Die beiden Fahrzeuge waren Teil der Ingmar Bergman Auktion am 28. September 2009, bei der das schwedische Auktionshaus Bukowskis 337 Stücke aus dem Nachlass Bergmans versteigerte.
Neun Kinder aus fünf Ehen freuen sich über insgesamt 1,75 Millionen Euro
Erfolgreich unter den Hammer kamen alle angebotenen Gegenstände, und praktisch alle für ein Mehrfaches des von Bukowskis festgelegten Mindestgebot. "Wir hatten ja keine Erfahrung damit, wie viel der Name Bergman wert ist, wenn es um so etwas gibt", sagte die Bukowskis-Sprecherin. Der Name Bergman, weltberühmt geworden durch Filme wie "Das siebente Siegel" (1957), "Das Schweigen" (1963), "Szenen einer Ehe" (1973) und "Fanny und Alexander" (1982), scheint viel wert zu sein - auch wenn es um alte deutsche Orden, gebrauchte Autos und gehäkelte Bettüberwürfe geht. Hauptsache Bergman hat sie getragen, gefahren oder über sein Bett geworfen.
Den höchsten Einzelpreis erzielte ein Holzmodell des schwedischen Nationaltheaters "Dramaten" in Stockholm mit eingebauter Bühne und Zuschauerraum. Als Mindestgebot hatte Bukowskis 20.000 Kronen festgesetzt, einen neuen Besitzer fand es dann für 1.025.000 Millionen Kronen (100.000 Euro). Der Clou: Im Zuschauerraum kann man eine winzig kleine Bergman-Puppe auf dem Lieblingsplatz des im Dramaten jahrzehntelang inszenierenden Regisseurs sehen.
Umgerechnet 100.000 Euro für ein Schachspiel ohne weißen König, 1.500 Euro für eine simple Ikea-Schreibtischlampe und 1.450 Euro für ein Bundesverdienstkreuz hat ein verblüffter Auktionator aus dem Nachlass des 2007 gestorbenen Meisterregisseurs versteigert. Alles in allem 18 Millionen Kronen (1,75 Mio Euro) für 337 Auktionsgegenstände vermehren nun das Erbe von insgesamt neun Bergman-Kindern aus fünf Ehen und anderen Verbindungen.
Enormer Ansturm - Gebote aus aller Welt
"Diese Dimensionen haben wir absolut nicht erwartet", meinte Charlotte Bergström vom Stockholmer Auktionshaus Bukowskis zu dem Interesse, das fast so groß wie bei "Reliquien" verstorbener Popstars war. Mehr als 8.000 Neugierige begutachteten das vier Tage lange ausgestellte Sammelsurium - von Bergmans Doppelbett aus Messing bis hin zu Küchenstühlen und Weingläsern. Zur Auktion am Mittwoch drängten sich bis in die Nacht tausend Besucher. Gebote kamen auch telefonisch aus aller Welt, angeführt von Interessenten aus den USA und Deutschland.
Überrascht waren die Auktions-Experten, dass sich die Kaufbereitschaft bei unscheinbaren Gegenständen wie ganz normalen Ikea-SchreibtischLampen enorm steigerte, bei "superfeinen" Nachlassteilen aber eher beherrscht blieb. So kam eine Originallithografie des Norwegers Edvard Munch mit einem Bild des schwedischen Dramatikers August Strindberg "nur" auf 540.000 Kronen, nachdem das Mindestgebot bei 350.000 Kronen gelegen hatte. Eine Million Kronen brachte ein Schachspiel, obwohl der weiße König fehlte. Dafür aber war es als Requisite in einer berühmten Szene im "Siebenten Siegel" zu bewundern. Damals noch mit weißem König.
Bergman hätte seine Freude an der Auktion gehabt. Spötter meinen, der zu Lebzeiten stets betont entschlussfreudige Regisseur hätte mit seinem Testament noch einmal bis ins letzte Detail Regie beim eigenen Tod geführt. Neben allen Einzelheiten des Begräbnisses bestimmte der in seinem Haus auf der Insel Fårö gestorbene Schwede auch, dass sein Erbe samt und sonders an den jeweils Meistbietenden zu verkaufen sei. Für "Sentimentalitäten" sei da kein Platz.




