90 Jahre BMW: Mit einem Propeller fing alles an...

1923 bis 1970: Vom ersten BMW-Sechszylinder, der den Grundstein dieses erfolgreichen Motorenlayouts legte, über den Barockengel bis zum 2002 turbo.

1923: BMW-Steckenpferd: der Reihensechszylinder

Ab 1933 zeigte BMW die bis heute jedem Kind bekannte Niere im Kühlergrill und begann mit dem 1,2-Liter-Reihensechszylinder eine bis heute währende Erfolgsgeschichte. Schon damals für seine Laufruhe und gleichmäßige Leistungsentfaltung bekannt, sind dies immer noch die Charakterzüge aktueller Reihensechser von BMW.

1936: 315/20 PS

Es folgten BMW 315/1 mit 40 PS aus einem auf zwei Liter Hubraum vergrößertem Sechszylinder mit Dreivergaseranlage, die bereits eine Vergaserheizung mittels Abgasen besaß. 1936 überraschte BMW mit dem 326, einem neuartigen Mittelklassemodell mit hydraulischer Bremsanlage, das 115 km/h erreichte. Übertrumpft wurde der 326 allerdings noch im gleichen Jahr von dem 328 – dem für Viele schönsten BMW-Sportwagen aller Zeiten. Nur 830 Kilogramm Leergewicht standen 80 PS in der Serienversion gegenüber. Der Zweiliter-Reihensechser beschleunigte den Serien-328 auf 155 km/h und galt als Prototyp eines Sportmotors. Wettbewerbsmotoren leisteten mit speziellen Kraftstoffen bis zu 136 PS. 1941 wurde der Motor Testweise mit Einspritzung ausgestattet.

1951: Barockengel BMW 501

In der Nachkriegszeit ließ sich BMW lange Zeit mit einer Neuentwicklung. Erst zur IAA 1951 erschien mit dem Barockengel 501 ein Technologieträger. Nadelgelagerte Dreiecksquerlenker mit Torsionsstab-Federung, vollsynchronisiertes Vierganggetriebe, das weit hinten unter den Vordersitzen saß und mittels einer Gelenkwelle mit dem Motor verbunden war. Das alles sorgte in Verbindung mit dem weich gelagerten Motor und einem 65 PS starken Reihen-Sechszylinder für Laufruhe und Komfort.

1954: Erster Leichtmetall-Achtzylinder

1954 trumpfte BMW mit dem ersten Achtzylinder der Nachkriegszeit und dem ersten serienmäßigen Leichtmetallmotor. 210 Kilogramm, nur 28 mehr als der Sechszylinder des 501, brachte der V8 des 502 auf die Waage. Und war gespickt mit technischen Finessen. Jeder Kolben besaß vier Ringe und lief in nassen Laufbuchsen, automatischer Ventilspielausgleich sorgte für korrektes Spiel im kalten und warmen Zustand.

1960er: Erfolgs- und Volumenmodell: Die neue Klasse

Anfang der 60er wuchs der Bedarf an sportlichen Autos, die auch der fünfköpfigen Familie genügend Platz bieten – BMW füllte diese Lücke erfolgreich mit der neuen Klasse. Sie legte den Grundstein für das sportliche Markenimage. Die 02er Baureihe wurden von dem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 80 PS angetrieben, den Alexander von Falkenhausen entwickelt hatte. Mit ihm waren 150 km/h möglich. Auf der Basis dieses Triebwerks entstanden größere Vier- und Sechszylinder von 1502 bis 2002.

1968: Reihensechszylinder par excellence

Den Ruf des seidenweich laufenden Sechszylinders erneuerten und festigten ab 1968 die großen Limousinen und Coupés der 2500 und 2800 Baureihen. Die siebenfach gelagerte Kurbelwelle mit zwölf Gegengewichten fügten noch das Adjektiv "turbinenartig" zu den Lobgesängen hinzu. Eine neuartige Brennraumform, Dreikugel-Wirbelwannenbrennraum genannt, sorgte zudem für enorme Leistungsausbeute: 150 PS im 2500, 170 PS im 2,8-Liter.

1970: Erster Turbo aus Europa

Der 1970 erschienene 2000 tii verdeutlichte die Reserven der Motorenkonstruktion: Mit mechanischer Benzineinspritzung erreichte er 130 PS. Doch drei Jahre später war dies nur Makulatur – der 2002 turbo erreichte 170 PS und 210 km/h. Leider versetzen ihm die in Folge der Ölkrise auf von 90 Pfennig pro Liter gestiegenen Benzinkosten den Todesstoß.

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kkl

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