Viele Automobilträume sind seit einigen Jahren sofort und für kleines Geld realisierbar - als Slotcar im Maßstab 1:32. Motor Klassik gibt Tipps für den Einkauf und bringt exklusiv eine alphabetische Übersicht aller im Handel erhältlichen Modelle von AC bis VW (kostenloser Download am Ende des Artikels).
Besonders lange erwartet wurde der MGB von Scalextric, der in einer Rallye-Version mit Hardtop, Zusatzschweinwerfern und Beifahrer für den Einsatz auf der Slotcar-Piste bereit steht. Ebenfalls neu von Scalextric sind ein VW Käfer von 1963 in Straßenversion, der Jaguar D-Type und der revolutionäre Formel 1-Renner Lotus Cosworth 49 aus dem Jahr 1969. Von dem frühen „Hundeknochen“-Escort Mk I bietet der Slotcar-Pionier neben der Rallye-Version auch eine tiefer gelegte Variante für die Rundstrecke mit vergrößerten Radhäusern.
Den MGA liefert dagegen die spanische Konkurrenzmarke SCX in zwei verschiedenen Rallye-Versionen, einmal offen und einmal geschlossen. Von SCX stammen mehrere Varianten des legendären Mittelmotor-Coupés Lancia Stratos. Die kleine, aber feine Firma Team Slot bietet ebenfalls mehrere Versionen des Stratos. Dieser Hersteller wurde jetzt in die aktualisierte Liste der Slotcar- Klassiker- und Youngtimer aufgenommen, da er zu vielen Fahrzeugen interessante Alternativen bietet.
Natürlich hat auch der deutsch-österreichische Marktführer Carrera, nach dem bei uns die elektrischen Autorennbahnen benannt sind, zwei Klassik-Neuheiten im Programm: zwei Versionen des BMW 2002 ti im Renntrimm sowie den offenen Rennsportwagen Lola T 222. Ninco bietet seit dem letztjährigen E-Type-Jubiläum ein Jaguar E-Type Coupé in Straßen und in Rennversion an. Bisher gab es nur eine Hardtop-Version des Cabrios von Revell. Weitere Neuheiten und viele bereits seit Jahren im Handel befindliche Slotcar-Klassiker finden Sie in unserer großen Foto-Show.
Carrera und Co: die großen Slotcar-Marken
Wir verdanken dies dem heimlichen Boom der großen Slotcar-Marken, die in den letzten Jahren einen Rennbahn-Fuhrpark der Extraklasse auf die Kunststoffpisten stellten. Carrera, Fly, Ninco, Revell, Scalextric, SCX und viele kleinere Hersteller wie der US-Newcomer Pioneer wetteifern dabei um die größte Detailtreue der handgroßen Slotcars. Dazu zählen inzwischen auch dem Vorbild entsprechende Cockpits mit den originalen Lenkrädern und Armaturen. Viele Neuerscheinungen der letzen Jahre sind Automobil- Klassiker, die meisten davon Rennversionen nach authentischem Vorbild im Maßstab 1:1 .Alle Fahrzeuge sind kompatibel und fahren daher auch mit geringen Modifikationen auf den Pisten der Konkurrenz. Bewährte Bahnsysteme für Slotcars bieten derzeit Carrera, Ninco, Scalextric und SCX.
Klassiker-Fuhrpark sorgt für Abwechslung auf der Piste
Im Übrigen beginnt erst ab einem Fuhrpark von etwa zwei Dutzend Slotcars das wahre Rennbahnvergnügen - seien es Modelle nach historischen oder modernen Vorbildern oder am besten natürlich: Beide gemischt. Für Abwechslung sorgt dann nicht mehr der zeitraubende Um- und Neubau der Piste, sondern einfach das Angebot an verschiedenen Rennwagen-Paarungen. So steht man zusammen mit seinem Freund, Sohn oder Tochter vor dem Slotcar-Regal und stellt sich voller Vorfreude die Frage: Was darf's denn heute sein? Aktuelle GT-Boliden – Corvette gegen Lamborghini Murcielago? Oder lieber GT-Coupés historisch – AC Cobra gegen Ferrari GTO?
Oder wie wär's mit den beiden NASCAR-Bombern von Dodge und Ford aus den späten Sechzigern? Kleines Rallye-Duell gefällig? Renault Alpine A 110 gegen Ford Escort Mk. I? Inzwischen gibt es fast alle namhaften Oldtimer, über die Motor Klassik berichtet, als Slotcar vom Fiat Abarth 1000 TC bis zum 1100-PS-Turbomonster Porsche 917/30 Can Am Spyder. Eine Liste aller im Handel erhältlichen Rennbahn-Klassiker als Slotcar-Version befindet sich am Ende des Artikels.
Der Slotcar-Spaß ist nicht teuer: Ab 100 Euro gehts’s schon los
Gut und schön. Aber kosten eine ordentliche Slotcar-Bahn und zwei Dutzend Autos nicht ein kleines Vermögen? Nicht, wenn man von Anfang an voll und zur richtigen Zeit investiert. Die Preise für aktuelle Slotcars liegen derzeit bei rund 45 Euro. Richtung Weihnachten ziehen die Preise naturgemäß an. Also besser im Frühjahr einkaufen. Dann kommen oft auch neue Startpackungen, und die Vorgänger-Sets gibt es dann deutlich günstiger. Will man richtig mit mindesten zehn Meter Piste einsteigen, dann gleich zwei oder drei Startsets nehmen. Das kommt deutlich billiger als der Kauf von einzelnen Streckenteilen. Würde man den Inhalt eines Startsets mit Schienen, Autos, Trafo und Handregler jeweils einzeln kaufen, müsste man dafür mehr als das Doppelte bezahlen. Der Preis für rennfertige Einsteiger-Sets von SCX (spanischer Scalextric-Ableger) mit zwei modernen DTM-Slotcars und einer Fünf-Meter-Acht, die sich auch hervorragend für eine Streckenerweiterung eignet, liegt gerade mal bei 109 Euro.
