Erinnerungen
Ich habe das ams-Heft noch, in dem 1971 der Renault Alpine A 110 1600 S getestet wurde. Als Bub verschlang ich diesen Test und dachte damals: "Wow" - bzw das damals dafür gebräuchliche Wort. 0 bis 100 in 7.4 Sekunden und 220 Spitze. Bei nur 110 PS. Solche Daten waren ein Wort - und der Entschluss, so bald die Knete reicht, ein solches Auto haben zu wollen, stand. Zumal es ein Exot blieb. Aber die Alpine hätte das Budget mit einer BMW R 69 S teilen müssen - die wollte ich nämlich auch haben.
Umsetzen wollte ich die Tat Anfang der Achtziger. Ich hatte eine 1300 S aufgetan. Magere Leistung - trotzdem immer noch satte Spitze. Heute mit um die 180 eher nicht mehr aufregend. Aber das Auto der Begierde war damals in der Kunststoff-Aussenhaut in mauem Zustand, der Rahmenboden war ok. Meine Feigheit obsiegte damals - und die BMW R 69 S war zuvor eine gebrauchte Moto Guzzi V 7 geworden. Die hatte ich 3 Jahre. Viel später kaufte ich mir in wehmütiger Erinnerung an 2 Zylinder und Kardan eine Güllepumpe Honda 500 CX. Die habe ich noch, in Wohnzimmer-tauglichem Zustand.
Irgendwann um 2000 sah ich auf der Retromobile in Brüssel eine Alpine 1600 in gutem Zustand und bezahlbar. Aber ich kam nicht mehr problemlos hinein - und die schmalen Schalensitze waren Mord für den Ischiadicus. Ergo nix mit 220 Spitze - zumal gerade die Realisierung der Topspeed auf der Autobahn sicher nicht lustfördernd war.
Ein zeitgleicher 911 war im Innenraum gegenüber der Alpine A 110 wie eine Kathedrale. In der A 310 und A 610 hat man im Gegensatz zur A 110 richtig Lebensraum. Und schöne Autos sind die auch..
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