Das Gerücht kursierte seit Jahren in der Borgward-Szene: Irgendwo existiere noch ein Schatz an Material aus dem Bremer Borgward-Werk. Dies jedoch nicht in Form von Automobilen oder Teilen, sondern auf Papier und Zelluloid.
Zum Glück konnte Kurt Ochmann nichts wegerfen
Teils gedruckt, teils handgeschrieben gäbe es da Umzugskartons voller Listen, Originalprospekte, Korrespondenzen, Fotos, Filme, Werbemittel; dabei auch jede Menge von Handentwürfen etwa neuer Borgward-, Goliath- oder Lloyd-Schriftzüge, -Signets und -Schauräume, zusammengestellt in den unzähligen Kladden des langjährigen Borgward-Werbeleiters Kurt Ochmann. Der habe nichts wegwerfen können, und da Ochmann vom Kriegsende an bis zum tragischen Firmenuntergang 1961 für das Werk tätig gewesen sei, fände sich bei seinen gesammelten Unterlagen praktisch die gesamte Dokumentation der Nachkriegsgeschichte aller Borgward-Marken.
Jetzt ist der Schatz gehoben worden. Ein kleines Landhaus bei Worpswede hat die Stücke fast ein halbes Jahrhundert lang bewahrt. Nun werden sie versteigert, und zwar am 6. und 7. November von Seidel & Friedrich in Ladenburg, in den geschichtsschweren Räumen des Museums Carl Benz Söhne. Eine Erklärung, weshalb Borgward sich noch für die IAA 1961 anmeldete, vier Wochen zuvor aber in die Insolvenz gezwungen wurde, wird auch der vermutlich letzte große Borgward-Schatz nicht liefern. Dafür aber eine Unmenge neuer Memorabilien von den Autos im Zeichen des Rhombus.






