Mercedes-Benz S-Klasse W140 in der Kaufberatung: Elektrikprobleme sorgen für Verdruss

Mercedes-Benz 600 SEL, W 140, Baujahr 1992

Der Mercedes-Benz der Baureihe W140 ist die größte S-Klasse aller Zeiten. Trotz Wasserbasislack ist Rost kaum ein Thema. Nur stark vernachlässigte Autos blühen an den mercedestypischen Stellen. Aber Elektronik und technische Komplexität sind Handicaps.

Der Mercedes Benz W 140 ist neben dem SL-Roadster R 129 der rostresistenteste Mercedes seiner Epoche. Nur ungepflegte Exemplare erwischt es an Kotflügeln, Radläufen und Wagenheberaufnahmen unter den Abdeckkappen. Abplatzer beim Wasserbasislack sind anders als beim W 124 selten. Doch das Leder scheint nicht so haltbar wie bei den Vorgängern zu sein. Die Sitze wirken speckig, und der Bezug wirft heftige Falten. Wie bei den Vorgängern läuft die Verbundglasheckscheibe milchig an. Räder und Reifen sind auf Originalität zu prüfen. Die Zuziehhilfe der Türen und der Heckklappe versagt oft ihren Dienst.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
8 Sterne
Ersatzteillage
10 Stern
Reparaturfreundlichkeit
4 Stern
Verfügbarkeit
6 Sterne
Nachfrage
6 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Hoffentlich geht nichts kaputt. Dieses Flehen begleitet viele Mercedes Benz W 140-Besitzer im Alltag. Autos mit 400.000 bis 600.000 Kilometern in Internet-Anzeigen machen Mut. Die V8- und V12-Motoren und die Automatikgetriebe sind bei regelmäßiger Wartung problemlos. Aber die elektronische Vernetzung über Can-Bus-Steuergeräte hat im Alter ihre kostspieligen Tücken. Besonders die Spitzenmodelle sind vollgepackt mit komplexer Elektronik, deren Fehlerdiagnose und Reparatur heftig ins Geld geht. Besonders heimtückisch ist der Kabelbaum, dessen Isoliermaterial im heißen Motorraum zerfällt.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1991 (Mercedes-Benz 500 SEL)   126.597 Mark
Bei Produktionsende 1998 (Mercedes-Benz S 600 L)   212.048 Mark

Stark dezimiert zeigt sich der W 140-Bestand den Youngtimerfreunden. Sechszylinder- und Dieselmodelle erlauben den preiswerten Einstieg. Die V8- und V12-Kandidaten sind in Topzustand begehrt. Ersatzteile gibt es wie für W 116 (meistens) und W 126 morgen beim lokalen Mercedes-Vertreter. Beten, dass nichts kaputtgeht, ist angebracht.

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