Filmautos von Batman, Knightrider und James Bond

George Barris macht Batman & Co. mobil

Kaum ein großer Hollywoodstreifen der letzten 40 Jahre kam ohne die Autos von George Barris aus. Was wären Batman, Knightrider, James Bond oder die Ghostbusters ohne ihre coolen Mobile?

George Barris ist über 80 und kennt das Geschäft wie kein anderer in Hollywood. "In den 40er Jahren war ich überhaupt der erste, der angefangen hat, Autos zu veredeln", so Barris, "ein paar Jahre später kamen dann die Filmproduktionen dazu."

Batmobil brachte den Filmauto-Durchbruch

Bekannt wurde George Barris Mitte der 60er Jahre. Für den Streifen Bat Man mit dem dynamischem Duo Adam West und Burt Ward suchten die Produzenten jemanden, der innerhalb von drei Wochen ein charismatisches Batmobil kreieren konnte. Barris nickte und arbeitete mit seinem Team Tag und Nacht an dem schwarzen Fledermaus-Renner. Heraus kam eines der extravagantesten Autos der Filmgeschichte. Das über fünf Meter Batmobil auf Ford-Basis war der Schrecken aller Bösewichte. Catwoman, der Riggler und der schnatternde Pinguin bissen sich an dem mit Raketenwerfer, Radar, Schleudersitz und Nebelmaschine ausgestattetem schwarzen Fledermaus-Mobil die Zähne aus. Für viele Filmfans war das Batmobil, unter dessen Kunststoffkarosse ein Ford steckte, der eigentliche Star des Films und der später anlaufenden Fernsehserie.

Barris Kustom Productions war seitdem in aller Munde. Wenn ein Regisseur oder ein Filmteam in kürzester Zeit einen nahezu unmöglichen Auftrag zu erledigen hatten, sprang Barris auf die Bühne und wurde so zum gefeierten Star ohne Namen. Und das nicht nur in Hollywood. Der rüstige 80er baute ebenso die fahrbaren Filmuntersätze für Produktionen in Europa und Asien. Stars wie John Lennon, Burt Reynolds, John Travolta oder Dean Martin ließen sich seit den späten 60er Jahren auch ihre privaten Spielzeuge wie Chevrolet Camaro, Rolls Royce oder Porsche 911 tunen. 

Viele Fimautos wären ohne Barris undenkbar gewesen

Über die Jahrzehnte hat sich jeder, der in Hollywood als etwas galt, in den Ausstellungsräumen von George Barris verewigt. Wer seine Firmenzentrale in auf dem Riverside Drive in North Hollywood besucht, wird kaum ein Fleckchen Tapete entdecken können. Die Räume sind mit Fotografien gepflastert - auf allen ist Barris mit Stars und Filmsternchen zu beäugen. Den Rest der Wände bedecken Filmplakate; die meisten aus den 60er, 70er und 80er Jahren, in denen der Senior seine erfolgreichste Schaffenszeit hatte. Gerade bekannte US-Fernsehserien wie A-Team, Knight Rider, Bat Man, The Dukes, ein Colt für alle Fälle oder Magnum wären ohne die Barris-Autos undenkbar gewesen.

"Im Laufe der Jahrzehnte habe ich dafür wohl jeden nur erdenklichen Preis bekommen", gilt sich George Barris in seiner guten Stube alles andere als zurückhaltend, "nur einen Oskar hat es nie gegeben. Dabei waren meine Autos in vielen Streifen die echten Stars." In seinem größten Ausstellungsraum stehen drei besonders prominente Fahrzeuge. Neben dem Evergreen Batmobil der zweiten Generation kann man hier unter anderem auch den "Little Bastard", den Porsche 550 von James Dean bestaunen. Gleich daneben die originale Filmversion des schwarzen Pontiac Trans Am, den seit den späten 80er Jahren jeder nur unter "KITT", dem Sportwagen von Knight Rider David Hasselhoff, kennt. Auf die Frage, wie viele Fahrzeuge er über die Jahrzehnte gebaut habe, schüttelt Barris nur der Kopf: "Keine Ahnung. Es waren tausende. Ich habe jedes der Autos geliebt wie meine Kinder."

Barris hat einen Hollywood-Schrein

Über die Jahre hat sich nach Ansicht von Hollywood-Urgestein Barris jede Menge geändert. "Früher mussten die Autos die besonderen Kunststücke auch wirklich können. Rauch, Flammen, Feuerwerke und Sprünge - das wird heute alles am Computer gemacht. Viele der Filmautos haben nicht mal mehr einen Motor unter der Haube." Sehenswert ist bei Barris Kustoms übrigens nicht nur die wenig prominent platzierte Ausstellung von Filmautos. Doch gleich neben seinem winzigen Büro sitzt Barris besonders gern in seinem eigenen Hollywood-Schrein, ein allenfalls zehn Quadratmeter kleinen Raum, der mit Filmdevotionalien und Figuren überquillt. Jeder Film, jede Serie hat in den USA Modellautos und Fanpakete hervorgebracht. Hier findet man sie alle.

Auch heute produziert George Barris Filmautos

Neben den Autos für Hollywood-Produktionen verdient George Barris sein Geld bis heute mit dem Individualisieren von Autos. Auf den großen Tuningmessen dieser Welt ist er daher ein gern gesehener Gast. "Wir bauen zum Beispiel in den Toyota Prius einen Lithium-Ionen-Aku ein. Dann hat der Reichweite von über 70 Meilen pro Gallone Kraftstoff." Tuning und das in den USA besonders beliebte Customizing hat unter der anhaltenden Autokrise bisher nicht zu leiden. "Meine Bücher sind voll. Ich mache eben für jeden etwas. Bei mir gibt es Aufträge zwischen einem und einer Million Dollar.

So läuft eben das Geschäft", tönt Barris. Aktuelles Prunkstück ist die heiß gemachte Power-Version des neuen Dodge Challenger mit Namen "Red Daemon". "Der hat bei mir mehr als 750 PS und ist eine echte Rakete. Ich liebe ihn." So gibt es in den mittlerweile fünf Barris-Stationen in den USA und der einzigen Auslands-Dependance in London alle Hände voll zu tun. Die nächsten Filmprojekte laufen bereits. Der ein oder andere mobile Hauptdarsteller dürfte noch von Barris Kustoms kommen.

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press-inform, Grundhoff

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