Kaufberatung VW Passat B2

Der Alternativ-Kombi - VW Passat Variant

Der zweiten VW Passat Variant-Generation kann man mangelnde Langzeitqualitäten  nicht unterstellen. Auch gegen Rost war sie gut geschützt. Aber die ältesten Modelle haben nun 28 Jahre, ein paar Demos und wenig Pflege hinter sich. Von den frühen VW Passat Variant gibt es nur noch wenig gute Exemplare.

Passat Variant CL 1.6 Foto: Hardy Mutschler 11 Bilder

Karosserie-Check

Im Vergleich zu seinem Vorgänger weist der VW Passat Variant B2 einen ambitionierten Rostschutz auf. Während Korrosion am Vorderwagen nur selten auftritt - lediglich der Luftkasten unterhalb der Windschutzscheibe des VW Passat Variant kann Ärger machen - breitet sie sich ab dem Bereich hinter der A-Säule stärker aus. So rosten die Türen, die vorderen meist zuerst und noch dazu von innen, weil die Dichtungen oben am Fensterschacht schrumpfen oder porös werden und dadurch Wasser eintreten kann.

Bei zweitürigen VW Passat Variant ist das ein besonderes Problem, weil es so gut wie keinen Ersatz mehr gibt. Sehr oft greift die braune Pest auch den Tankstutzen an. Dann rostet das Halteblech komplett von der Karosserie ab. Wenn möglich, sollten Interessenten daher bei der Besichtigung eines VW Passat Variant die Verkleidung rechts im Kofferraum abnehmen und diesen Bereich checken. Fast alle VW Passat der zweiten Generation rosten an den hinteren Radläufen. Das gilt beim VW Passat Variant auch für die Heckklappe. Und zwar sowohl für die untere Scheibenkante als auch für den Bereich um das Heckklappenschloss. Auch unter die verkleidete Ladekante frisst sich der Rost.

Im Innenraum des VW Passat Variant fällt oft die im Bereich der mittigen Lautsprecheröffnung gerissene Instrumententafel auf. Und der Dachhimmel stürzt mangels Spannung ab. Dazu nerven Kontrollleuchten mit Fehlalarmen. Unbedingt sollte die Komfortelektronik auf ihre Funkionstüchtigkeit geprüft werden. Das gilt für die Fensterheber und das Schiebedach. Auch die mit Unterdruck arbeitende Zentralverriegelung des VW Passat Variant zickt manchmal. Beim Variant sind zudem oft die Seitenverkleidungen im Kofferraum ramponiert.

Technik-Check

Die 1,6- und 1,8-Liter-Vierzylinder des VW Passat Variant gelten als fast unverwüstlich. Unbedingt sollten aber die Zahnriemen-Wechselintervalle eingehalten werden. Das gilt auch für die Fünfzylinder- und Dieselmotoren. Während der Fünfzylinder vor allem als 2,2-Liter mit Katalysator oft abgerissene Krümmerbolzen aufweist, treten beim VW Passat Variant TD häufig Schäden am Turbolader auf. Bei frühen VW Passat Variant-Benzinern nerven die Vergaser mit defekter Startautomatik oder weigern sich, in die zweite Stufe zu schalten.

Für einige Benziner und Diesel bietet die Firma Reich und Sohn Euro 1-, Euro 2- und sogar D3-Nachrüstsätze an. Während die VW Passat-Getriebe bis auf eine anfällige Synchronisation des 2. Ganges unproblematisch sind, rostet der Geberzylinder der Kupplung oft komplett ab. Beim Automatikgetriebe im VW Passat auf den Stand der Flüssigkeit achten. Außerdem checken: Gummilager der Radaufhängung, Querlenker, Domlager, Antriebsmanschetten, Bremsschläuche. Beim VW Passat syncro prüfen, ob die Differenzialsperren ein- und ausrücken.

Preise

Die zweite VW Passat Variant-Generation wird bisher nicht als Youngtimer wahrgenommen, sondern vor allem als Normal-Variant häufig noch als billiges Alltagsauto maximal strapaziert.

Besser haben es da die besonderen VW Passat Variant-Versionen wie Zweitürer oder Modelle mit Fünfzylinder- Motor, hochwertiger Ausstattung oder Allradantrieb. Auch die bis Ende 1984 als Santana verkaufte Stufenheckversion gilt schon eher als Liebhaberfahrzeug. Während für solche VW Passat Variant-Exemplare in Topzustand Beträge bis 5.000 Euro gefordert werden, finden sich gepflegte Schrägheck-VW Passat mit 1,6-Liter-Motor oft schon für weniger als 1.000 Euro. Ein VW Passat Variant in vergleichbarem Zustand kostet bis zu 50 Prozent mehr - wenn sich denn ein Kombi in vergleichbarem Zustand findet. Modelle nach dem Facelift im Januar 1985 sind weniger beliebt - das gilt vor allem für die VW Passat Schrägheck-Limousine.

Bei Einführung 1980 (VW Passat Variant 1.6 L) :
15.500 Mark
Bei Produktionsende 1988 (VW Passat Variant 1.6 L) :
20.026 Mark

Ersatzteile

Solange es um Technikteile des VW Passat geht, ist alles bestens. Die Antriebs- und Fahrwerkselemente für den VW Passat wurden millionenfach auch in andere Modelle wie Audi 80, die Motoren zudem in Polo, Golf, Jetta und Audi 100 eingebaut. So findet sich Ersatz dafür nicht nur heute noch beim VW-Händler, sondern auch bei freien Händler – und am kostengünstigsten auf dem Schrottplatz. Hier hilft bei der Suche danach www.autoverwerter.de.

Das gilt auch, wenn es um Karosserieteile für den VW Passat geht. Während für die Viertürer und den Variant fast alles erhältlich ist, sieht die Lage für den Zweitürer problematischer aus – ebenso bei speziellen Ausstattungselementen für Sondermodelle. Positiv: Für viele Motoren gibt es Nachrüstkits auf bessere Abgasnormen. Die Kosten für die Kits liegen zwischen 174 Euro (D3-Aufrüstung des 70 PS-Benziners) und 329 Euro (Euro 2-Aufrüstung für Diesel und TD).

Schwachpunkte

  1. Türböden
  2. Radläufe hinten
  3. Tankstutzen
  4. Heckklappe (Variant)
  5. Krümmerbolzen (Fünfzylinder)
  6. Vergaser (Version 2EE und 2B5)
  7. Geberzylinder der Kupplung
  8. Gummilager Radaufhängung
  9. Bremsschläuche vorn
  10. Bremskraftregler Hinterachse
  11. Bremsscheiben hinten (syncro)
  12. Differenzialsperren (syncro)
Passat Variant CL 1.6

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Der zweiten VW Passat Variant-Generation kann man mangelnde Langzeitqualitäten  nicht unterstellen. Auch gegen Rost war sie gut geschützt. Aber die ältesten Modelle haben nun 28 Jahre, ein paar Demos und wenig Pflege hinter sich. Von den frühen VW Passat Variant gibt es nur noch wenig gute Exemplare.