Italiener zum Einsteigen: Alfa Spider 2000, Lancia Fulvia, Fiat 500

Sie lieben die südländische Lebensart und möchten einen italienischen Klassiker kaufen? Dann hat Bernd Woytal ein paar Tipps parat.


Zunächst einmal etwas Grundsätzliches: Der erste Klassiker sollte nicht Verdruss, sondern Freude bereiten. Unter diesem Aspekt habe ich drei Tipps für die Freunde italienischer Automobile zusammengestellt.

Alfa Romeo Spider 2000 - offen, rassig, sportlich

Wer plant, seine Oldtimer-Karriere mit einem Cabrio zu starten, dem sei der Alfa Romeo Spider ans Herz gelegt, genauer gesagt meine ich den von 1971 bis 1982 gebauten 2000 Spider Veloce.

Einige Gründe, weshalb ich diesen Wagen für Einsteiger empfehle: Da wäre zunächst mal das noch als praktikabel zu bezeichnende Raumangebot. Bis 1980 war der Spider nämlich offiziell ein 2+2-Sitzer, und selbst der Kofferraum wartet mit einem ansehnlichen Volumen auf.

Geradezu vorbildlich fällt die Bedienbarkeit des Spider aus. Das Verdeck lässt sich schnell und unkompliziert handhaben, und die Lenkung verdient die Attribute leichtgängig und exakt, was auch auf das Fünfganggetriebe zutrifft.

Motorenempfehlung: Meiner Meinung nach ist der Zweiliter die beste Wahl, das kräftigste und damit drehmomentstärkste Fastback-Triebwerk. Denn dies erspart die oft praktizierte Hubraumaufstockung der kleineren Aggregate. Und noch etwas spricht für den Alfa als Einsteigerauto: die Ersatzteillage. "Die ist sensationell gut, fast alles ist wieder erhältlich, und die Qualität von technischem Ersatz ist oft besser als früher", weiß Matthias Körber von OKP in München.

Dann wäre da noch der Preis. Ich rate zu einem möglichst teuren Exemplar. Wer es sich leisten kann, 15.000 Euro oder sogar mehr zu investieren, darf einen Spider mit tadellosem Motorlauf erwarten, bei dem es nicht knirscht, wenn der Wagenheber angesetzt wird, beim dem die Fugen zwischen Schweller und Kotflügel nicht zugespachtelt sind, und bei dem sich der zweite Gang ohne Kratzgeräusche einlegen lässt.

Lancia Fulvia - Coupé mit Chic

Auf die Frage nach einem geeigneten italienischen Coupé für einen Neuling in der Klassik-Szene gibt es verschiedene Antworten. Ich setze einfach mal den Wunsch nach einer gewissen Individualität voraus, und so kommt zwangsläufig die Fulvia von Lancia ins Spiel. Sie bietet ein Höchstmaß an Eigenwilligkeit, vom filigranen Dachaufbau bis hin zum ungewöhnlichen Winkel des V-Vierzylinder-Motors, der beim 1300er exakt 12°53‘28‘‘ beträgt.

Die 1,3-Liter-Versionen sind auch die, zu denen ich rate. Sie bieten die harmonischsten Fahreigenschaften und die angenehmste Kraftentfaltung, speziell im Bezug auf die angetriebenen Vorderräder.

Teileversorgung manchmal problematisch

Die Versorgung mit Karosserieblechen ist zugegebenermaßen nicht gerade rosig. Auch bei der Suche nach manch anderem Teil muss man sich mitunter mit Gebrauchtware zufriedengeben. Doch das ist der Preis, den es für die Exklusivität zu zahlen gilt.

Andererseits halten sich die Kosten für die Anschaffung einer Fulvia in Grenzen. Gute und komplette Exemplare kosten 10.000 Euro oder mehr – eine faire Summe für ein extravagantes Coupé, das einst die Rallye-Weltmeisterschaft gewann.

Fiat 500 - Mini-Limo für Maxi-Spaß

Noch weniger kostet die von mir empfohlene Limousine, der Fiat 500. Okay, das Platzangebot ist nicht üppig, aber wenn früher Familien damit sogar in Urlaub fuhren, sollten sich heutzutage Stadt- und Kurzstreckenfahrten problemlos meistern lassen.

Die dank der geringen Abmessungen und der direkten Lenkung vorhandene Wendigkeit sowie das im Heck tobende Zweizylindermotörchen zaubern den Insassen schon nach wenigen Metern ein Lächeln ins Gesicht. Damit das auch stets so bleibt, "sollte man beim Kauf ein Exemplar mit einer möglichst guten Karosserie bevorzugen", rät Spezialist Axel Gerstl aus Alling bei München.

Denn umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Blechhülle nähern sich schnell selbst dem Marktwert für ein Exemplar in gutem Zustand, der bei 6.000 bis 8.000 Euro liegt, sofern es sich um ein jüngeres Modell wie den 500 F oder 500 R handelt. Achtung: Es sind viele Blender im Angebot.

Ersatzteillage ausgezeichnet und zu fairen Preisen

Natürlich mangelt es auch nicht an originalen Teilen, "fast alles für kleines Geld", sagt Gerstl und nennt als Beispiel einen Radbremszylinder für 6,50 Euro. Angesichts der geringen Unterhaltsund Anschaffungskosten bietet der Fiat 500 in meinen Augen extrem viel Fahrspaß.

Mehr zum Thema 100 Jahre Alfa gibt‘s bei unserer Schwesterseite www.auto-motor-und-sport.de - mit aktuellen Autotests, News und Stories rund um die Marke Alfa Romeo.

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Bernd Woytal

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