Kaufberatung Lancia Beta Montecarlo: Der vergessene Mittelmotorsportler

Auf Grund seiner geringen Stückzahlen bietet ein Beta Montecarlo viel Exklusivität – und das zu recht geringen Unterhaltskosten. Denn die Technik gilt als überschaubar und relativ robust. Dazu kommt eine hohe Portion Fahrspaß.

Der Montecarlo leidet wie die Fulvia unter einer schlechten Rostvorsorge. Als besonders neuralgische Punkte gelten die Federbeindome, die Lüftungsgitter und Falze der Hauben sowie die Übergänge zwischen Kotflügel und Stoßstange und zwischen Heckblech und Stoßstange. Oft ist auch die A-Säule von der braunen Pest betroffen, was aufwendige Schweißarbeiten zu Folge hat. Im Innenraum unbedingt das Bodenblech unterhalb der Pedale inspezieren. Gleiches gilt für das Blech zwischen den Sitzen und Motorraum. Überaus rostgefährdet sind weiterhin die Falze und Scharniere der Türen.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
6 Sterne
Ersatzteillage
6 Stern
Reparaturfreundlichkeit
4 Stern
Verfügbarkeit
4 Sterne
Nachfrage
4 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Die Technik des Montecarlo bietet selten Grund zur Klage. Der Reihenvierzylinder läuft bei guter Pflege 150.000 Kilometer und mehr. Typisch, aber harmlos: eine ölende Dichtung am Nockenwellengehäuse. Die Manschette des Kupplungsnehmerzylinders leidet ebenfalls oft unter Undichtigkeit. Der innenliegende Bolzen kann dann herausfallen, was einen Ausfall der Kupplung zu Folge hat. Wenn sich die Gänge nur ungenau schalten lassen, sind die Kunststoffbuchsen des Schaltgetriebes (mal wieder) gebrochen. Der Austausch dauert allerdings nur wenige Minuten. Als ebenso verschleißfreudig erweisen sich die hinteren Radlager. Schlampig verlegte elektrische Leitungen sorgen oft für Masseprobleme.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1975 (Lancia Beta Montecarlo)   27.650 Mark
Bei Produktionsende 1981 (Lancia Beta Montecarlo)   28.500 Mark

Die Ersatzteilsituation für den Montecarlo sieht schlecht aus. Originaler Karosserieersatz ist so gut wie nicht mehr aufzutreiben und wird zu hohen Preisen gehandelt. Nachgefertigte Bleche (und Kunststoffteile) sind oftmals nicht sehr passgenau. Für die Inneneinrichtung ist ebenfalls kein Ersatz mehr aufzutreiben. Verschleißteile lassen sich hingegen ohne größere Schwierigkeiten beschaffen.

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