Techno Classica 2010 - Coys-Auktion: Zaren-Auto, Melitta-Grifo und Piech-Porsche
Der Hammer fällt in der Ruhrpottmetropole Essen am 10. April 2010: Das Auktionshaus Coys versteigert im Rahmen der Techno Classica 57 historische Sport- und Sammlerfahrzeuge sowie Renn- und Rennsportwagen und 60 Automobilia.
Fast 100 Jahre alt ist der Delauney-Belleville HB6, der mit Losnummer 210 recht weit vorne im Auktionskatalog steht und als zehntes Fahrzeug versteigert wird. Laut Auktionshaus ist es wahrscheinlich, dass der Wagen an Zar Nikolaus II ausgeliefert wurde.Die ältesten Fahrzeuge: Delauney-Belleville, Chevrolet, Horch und Tatra
Weitere Kunden der Nobel-Marke Delauney-Belleville aus Saint-Denis waren der griechische König Georg I, König Alphonso XIII von Spanien und der legendäre französische Gangster Jules Bonnot - der Anführer der nach ihm benannten Bonnot-Bande. Der Auktionskatalog nennt das Fahrzeug "ein Muss für jede ernsthafte Sammlung" - da sollte man zuschlagen.
Der Zustand wird mit "sehr gut" angegeben, der Passagierraum ist prachtvoll mit rotem Leder ausgekleidet, der Fünfliter-Sechszylinder wird - für diese Zeit revolutionär - mit Ölpumpen und einem Leitungssystem mit Schmierstoff versorgt.
Hinter Losnummer 242 verbirgt sich das zweitälteste Fahrzeug der Auktion, ein Chevrolet Sport Roadster Type AD von 1930. Laut Coys glänzt der Vorkriegs-Chevy in "Concours-nahem" Zustand. Aus dem Jahr 1936 stammen zwei Lose, der Tatra 57 A in"durchschnittlichem bis guten" Zustand, für den Coys ein zurückhaltendes Estimate von 4.000 bis 5.000 Euro angibt. Losnummer 220 ist ein in der Szene bekanntes Horch 853 Cabriolet.
Bitter: Standauto - 1976er Bitter CD mit 127.000 km
Als erstes Fahrzeug wird am Samstag um 13.00 Uhr ein Bitter CD von 1976 versteigert. Das sportliche Coupé wurde von drei Vorbesitzeren bisher nur 127.000 Kilometer bewegt und kommt mit H-Kennzeichen und erhielt laut Katalog "2008 neuen TÜV" - der mittlerweile abgelaufen sein könnte.
Mini-Cars: Mini Moke und Autobianchi Cabriolet
Besonders selten dürfte die Cabrioversion des Autobianchi Bianchina sein, die mit Losnummer 211 nach Essen rollt. Das 1966er-Modell wird mit deutscher Zulassung angeboten, das Estimate liegt bei 8.000 bis 12.000 Euro. Ebenfalls bis zu 12.000 Euro erwartet Coys für den 1994er Mini Moke (Losnummer 216) aus Erstbesitz, der nur 15.000 Kilometer Laufleistung gesammelt hat.
Einer von elf: Piechs Porsche 916
Mit Losnummer 224 wurde einer von nur elf gebauten Porsche 916-Prototypen aus dem Vorbesitz von Michael Piech zur Versteigerung eingeliefert. Das Auto wurde 1972 nach Griechenland verkauft und in den letzten beiden Jahren für mehr als 60.000 Euro restauriert. Es soll sich in exzellentem Zustand befinden.
Melitta-Dienstwagen: 1967er Iso-Grifo 350
In den späten 60ern bestellte die Firma Melitta über Auto Becker diesen Iso Grifo 350, der am 6. März 1967 ausgeliefert wurde. Der als Melitta-Grifo bekannte Sportwagen trägt die Losnummer 225 und soll zwischen 115.000 und 130.000 Euro kosten.
Messeauto: Der Ferrari 330 GT 2+2 vom Genfer Salon 1965
Das Estimate des Loses 232 beläuft sich auf 55.000 bis 70.000 Euro. Der letztlich erzielte Preis kann nach Expertenmeinung deutlich höher liegen, schließlich handelt es sich hier um den Ferrari 330 GT 2+2, der 1965 auf dem Ferrari-Stand des Genfer Autosalons für staunende Besucher sorgte.
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Autor: Kai Klauder
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