In Gaggenau tritt ein Unimog gegen Pinzgauer und Haflinger an. Nach den Testfahrten steht fest: Ein Kooperationsprojekt soll den idealen Geländewagen bauen. Bei Puch trägt die Entwicklung den Namen Haflinger 2, bei Mercedes W460. Später wird daraus das bekannte "G".
Die Zusammenarbeit beginnt mit einem Duell: Weil der Unimog bei einer Ausschreibung des Schweizer Militärs gegen den Steyr-Daimler-Puch Pinzgauer verliert, schlägt Mercedes eine Vergleichsfahrt zwischen Haflinger und Pinzgauer mit dem Unimog auf dem Mercedes-Testgelände im badischen Gaggenau vor.
Kooperation zwischen Deutschen und Österreichern
Da sich die Puch-Modelle dabei hervorragend schlagen und man sich ganz gut versteht, beginnen Kooperationsgespräche zwischen den Deutschen und den Österreichern. Wie Egon Rudolf in seinem Buch "Puch. Eine Entwicklungsgeschichte" (Weishaupt Verlag 2007) beschreibt, beschließen die Vorstandschefs bald die gemeinsame Entwicklung eines leichten Geländewagens.
Der läuft bei Steyr-Daimler-Puch zunächst unter der Bezeichnung Projekt H II (Haflinger 2), bei Mercedes als W460. Puch präferiert erst einen selbsttragenden Aufbau. Weil sich aber mit einer Rahmenkonstruktion mehr Aufbauvariationen realisieren lassen, bekommt der H II einen massiven Kastenrahmen.
Das Ergebnis sollte kompromisslos sein
Die Österreicher sorgen für den Allesüberwinder-Allradantrieb
Während Mercedes Achsen aus dem Transporter- und Motoren aus dem PKW-Programm liefert, kümmert sich Puch um die Entwicklung des Allradsystems. Das Auto soll ein kompromissloser Allesüberwinder werden, bekommt ein vollsynchronisiertes Verteilergetriebe. So lässt sich der 4x4-Antrieb auch bei Fahrt zuschalten. Als Extra gibt es 100-Prozent-Differenzialsperren an den Achsen.
Nach sieben Jahren Entwicklungszeit und extremen Testfahrten, die die Unzerbrechlichkeit des Wagens garantieren, startet im Februar 1979 die Produktion der Mercedes-Benz G und Puch G genannten Modelle bei Steyr-Daimler-Puch in Graz. Etwa zehn Prozent der Produktion entfallen auf die Puch-Version.
Mercedes G als Worker oder Greenline
1990 wird der W460 grundlegend überarbeitet und aufgeedelt. Er bekommt permanenten Allradantrieb, eine modifizierte Karosserie, heißt jetzt W463 und wird bis heute gebaut. Eine Mischform - 460-Karosserie mit 463-Technik - ergänzt als W461 das Programm. Es gibt ihn in der Nutzfahrzeugversion Worker und als Militärvariante Greenline. Über die Jahre bietet Mercedes mehr als zehn verschiedene G-Versionen an: vom offenen G mit klappbarer Frontscheibe über den Kastenwagen und den Pickup bis zum langen Station oder dem Cabrio mit E-Verdeck.
Autor: Sebastian Renz
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