Fahrverbote wegen Feinstaub: Stuttgart macht 18 Monate früher dicht

Im Kampf gegen den Feinstaub verschärft Baden-Württemberg die Gangart. Deutschlands Feinstaub-Hochburg Stuttgart wird anderthalb Jahre früher als bisher geplant für Autos gesperrt, die wegen veralteter Abgastechnik nur eine rote Umweltplakette bekommen.

Schon vom 1. Juli 2010 an dürfen nur noch Wagen mit gelber oder grüner Plakette in Stuttgart fahren, kündigte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Dienstag (10.11.) an. Zudem gilt vom 1. März 2010 an ein Durchfahrtverbot für Lastwagen.

Stuttgart bleibt weiter Feinstaubhochburg

Die Feinstaubwerte in der Stuttgarter Innenstadt sind bundesweit bereits das vierte Jahr in Folge am höchsten. An der Messstelle Neckartor wurde der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im vergangenen Jahr an 79 Tagen überschritten. Die Umgebung der Messstation sei stark bebaut, zudem gebe es eine Ampelkreuzung, an der die Autos anfahren, hieß es in einer im Januar 2009 vorgestellten Studie des Umweltbundesamtes.

Die Feinstaubwerte in Deutschland sind 2008 aber insgesamt weiter gesunken: So wurden am Neckartor die EU-Grenzwerte 2005 noch an 187 Tagen, im Jahr 2006 an 175 Tagen und im Jahr 2007 an 110 Tagen überschritten. "Für eine generelle Entwarnung ist die Belastung an vielen Stellen noch viel zu hoch, trotz der positiven Tendenz".

Über die erlaubten 35 Tage kamen laut Umweltbundesamt im Jahr 2008 weitere 18 der insgesamt 421 Stationen in Deutschland. Besonders betroffen ist neben dem Raum Stuttgart demnach Nordrhein-Westfalen.

Feinstaub stammt unter anderem aus Dieselfahrzeugen, Haushalten und der Industrie. Um zumindest die größten Feinstaub-Schleudern langfristig aus dem Verkehr zu verbannen, haben mittlerweile bundesweit Dutzende von Städten Umweltzonen eingerichtet, darunter Stuttgart, Berlin und München. Autos dürfen in diesen Zonen nur dann unterwegs sein, wenn sie mit einer Feinstaub-Plakette versehen sind.


Die kleinen Feinstaub-Partikel sind für die menschliche Gesundheit deshalb gefährlich, weil sie in Nase und Rachen nicht hängen bleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Die Stationen des Umweltbundesamtes messen die Konzentration des sogenannten PM10- Feinstaubes mit Teilchen von weniger als 10 Mikrometern Durchmesser.

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dpa/uba

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