal einen Sechzehnzylinder bauen", fördert Schulz die Grundmotivation zutage.
Wie man sich den Weg zum selbstgebauten Auto durch den Paragraphendschungel bahnt, weiß Schulz aus langer Erfahrung: Der Gründer von Isdera (Ingenieurbüro für Styling, Design und Racing) ist beim Kraftfahrtbundesamt als neunter deutscher Autohersteller registriert.
Geniale Antriebs-Konstruktion
Die Grundstruktur der Fahrgastzelle lieferte ein tranchierter VW Käfer, alle anderen Karosserieteile des 2 + 1-sitzigen GT fertigte Schulz aus Kunststoff. Genial der Antrieb: Die Vorderachse entstammt einem Mercedes ML, die Hinterachse der alten S-Klasse vom Typ W126.
Je ein Motor treibt über ein Automatikgetriebe eine Achse an. Über die synchrone Steuerung von Getrieben und Motoren möchte Schulz noch nichts sagen: "Da stecken ein paar innovative Ideen drin, und die will ich mir erst schützen lassen."
Bis dahin optimiert Schulz das in Anlehnung an den aerodynamisch karossierten Mercedes 500 K von 1936 "Autobahnkurier" genannte Coupé.
20.000 Arbeitsstunden
Ob der Autobahnkurier zu haben ist? "Einen Preis", sagt Schulz, "gibt es nicht. Nur so viel: Es stecken rund 20.000 Stunden Arbeit drin." Verkaufen will er auch gar nicht: "Den Spaß, den 116i auf langen Reisen durch Europa zu treiben, möchte ich am liebsten selbst genießen."




