Kaufberatung für den Audi Quattro: Ein gefragter aber seltener Zeitgenosse

Audi Quattro, Baujahr 1980

Wie kaum eine andere Baureihe bietet die Urquattro-Familie sportlichen Fahrspaß, motorsportlichen Mythos und Alltagstauglichkeit. Doch das Angebot an guten Fahrzeugen ist sehr dünn - ganz gleich, ob man sich für einen frühen Quattro, einen kurzen Sport oder einen 20 V interessiert.

Rost an der Karosse findet sich vor allem bei der ersten Audi Quattro-Generation. Erst ab Modelljahr 1985 war die Bodengruppe verzinkt. Früher gebaute Quattro rosten genau wie jeder andere Audi dieser Baujahre auch. Allerdings ist beim weitgehend von Hand gebauten Urquattro die Serienstreuung größer: Es gibt sehr gut erhaltene, völlig rostfreie Exemplare, und andererseits bereits deutlich -angegriffene Autos. So sind etwa die ausgestellten Kotflügel und Radläufe vorn und hinten oft korrodiert. Die Türen rosten - und auch die Schweller. Zudem kann es im Motorraum zu Durchrostungen kommen.
 
Kaum Rostprobleme kennt der Sport Quattro. Zum einen besteht seine Karosserie zum Teil aus Kunststoff, zum anderen wurden die sehr teuren Homologations-Autos meist pfleglicher behandelt als die anderen Quattro. Dennoch leiden die Sport unter Rissen an den Verbindungsstellen zwischen Stahl und Kunststoff, so etwa an den A-Säulen, wo das Plastikdach verklebt ist. Auch die raren 20 V der letzten Baujahre und die Exemplare nach 1985 rosten kaum. Nur bei stark misshandelten Typen tritt nennenswerte Korossion auf. In jedem Fall ist auf Unfallschäden zu achten. Viele Urquattro wurden sehr schnell bewegt, was nicht selten zu verformtem Blech führte.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
10 Sterne
Ersatzteillage
6 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
6 Sterne
Nachfrage
6 Sterne
Unterhaltskosten
4 Sterne

Die Fünfzylindermotoren von Audi genießen völlig zu Recht einen geradezu legendären Ruf. Laufleistungen jenseits der 300.000 Kilometer sind keine Seltenheit - vorausgesetzt, ihnen wurde ein gewisses Maß an Pflege, wie etwa regelmäßige Ölwechsel und Tausch des Zahnriemens, zuteil. Nicht ganz so langlebig sind die Turbolader der früheren Modelle, die oft nicht älter als 150.000 Kilometer werden. Spätere Motoren hatten wassergekühlte Lader, die deutlich langlebiger sind.
 
Ein weiteres Problem der frühen Quattro ist die Zündbox von Hitachi, die mitunter den Geist aufgibt. Zu prüfen ist, ob der Auspuffkrümmer dicht ist. Er neigt zu Rissen, und Ersatz ist nicht ganz billig. Bei den späteren Modellen mit Bosch Motronic und beim Sport ist die Servicehistorie ausschlaggebend. Wurde der Motor gepflegt, sind kaum Schäden zu befürchten. 

Preisentwicklung
Bei Einführung 1980 ()   49.900 Mark
Bei Produktionsende 1987 ()   81.515 Mark

Die Zeiten der fallenden Preise sind beim Urquattro lange vorbei, auch weil es nur sehr wenige gepflegte, gute Autos gibt. Viele wurden von unverständigen Enthusiasten hingerichtet, andere wiederum gingen in den Export. Etwa nach England, wo der Quattro eine große Fangemeinde hat und schon lange einen geradezu legendären Ruf als deutsche Hightech-Ikone genießt.
 
Besonders begehrt sind Autos mit überschaubarem Vorbesitz und in attraktiven Farben, etwa Rot oder Silber. Die puristischen frühen Modelle mit per Seilzug geschalteten Differenzialen sind vor allem bei Freaks begehrt. Auch eine gepflegte Innenausstattung im so genannten Zebravelours ist einen Aufpreis wert. Unter 10.000 Euro sind kaum noch taugliche Exemplare zu haben.

Obwohl der Quattro ein recht junges Auto ist, kann die Ersatzteilversorgung zum Problem werden. Zwar existieren einige Gleichteile mit anderen Audi, aber viele Quattro-spezifischen Komponenten sind rar. Doch es gibt einige rührige Spezialisten, die sich um die Versorgung mit seltenen Teilen kümmern. Auch das VW-Audi Classic Parts Center hat einiges vorrätig. Nicht zuletzt sind einige Technik- und Karosserieteile mit dem Audi Coupé identisch, diese lassen sich mit etwas Glück beim gut sortierten Verwerter finden.

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