Kaufberatung Alfa Romeo Giulia GTC: Der offenste Bertone

Alfa Romeo Giulia GTC

Korrosion ist es in erster Reihe, die dem GTC-Freund Sorgen bereitet. Neben den typischen Schwachstellen des Bertone wartet die ­offene Version zudem mit ganz spe­ziellen Problemzonen auf. Technik und Teileversorgung bereiten hingegen wenig Kummer.

Die Karosserieprobleme des Bertone scheinen beim GTC verstärkt aufzutreten. Die weichere Struktur und die Fertigung bei Touring lassen den Rost noch heftiger wüten als beim Coupé.
 
Das Frontblech und die Traverse unter dem Kühler sind häufig betroffen, ebenso die Radläufe und Kotflügel vorn, besonders am Übergang zu Schweller und A-Säule. Die nachträglich angebrachten Verstärkungen im Schwellerbereich und über der Hinterachse sorgen für zusätzliche Rostnester. Die Verdeckwanne hinter den Rücksitzen fault gern durch, weil Feuchtigkeit eintritt. Oft sind beim GTC auch die Bodenbleche angenagt, weil Nässe in den Innenraum dringt. Gleiches gilt für den Kofferraumboden. Und häufig haben GTC-Interessenten mit dilettantischen Reparaturarbeiten von Vorbesitzern zu kämpfen. Den Zustand des Verdecks und des zugehörigen Gestänges gilt es ebenfalls zu beachten.
 
Und nicht jeder GTC, der so aussieht, ist tatsächlich einer: Es soll auch Fälschungen geben - von kundiger Hand nachträglich aufgesägte Sprint GT. Expertenrat aus einem der vielen Alfa-Clubs kann in keinem Fall schaden, denn selbst für mäßige GTC werden recht hohe Preise verlangt.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
6 Sterne
Ersatzteillage
8 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
2 Sterne
Nachfrage
4 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Die Schwachstellen der Antriebstechnik sind überschaubar: Ein vernünftig gewarteter und sorgfältig gefahrener Alfa-Motor hält über 150.000 Kilometer. Leider sieht man das dem Motor nicht an. Faustregel: Der Öldruck sollte bei warmem Öl und Betriebsdrehzahen nicht weit unter 4 bar liegen. Eine Gefahr für den Motor sind poröse Ansauggummis. Die Vergaser ziehen Nebenluft, was Hitzeschäden wie durchgebrannte Kolben zur Folge haben kann.
 
Die schwächelnde Synchronisation vor allem des zweiten Gangs ist ebenso legendär wie die löchrigen Gummis, allerdings mit weniger schwer wiegenden Folgen. Dennoch sollten sich die Gänge beim gefühlvollen Zurückschalten geräuschlos einlegen lassen. Auch treten ausgeschlagene Fahrwerkslager an der Hinterachse auf, obwohl die Cabrios meist nicht so sportlich gefahren werden wie die Coupés. Die Kreuzgelenke der Kardanwelle und die Hardyscheibe neigen zu frühzeitigem Verschleiß. Ruckeln beim Anfahren und Beschleunigen sind Indizien für fortgeschrittenen Verfall des Achsantriebs.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1964 ()   17.450 Mark
Bei Produktionsende 1965 ()   17.450 Mark

Ähnlich wie der im selben Jahr vorgestellte GTA hatte auch der GTC immer schon einer Sonderstellung in der Alfa-Hierarchie, wenn auch auf anderem Preisniveau. Die Offenversion war bereits ein Liebhaberobjekt, als normale Kantenhauben noch billige Gebrauchtwagen waren. Rund 20.000 Euro soll ein guter GTC nach Classic Data kosten. Für sorgfältig restaurierte Exemplare, die hin und wieder auf den Markt kommen, werden weit höhere Preise verlangt - und bezahlt. Das Angebot hier zu Lande ist sehr dünn. Nachschub gibt es mitunter aus Italien, in meist restaurierungsbedürftigem Zustand.

Die Versorgung mit Technikteilen für den GTC ist vorbildlich und preisgünstig - dank der vielen Gleichteile mit Bertone, Giulia und Spider. Problematischer sieht es mit Karosserieteilen aus, die auch für Kantenhauben-Coupés nicht mehr ganz lückenlos ist.

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