Oder einfach ein US-Car mit V8-Motor kaufen - wie ich es 1983 zum ersten Mal machte. Es war ein braver 78er Chevrolet Camaro LT mit Fünf- Liter-V8 und Dreigang-Automatik. Unter seinem Fahrersitz fand ich ein Sechs-Millimeter-Projektil.
Der Sound war anfangs bescheiden
Bis ich den funktionslosen Einrohr-Kat-Auspuff durch eine originale Doppelrohr-Anlage des Sportmodells Z28 ersetzte. Von den Krümmern führten direkt zwei Rohre unter dem Wagenbogen hindurch zum unter dem Heck quer eingebauten Gemeinschafts-Schalldämpfer mit zwei Endrohren. Der Grummelklang massierte sogar die Insassen, blieb draußen jedoch erträglich und TÜV-tauglich. Tatsächlich atmete der V8 deutlich freier.
Trotz der nominell mageren 145 DIN-PS waren zwei scharze Streifen beim Herausbeschleunigen aus Tankstellen Ehrensache – womit wir endlich beim Thema Fahrcharakteristik wären.
Wir fahren zunächst in der City
Denn hier ist ein V8-Coupé aus den USA der Ampelkönig. Das klappt auch mit meinem 87er Trans Am GTA ganz gut, der meinen Camaro ersetzt hat. Sein 5,7 Liter großer Einspritz-V8 mit rund 240 DIN-PS bei bescheidenen 4500/min wird durch die Serienbereifung im Format 245/50 R16 wirkungsvoll unterstützt.
Auf der langen Welle reiten
Dank reaktionsschneller Automatik kann vom Stand bis auf etwa 60 km/h keiner der drehmomentschwachen, modernen Vierventil-V8 mithalten. Und dann geht‘s dank Automatik, wenn man als braver Bürger bei 60 km/h vom Gas geht und auf der grünen Welle reitet, relativ lautlos und fast ewig dahin. So entstand im Übrigen der Vergleich von US-Autos mit Booten: Es ist nicht nur das etwas schwammige Fahrverhalten der komfortbetonten Luxuslimousinen, sondern auch das lässige Dahingleiten nach einem kurzen, nur zwei Sekunden dauernden Gasstoß. Auf der Autobahn hingegen bei 150 km/h und etwa 3000/min brummt der V8 mit der beruhigenden Souveränität einer alten Ju 52.
Stimmt das Package, machen sogar Kurven Spaß
Hier werden die V8-Cars gern unterschätzt - besonders mein GTA, den vier Scheibenbremsen, stramm abgestimmte Gasdruck-Stoßdämpfer und daumendicke Stabis hart und mitleidslos auf der Straße halten..
Doch damit nähern wir uns der dunklen Seite der Macht:
Den fetten Reifenbacken unter dem zum Himmel ragenden Wagenheck, den Kompressorhutzen auf der Motorhaube und den Lenkrädern aus verchromten Kettengliedern. Wahre Yedi-Ritter meiden die Attitüden der Imperator-Horde und erfreuen sich am Spieltrieb und Wissen der fantastischen GM-, Ford-, Chrysler- und AMC-Ingenieure, welche diese wunderbaren Autos einst für uns erschufen. Nur original ist originell.


