Porsche 911 Carrera Cabrio

Vor zwanzig Jahren lancierte Porsche sein erstes Vollcabriolet auf 911-Basis. Neben dem Coupé mit seinen machohaften Zügen spricht dieser stilistisch sanftere Typ besonders Frauen an.

Das Porsche 911 Carrera Cabriolet ein Frauenauto? Welch provokante These. Schließlich ist es die offene Variante eines Automobils, das wie kein Zweites im Ruf handfester Männlichkeit steht.

Das von Männern beherzt bewegt wird, die Pfeife rauchen, Whisky trinken und Auto fahren können. Männer, welche das kritische Eigenlenkverhalten des leistungsstarken Heckmotor-Sportlers im Grenzbereich als Herausforderung sehen.

Trägerlos und Schulterfrei

Aber zum sportlichen Fahren eignet sich das Coupé viel besser als das Cabriolet, dem von Natur aus eher nach Flanieren und lustvollem Inhalieren der Landschaft ist.

Den 3,2 Liter großen Sechszylinder-Boxer mit den 231 PS führen wir dabei an der langen Leine seines Drehmoments spazieren. Dabei grummelt er zufrieden, statt gierig nach dem nächsten Gangwechsel zu schreien. Frauen lieben Cabriolets. 16 lange Jahre hat der 911 Targa viele Unternehmersgattinen und Karrierefrauen glücklich gemacht, bis 1983 das lang ersehnte Porsche Vollcabriolet ihre Herzen im Sturm eroberte.

Er ist gewagter ohne Targa-Bügel, trägerlos und schulterfrei. Funktionalität ist in diesem Innenraum ungeschriebenes, aber stets spürbares Gesetz. Nur Schwarz, nichts Buntes wird folglich geduldet, bis auf die roten Zeiger der Instrumente, wie wohltuend im Vergleich zu heute. Schwarz ist auch das Verdeck, das sich per Knopfdruck rasch und mühelos öffnet. Es war mit 4.000 Mark eine kostpielige Option ab Modelljahr 1985. Der bügelfreie Elfer begann seine Karriere 1981, als IAA-Studie mit Allradantrieb. Chefkonstrukteur Helmuth Bott startete ihn als Versuchsballon, und die Resonanz war überwältigend. Keiner achtete mehr auf Viermalvier. Auch wegen des Cabrios feierte der 911 in den achtziger Jahren solch eine grandiose Renaissance.

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Alf Cremers

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