Lancia
Lancia, die Marke der Ingenieure. Das Unternehmen wurde 1906 von Vincenco Lancia gegründet und gehörte zu den fortschrittlichsten Automobilfirmen. Vincenco Lancia war berühmt dafür, auf die Kosten erst nach der Entwicklung zu schauen. So wurden aufwändige Motoren gebaut, komplexe Karosserien und sportliche Fahrwerke. Zahlreiche Patente beschreiben die Bedeutung der Entwicklungen Lancias für die Automobilgeschichte. Stehende Ventile und abnehmbarer Zylinderkopf (1909 im Beta), verstellbare Lenksäule (1913), Einzelradaufhängung und hydraulische Stoßdämpfer (1922 im Lambda, dem ersten Auto mit selbsttragender Karosserie), Motorsteuerung im Zylinderkopf (1921) und die berühmten V-Motoren mit extrem engem Zylinderwinkel (1928) oder die Schräglenker-Hinterachse (1947) - Lancia zeigte oft mit ausgefallenen Lösungen, was konstruktiv möglich war. Die Kehrseite waren die immer wieder auftretenden finanziellen Schwierigkeiten. Zudem bedeutete das erfolgreiche Engagement im Motorsport hohe Kosten. 1969 wurde Lancia von Fiat übernommen. Damit endete die Hochphase der Marke Lancia.
Die Motorsporterfolge des Lancia Delta Integrale - der Fahrmaschine für echte Männer - sorgten für ein kräftiges Aufflammen der Marke. Der Delta Integrale ist auch heute noch mit sechs Titeln hintereinander in der Marken-WM das erfolgreichste Rallyeauto aller Zeiten. 1991 entschieden die Fiat-Bosse jedoch, dass die Konzernschwester Alfa Romeo die besseren Voraussetzungen für ein Motorsport-Engagement habe. Die Marke Lancia sollte neu ausgerichtet werden und als luxuriöse Variante des Hauses Fiat Individualisten ansprechen.
Die Lancia-Fahrzeuge wurden in der Anfangsphase bis zum Zweiten Weltkrieg mit griechischen Buchstaben benannt. Nach dem Krieg bekamen sie Namen berühmter römischer Straßen: Lancia Aurelia, Appia, Flaminia, Flavia und Fulvia. Nach der Fiat-Übernahme wurde dann die alte Tradition der griechischen Buchstaben fortgesetzt: Die Beta-Reihe mit dem sportlichen Coupé Montecarlo, Gamma, Delta, Prisma, Thema. Beliebt sind bei den Lancia-Youngtimern unter Fiat-Ägide vor allem der Thema 8.32 mit dem Motor des Ferrari 308 Quattrovalvole, der Delta Integrale und der Rally 037, den Walter Röhrl einst als das beste Rallyeauto seiner Karriere bezeichnete.