Sunbeam Alpine: Eine Marke voller Ruhm und Ehre

Sunbeam Alpine (1959 - 1968)

Die Welt englischer Roadster und Cabrios teilt sich zu Beginn der Sechziger nicht nur in die Kontinente Triumph und MG. Da gibt es beispielsweise noch die Healey-Inseln unter dem Wind - und es gibt Sunbeam.

Die Marke beginnt bereits 1899 mit dem Automobilbau in Wolverhampton, betreibt in der Vintage-Epoche sehr erfolgreich Grand-Prix-Sport und Rekordfahrten, verschmilzt mit Darracq, Clement-Talbot und dann, 1935, mit dem Rootes-Konzern. Der hält auch Hillman und Humber. 1959 debütiert ein neues, von Kenneth Howes gezeichnetes Cabriolet, der selbsttragende Sunbeam Alpine Serie I.

Der Alpine bietet alles, was in zeitgenössischen Roadstern Mangelware ist

Bis 1968 werden in fünf Serien rund 67.000 Stück gebaut, mit ohv-Vierzylindern von 1,5 Litern Hubraum mit 79 PS bis zu 1,8 Liter mit 100 PS. auto-motor-und-sport-Tester Reinhard Seifert hält den Alpine damals für den vernünftigsten britischen Roadster, gibt seitenlange Tipps zum Erzielen der Höchstgeschwindigkeit - Vierganggetriebe mit Overdrive im 3. und 4. -, und lobt das zwar mit hinterer Starrachse ausgestattete, aber dennoch relativ komfortabel gefederte Fahrwerk. Vorn verzögern Scheiben, hinten Trommeln.

Der unter Rückgriff auf die probate Hillman-Minx-Technik entwickelte Alpine bietet alles, was in anderen zeitgenössischen Roadstern Mangelware ist - ein brauchbares Verdeck, genügend Platz, eine angenehme Sitzposition und einen relativ anspruchslosen Motor, der allerdings lange Autobahnjagden mitunter übel nimmt. Während in frühen Motorgenerationen eine nur dreifach gelagerte Kurbelwelle rotiert, tritt der 1,8-Liter mit fünf Lagern an. Dies hebt ganz klar die Haltbarkeit, weshalb die Mk V-Alpines gesucht sind.

Tiger-Versionen mit fast 200 PS

Als wildeste Form des Sunbeam Alpine attackieren die von 1964 bis 1967 gebauten Tiger-Versionen speziell den US-Markt, mit Ford-V8-Motoren von 4,3 bis 4,7 Litern Hubraum. Mit fast 200 PS erreichen die Kraftzwerge gut ihre 200 km/h. Mit diesem alpinen Gewittersturm ist das Thema Triumph und MG eigentlich abgehakt, sieht man von den ähnlich hurtigen TR 5 PI und MG B GT V8 einmal ab. Gute Exemplare besitzen rostfreie Schweller, zeigen wohnliches Interieur und weder schiefe Türspalte noch eine ausgeleierte Kugelumlauflenkung. Für etwa 8.000 Pfund finden sich in England noch durchaus akzeptable Exemplare der ersten Serien. Ein perfekter Mk V kostet dagegen schon um die 18.000 Euro.

Sunbeam Alpine: Fahrspaß und Exklusivität

Für die angloamerikanische Legierung Tiger sind in gepflegtem Zustand nur in ausgesprochenen Glücksfällen weniger als etwa 30.000 Euro anzulegen. Zu welchem Preis man auch in eine engere Beziehung zu einem Sunbeam Alpine einsteigen mag: Britischer Fahrspaß und eine doppelte Prise Exklusivität sind garantiert.

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Malte Jürgens

Autor:

Motor Klassik, Heft 04 / 2009

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