In die Siegerlisten der Formel-Klassen tragen sich Routiniers wie auto motor und sport-Mitbegründer Paul Pietsch (1951) und kommende Stars wie Stirling Moss (1953) ein. Mit Blick auf das Comeback der Daimler-Benz AG wird 1955 das Eifelrennen für Rennsportwagen ausgetragen: Juan Manuel Fangio und Stirling Moss feiern in ihren 300 SLR einen Doppelsieg - zugleich der letzte Auftritt des Werksteams von Mercedes-Benz vor heimischem Publikum, weil der deutsche Formel 1-Grand Prix des Jahres 1955 nach der Unfalltragödie von Le Mans gestrichen wird. Rennwagen sollen danach wieder im Mittelpunkt des Eifelrennens stehen, das nun auf der Südschleife stattfindet. Die Formel Junior gibt 1959 ihr Debüt, Wolfgang Graf Berghe von Trips gewinnt vor Michael May und Gerhard Mitter.
Die Sechziger
1964 kehrt die Formel 2 zurück und wird ab 1967 mit der Aufstockung auf 1,6 Liter Hubraum zum Publikumsmagneten, weil mit BMW ein deutscher Autokonzern mitmischt. Das Eifelrennen am 23. April 1967 soll den ersten Auftritt vor heimischem Publikum bescheren. Während das erste Training wegen Schneefalls abgesagt wird, tagt in München der BMW-Vorstand: In Snetterton und Silverstone hat es peinliche Ausfälle gegeben, den Lola-BMW M 11 Typ Apfelbeck fehlt es an Erprobung. Am Samstagmorgen kommt die Botschaft: BMW startet nicht! Es beginnt ein gewaltiges Hin und Her, den hektischen Telefonaten bereitet BMW-Vorstand Paul Hahnemann ein Ende: Jo Siffert und Hubert Hahne dürfen doch am Eifelrennen teilnehmen. Und auch John Surtees, der in seinen Lola ein Cosworth FVA-Triebwerk einsetzen sollte, darf mit dem BMW-Motor vom dritten Startplatz aus antreten. Verkündet wird das Ganze im Aktuellen Sportstudio des ZDF am Samstagabend - weshalb trotz Schnee und Nebel am Rennsonntag 57.000 Zuschauer Richtung Südschleife pilgern: Jochen Rindt gewinnt im Winkelmann-Brabham BT 23, John Surtees wird im Lola-BMW Zweiter, und Hubert Hahne landet im Werks-BMW auf Platz vier hinter Jacky Ickx im Tyrrell-Matra.
Es sind die Zeiten, in denen aktuelle wie kommende GP-Stars sich in der Formel 2 ein Stelldichein geben - und damit auch dem Eifelrennen nach vierzig Jahren wieder neue, markante Konturen verpassen. Für Rennfans ist das alljährliche Formel 2-Gastspiel so etwas wie der Aufgalopp vor dem Formel 1-Grand Prix, schließlich findet das Eifelrennen ab 1969 sogar wieder auf der Nordschleife statt: Jackie Stewart gewinnt im Matra M S7, Jo Siffert feiert mit Platz zwei sein bestes Saisonresultat im BMW-Formel 2, während Jochen Rindt und Graham Hill mit ihren Lotus 59 auf der Strecke bleiben.
Das Eifelrennen beschert einen der letzten Auftritte von Rennwagen mit unreglementiert in die Höhe wachsenden Flügeln. Eine Woche später kollabieren die allzu filigranen Leitwerke an den Formel 1-Lotus 49 auf dem Montjuich-Stadtkurs von Barcelona - Hill und Rindt überleben mit viel Glück ihre fürchterlichen Unfälle beim spanischen Grand Prix. Ein Jahr später triumphiert Jochen Rindt im Formel 2-Lotus 69 erstmals auf der Nürburgring-Nordschleife, gewinnt am 3. Mai 1970 das Eifelrennen vor Derek Bell, Rolf Stommelen und Emerson Fittipaldi und fährt mit 8.16,2 min bei einem Schnitt von 165,71 km/h auch die schnellste Runde des Rennens.
Tödliche Unfälle mehren sich
Ein paar Wochen später, nach den tödlichen Unfällen von Bruce McLaren und Piers Courage in der Formel 1, von Hans Laine beim Training zum 1.000km-Rennen sowie von Herbert Schulze beim Tourenwagen-GP, wird Jochen Rindt vehement Verbesserungen der Sicherheitseinrichtungen entlang der Nordschleife fordern: "Es geht um den Fortbestand von Rennen überhaupt. Denn die sich häufende Zahl von zum Teil tödlichen Unfällen könnte zu einem Verbot führen." Am Ende steht der Fahrerboykott, der Formel 1-GP 1970 wird kurzfristig auf den Hockenheimring verlegt. Für rund 17 Millionen Mark wird die Nordschleife umgebaut, mit doppelten Leitplanken versehen und am 5. Mai 1971 wieder eröffnet - natürlich mit dem Eifelrennen der Formel 2, das François Cevert vor Emerson Fittipaldi und Carlos Reutemann gewinnt.
Die Formel 2 startet noch bis 1983 auf der Nordschleife, sechs Jahre länger als die Formel 1. Jochen Mass gewinnt das Eifelrennen 1972 und 1977 jeweils in einem Werks-March, Stefan Bellof verpasst 1982 im Maurer-BMW den Sieg, landet nach Boxenstop auf Platz 5, fährt aber mit sagenhaften 7.06,51 min die schnellste Runde. 1983, beim letzten F2-Gastspiel, ist die Nordschleife wegen der Umbauarbeiten für den neuen GP-Kurs auf 20,8 km verkürzt und nicht mehr im Originalzustand. Beppe Gabbiani gewinnt vor Alessandro Nannini und Christian Danner. 1984 wird der neue Nürburgring eröffnet - nicht mit dem Eifelrennen, das soll erst ein Jahr später wieder stattfinden und die Deutschlandpremiere der Formel 3000 bescheren. Doch Schneefall sorgt für die ersatzlose Absage - fast schon ein Symbol für das Ende der großen Rennwagen-Tradition beim Eifelrennen. Für die Auftritte anderer Rennklassen, allen voran der DTM, findet der Name noch eine Weile Verwendung, ruht schließlich die vergangenen drei Jahre, um vom 26. bis 28. September 2008 eine neue Ära einzuleiten: Mit der Vergangenheit zurück in die Zukunft - das Eifelrennen gehört künftig den Klassikern.

