Die Designer des BMW 5er

BMW E60: Chris Bangle "Cars are art, cars are what we are"

BMW 5er Designer

Er ist der wohl umstrittenste Automobil-Designer der Welt: Chris Bangle, der dem 7er-BMW einen aufgesetzten Rucksack verpasste, der zunächst belächelt, später jedoch kopiert wird.

Der Amerikaner Chris Bangle ist die größte Zeit seines Berufslebens in Deutschland tätig. Schon 1981, mit 25 Jahren, beginnt bei Opel in Rüsselsheim im Interieurdesign. Wie schnell er seinen Karriereweg beschreitet, verdeutlicht, dass er schon zwei Jahre später als das Interieur-Design verantwortet.

Mehr als 20 BMW-Modelle entstehen unter Federführung Chris Bangles

Doch Bangle will noch schneller weiterkommen. Logische Konsequenz: Der Wechsel. Zuerst 1985 zum renommierten Centro Stilo von Fiat, wo er das Coupè Fiat und den Alfa Romeo 145 zeichnet und das er 1992 als Direktor wieder in Richtung Deutschland, genauer: München, verlassen wird.

Der damalige Entwicklungsvorstand Wolfgang Reitzle engagiert den Amerikaner und macht ihn schließlich zum Chefdesigner. Damit beginnt die umstrittene Bangle-Ära bei BMW, die bis 2009 andauert. In den 17 Jahren seiner Tätigkeit für BMW, leitete er die Designentwicklung für mehr als 20 Modelle des BMW-Konzerns.

Der Amerikaner erarbeitet bei BMW über die Jahre eine neue Formensprache im Automobildesign. Bei manchen Gestaltungselementen war er seiner Zeit offenbar weit voraus, bestes Beispiel ist der 7er-BMW der Baureihe E65. Während der Vorgänger (E38) von Claus Luthe zeigte, dass eine Oberklasse-Limousine durchaus kompakt und zurückhaltend wirken kann, geht Bangle mit dem 2001 erschienenen Nachfolger in die Vollen - und vergrätzt viele treue 7er-Kunden (Es sei erwähnt, dass schon bei dem E65 Adrian van Hooydonk maßgeblich beteiligt war). Zu modern, zu kantig, zu mächtig - zu heftig gerät für sie die Linie des Flaggschiffs. Die Auseinandersetzungen kulminieren am Heck - die optisch aufgesetzt wirkende Heckklappe wird fortan als Bangle-Buckel verunglimpft. So emotional wurde selten zuvor eine Diskussion über Automobildesign geführt. Im Internet wird eine Kampagne gestartet, die zum Ziel hat, Bangle als Designchef zu stürzen.
 
Was außerdem noch zu massenhafter Abwanderung der Kundschaft sorgt, ist das neue Bedienungssystem iDrive. Mittlerweile wurden die meisten der kritisierten Designelemente und die Bedienung über einen Dreh-Drückschalter wie bei iDrive von anderen Herstellern übernommen oder kopiert.

Bruch mit dem Alten – das Design des E60

Bei dem 5er, der unter der Regie von Chris Bangle entsteht und 2003 auf den Markt kommt, finden sich viele der Gestaltungs-Elemente des 7er-BMW, wenn auch in abgemilderter Form. Am auffälligsten ist zunächst das Frontdesign. Keine Doppelscheinwerfer, sondern mandelförmige Scheinwerfer, die weit in die Kotflügel herumgezogen sind, die breite Niere und die doppelte Sicke, die pfeilförmig nach vorne zuläuft. Der starke Kontrast von konkaven und konvexen Flächen und die damit verbundenen Schattenwürfe sorgen für Dynamik schon im Stand. Das Heckdesign folgt der Linie des E65, der Buckel ist allerdings nicht so stark ausgeformt. Der E60 stellt eine neue Ära dar und löst sich gestalterisch von seinen Vorgängern.

