Kein Wunder, dass der Minirock 1964 in England erfunden wurde. Irgendwo musste es sich ja niederschlagen, dass Generationen von britischen Fahrgestelldekorateuren über Jahrzehnte das Weglassen üben durften. Bei den Autos nannte man das Ergebnis meistens Roadster. Bei der Damenbekleidung nannte es meistens unsittlich. Britischsein jedenfalls bedeutet seit jeher sportliche, offene Autos.
Ein Healey ist immer zu kalt
Beim mit vollem Namen 100/4 BN1 genannten Austin-Healey. Der Typ 3000 schlug sich zunächst mit Leistungsangaben, die von 124 bis 128 PS reichten, über die Boulevards der Welt.
Von 1964 bis 1968 blühte er als Typ BJ 8 dann zum knochigen Roadster-Urgestein mit 148 PS voll auf. Dass der Healey so robust war, lag zum Beispiel am nahezu unzerstörbaren Underslung-Rahmen mit Kreuzverstrebung aus der Feder des Ingenieurs Barry Bilbie.
Während sich vorn eine Einzelradaufhängung an Dreiecks-Querlenkern samt Schraubenfedern um Fahrbahnkontakte bemühte, tanzte auf der Hinterhand eine Starrachse an Halbelliptikfedern über die welligen Straßen. Im Winter ist ein Healey bis heute immer zu kalt; im Sommer ist er zu heiß. Er ging in sein drittes Jahr, als auf dem Genfer Salon 1961 ein Komet aus England einschlug: der Jaguar E-Type.
Wie alle Naturwunder tauchte er nicht aus dem Nichts auf, sondern in diesem speziellen Fall aus der dramatischen Historie von fünf zuvor eingefahrenen Le-Mans-Siegen.
E-Type: ein Traumwagen
Motor und Vorderachse saßen in einem Gitterrohrrahmen, der mit nur kleinen Änderungen vom D-Type übernommen und mit der A-Säule eines Stahlblech-Monocoques verschraubt wurde.
Der E-Type ist der Traumwagen mit der spielerischen Bedienbarkeit. Bei Höchstgeschwindigkeit - im 3000 MK III gut 190 km/h –, stellt sich heraus, dass der Healey mehr Abenteuer bietet als der jederzeit gut 220 km/h schnelle Jaguar.




