Kaufberatung BMW M3: Der Marathonläufer mit starkem Herzen

Der junge Wilde hat sich gut gehalten. Er war schon immer Liebhaberstück und nicht Verbrauchswagen wie so mancher BMW 325i. Sehr guter Rostschutz und eine strapazierfähige Mechanik sorgten dafür, dass er in Form blieb. Dennoch ist bei auffallend günstigen M3 Vorsicht geboten.

Die Modelle der BMW E30-Baureihe sind vor allem seit 1986 hervorragend gegen Rost geschützt. Nur bei stark strapazierten M3 mit hoher Kilometerleistung hatte Korrosion
eine Chance. Er befällt in erster Linie die quadratischen Blechplättchen im Bereich der vorderen Wagenheberaufnahmen und die hinteren Radläufe im oberen Bereich.

Im Motorraum ist bei den Radhäusern und im Bereich des Frontblechs auf Spuren schlecht reparierter Unfallschäden wie schlechte Passform oder welliges Blech zu achten. Wenn hier nicht sorgfältig gearbeitet wurde, nisten sich außerdem Rostblasen ein. Generell sind auch die Spaltmaße der Karosserie unter die Lupe zu nehmen. Undichte Scheinwerfer sind ein verbreitetes BMW-Leiden. Viele BMW M3 sind nicht original, die etwas halbstarke Aufmachung animierte dazu, noch größere Spoiler und noch breitere Reifen aufzuziehen.

Auch der Innenraum blieb nicht von Modifikationen verschont, wenn der kernige Motorklang von Bassreflexboxen übertönt werden sollte. Das Interieur leidet unter gerissenen Instrumentenbrettauflagen und aufgescheuerten Sitzwangen der Sportsitze mit Stoffbezug.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
10 Sterne
Ersatzteillage
8 Stern
Reparaturfreundlichkeit
8 Stern
Verfügbarkeit
6 Sterne
Nachfrage
6 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Die Technik des M3 ist robust und langlebig, wenn man das hohe Leistungspotenzial nicht ständig nutzt. Der solide konstruierte Vierventil-Vierzylinder verkraftet Laufleistungen bis zu 200.000 Kilometern ohne Überholung. Selten kommt es bei strapazierten Triebwerken zu Schäden an der Zylinderkopfdichtung. Steigt der Ölverbrauch über 0,75 Liter auf 1.000 km an, sind die Ventilschaftdichtungen verhärtet. Ansonsten ist der Ventiltrieb dauerhaft, wenn das Wechselintervall für die Duplexkette eingehalten und das Ventilspiel vorschriftsmäßig kontrolliert wird.

Selten sind beim Getriebe die Synchronringe des ersten und zweiten Gangs verschlissen - Sportfahrer neigen manchmal dazu, die Gänge durchzureißen. Die Spurstangen und Traggelenke der Vorderachse werden vom TÜV oft bemängelt, ebenso die Gummilager der Hinterachse, an denen die Leistung ebenso zerrt wie an den Antriebswellen. Auch die verstärkte Bremsanlage braucht Pflege in Form von neuen Bremsscheiben und überholten Bremssätteln.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1986 (BMW M3)   58.850 Mark
Bei Produktionsende 1991 (BMW M3)   95.600 Mark

Der BMW M3 gehört zu den interessantesten BMW der achtziger Jahre. Seine geringe Stückzahl und seine Beliebtheit unter den Fans machen ihn zur lohnenden Investition. Die Preise ziehen seit 1995 wieder an, gesucht sind vor allem originale 215-PS-Autos mit Lederpolsterung und Klimaanlage.

Favorit ist natürlich das M3-Cabriolet, für gepflegte Exemplare mit wenig Kilometern sind bei diesem Typ gleich 25.000 Euro und mehr fällig. Das ist fast schon BMW Z1-Niveau. Auch die Evolution-Modelle sind gesuchte Raritäten. Sie liegen jenseits der 20.000 Euro-Grenze. Generell gilt für den "normalen" M3: Pflegezustand geht vor Laufleistung. Bis 150.000 Kilometer sind unbedenklich. Ein komplett ausgefülltes Kundendienst-Scheckheft ist wichtig.

M3-Fahrer brauchen keine Ersatzteilnöte zu fürchten. Ob Technik, Karosserie oder Ausstattung - es gibt kaum Engpässe, allenfalls längere Wartezeiten bei seltenen Ausstattungsteilen. Vieles ist baugleich mit anderen E30-Modellen, Ansprechpartner ist der lokale BMW-Händler. M3-exklusive Teile haben allerdings ihren Preis.

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