Chris Bangle verlässt 2009 BMW, 52 Jahre alt, um sich Tätigkeiten auch außerhalb der Automobilindustrie zu widmen. Sein Nachfolger wird Adrian van Hooydonk.

Die Designer der BMW 5er:

- Paul Bracq

- Claus Luthe

- Joji Nagashima

- Chris Bangle

- Adrian van Hooydonk

BMW 5er Historie
Jahr
1968 Beginn der Entwicklungsarbeiten für den Nachfolger der Neuen Klasse.
1970 Auf dem Autosalon Genf präsentiert BMW die Studie Garmisch, ein Coupé, das einige Elemente des späeteren 5ers zeigt.
1972 Der neue BMW 520/520i (E12) löst den BMW 2000 ab.
1973 Die Fabrikation wird in das neue Werk nach Dingolfing verlegt. Im selben Jahr erscheint der 525 mit Sechszylindermotor.
1974 Mit dem 518 rundet BMW die Modellreihe nach unten ab.
1975 Mit 2,8 Liter Hubraum und 165 PS ge-rät der neue 528 zum neuen Fünfer-Topmodell.
1976 Serie 2 löst Serie 1 ab: BMW retuschiert die Karosserie: die Heckleuchten werden größer, die Niere ragt weiter nach oben in die Motorhaube.
1977 Statt des Vierzylinders arbeitet im 520 ein neuer Sechszylindermotor. Der 528i ersetzt die Vergaser-Variante.
1981 Die E12-Baureihe wird vom E28 abgelöst, der weitgehend auf dem Vorgänger basiert.
1981 Produktionsende E12: Nach 699.094 Exemplaren läuft die erste 5er-Generation aus.
1983 Neue Sparsamkeit: BMW 525e und 524td erscheinen auf der Bildfläche.
1985 Facelift für den E28 und neue Motorvarianten: Zweiliter-Sechszylinder im 520i, M 535 i.
1985 Der erste BMW M5 wird vorgestellt.
1987 Produktionsende der zweiten 5er-Generation nach 722.328 Exemplaren
1987 Der neue E34 löst den E28 ab.
1990 Einführung der neuen Vierventilmotoren (M50).
1991 Der neue 143 PS starke M51-Dieselmotor löst den M21 ab.
1991 Die Kombiversion Touring wird angeboten.
1992 Der BMW 525iX mit Allradantrieb erscheint auf der Bildfläche.
1992 BMW bietet V8-Motoren an: 530i mit 218 PS und 540i mit 286 PS.
1994 Alle Modelle erhalten das Frontdesign der V8-Modelle mit breiterer Niere.
1995 Die letzten E34-5er laufen vom Band. Nach 1.333.412 Exemplaren, darunter 124.704 Touring, ist Schluss.
1995 Marktstart der vierten Generation, des E39
1995 Mit dem 518g beschreitet BMW neue Wege: Erstmals ist ein Erdgas-fähiger 5er zu haben.
1996 Endgültiges Produktionsende des E34.
1997 Einführung des E39-Touring.
1998 Optimierte Motoren mit VANOS auch bei den Auslassventilen.
2003 Mit 1.488.038 Exemplaren stellt die vierte Generation des 5ers einen neuen Absatzrekord auf. Bis 2004 wird noch der Touring (266.209 Exemplare) weitergebaut.
2000 Facelift der BMW E39-Baureihe: Scheinwerfer mit Lichtringen, neue M54-Motoren, Stoßfänger in Wagenfarbe, überarbeitete Niere, neue Frontschürze.
2003 Die fünfte Generation, der E60 steht bei den Händlern
2004 Einführung der E61 genannten Touring-Version.
2007 Modellpflege des E60: Neue Stoßfänger, Heckleuchten mit LED-Technologie, Scheinwerfer in Klarglas-Optik, überarbeitete Niere, überarbeitetes iDrive mit programmierbarer Tastenbelegung.
2010 Ab März 2010 gibt es die sechste Generation des 5ers zu kaufen, die sich nun F10 nennt.
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Kai Klauder

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