Slotcar-Pioniere in Europa: Carrera und Scalextric
Carrera Evolution – so heißt die 1:32-Produktlinie von Carrera – und Scalextric bieten größere Slotcar-Startsets gar mit historischen Rennfahrzeugen. Zum Beispiel Opel GT und Ford Capri im Renntrimm von Carrera Evolution mit 5,3 Meter langer, extrabreiter Strecke für rund 150 Euro. Scalextric offeriert im rennfertigen Set Trans Am-Mustang und -Camaro mit 8,5 Meter Strecke für rund 175 Euro. Und Ninco bietet eine Acht-Meter-Piste ohne Slotcars, aber mit allem Zubehör für 115 Euro. Zehn Meter Bahn reichen fürs Erste aus. Carrera und Scalextric sind übrigens die beiden großen Slotcar-Traditionsmarken, die in den vergangenen Jahren ein fulminantes Comeback feierten und besonders für den boomenden US-Markt viele neue Modelle präsentierten. Scalextric gibt es mit Heim-Rennbahnen im Maßstab 1:32 seit 1958, Carrera seit 1963. Fahrzeuge der frühen Carrera-Universal-Reihe sind heute begehrte Sammlerstücke. Und der Name Carrera-Bahn ist in Deutschland das Synonym für "Elektrische Autorennbahn".
Digitale Rennbahnsysteme mit Fahrbahnwechsel: Chaos auf der Plastikpiste
Noch ziemlich neu und etwas teurer sind die digitalen Slotcar-Systeme von Carrera, Scalextric und SCX. Spezielle Slotcars und Regler erlauben einen zweispurigen Rennbetrieb mit bis zu sechs Fahrzeugen. Hierzu fahren jeweils drei Autos in einer Spur. Spezielle Spurwechsel-Kreuzungen ermöglichen das Überholen. Außerdem rennt bei Bedarf ein Slotcar auch allein auf seiner Spur. Ein Single-Haushalt freut sich darüber ebenso wie das Einzelkind. Für Modell-Freaks und Klassiker-Liebhaber nicht unbedingt ein Muss, denn es entsteht mit den vielen Autos auch auf längeren Bahnen ein ziemliches Chaos mit vielen Unfällen.
Tuning für Einsteiger und Profis: Sensibles Driften ohne Magnete
Denn die Autos gehen einfach höllisch, oft sogar zu höllisch. Alle Slotcar-Hersteller setzen dabei auf starke Magnete, welche das Chassis auf die metallenen Stromleitschienen pressen. Die Autos kleben regelrecht auf der Piste und sind bis zu einem gewissen, recht hohen Tempo idiotensicher zu fahren, um dann ohne jede Vorwarnung aus der Kurve zu fliegen. So kommt jedoch nur wenig Fahrfreude auf. Der Magnet muss weg und wird bei Bedarf durch ein Auswuchtgewicht ersetzt, das man unter die Karosserie auf das Chassis klebt. Oft genügen fünf Gramm. Damit sinkt die Kurvengeschwindigkeit, und der Bremsweg der Slotcars verlängert sich. Umso wichtiger der Fahrtipp: Zum Bremsen ganz und komplett vom Gas gehen.
Die süße Qual der Wahl
Trotzdem macht das Slotcar-Fahren ohne Magnet mehr Spaß, weil die Mini-Renner viel sensibler auf die Tempobefehle ihrer Piloten reagieren. Jetzt sind problemlos auch elegante Drifts realisierbar. Zudem verlaufen Unfälle ohne Magnet glimpflicher, weil die Abfluggeschwindigkeit in den Kurven weit unter jener mit Magnet liegt. Schließlich verkürzen sich für den Fahrer die Krabbelausflüge durch das Wohnzimmer, um sein havariertes Slotcar einzusammeln, auf ein erträgliches Maß. Unerträglich ist dagegen die Qual der Wahl beim Fahrzeugkauf. Selbst der Herstellerzwerg Pink Car bietet den Ferrari 250 GTO in sieben Ausführungen an: zum Beispiel das Coupé von Graham Hill mit hellblauer Schnauze, in Weiß mit blauem Streifen (Laguna Seca 1963) oder ganz in Grün (Daytona 1964). Herrlich, diese Qualen.
Hersteller und Händler für Slotcars 1:32
Alle hier genannten und in der Foto-Show gezeigten Slotcars fahren auf den vier bekannten Bahnsystemen von Carrera, Ninco, Scalextric und SCX. Eventuell muss der Leitkiel in der Höhe etwas verkürzt werden. In der Regel genügen bei „Google“ die Angaben von Hersteller und Modell (z.B. „Carrera BMW 2002 ti“), um im Internet entsprechende Händler-Angebote zu erhalten. Die Fahrzeuge sind im Spielwaren-Fachhandel und im Internet bei Slotcar-Spezialisten sowie bei E-Bay erhältlich. Hier kommt man unter "Modellbau" und "Mehr" zu "Rennbahnen & Slotcars". Die Preise liegen zwischen 30 und 50 Euro, für seltene Sammlerautos auch deutlich darüber.
Hersteller:
www.carrera-toys.com
www.flymodelcars.com
www.ninco.com
www.scalextric.com
www.scx.es
Händler:
www.ht-autorennbahn.de
www.rennbahnhaus.de
www.rk-slotcars.de
www.slot32.de
www.slotfun.de
www.slotitnow.com









