DeLorean-Historie: De Lorean- Der Drug-Schluss

Wie gerecht das klingt: Eitler Autobauer vergreift sich an Subventionen und stolpert über Drogen-Deals. Doch die Wahrheit um John DeLorean ist anders.

Häme und Schadenfreude könnten größer nicht sein am 19. Oktober 1982: John Zachary DeLorean wird in Zimmer 501 des La Reina Hotels in Los Angeles vom FBI wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen.

Es ist der tiefe Fall eines Stars der Autobranche: Bis 1972 arbeitet DeLorean als Vizepräsident bei General Motors. Weil er dort seinen Traum nicht verwirklichen kann - einen "ethischen Sportwagen" - verlässt er GM. Und breitet sich danach in seinem Buch "On a clear Day you can see General Motors" über die Trantütigkeit des weltgrößten Autoherstellers aus.

Erfolgreicher Lebemann und Träumer

Auch Neider macht sich DeLoran schon zuvor genügend. Er schreibt seinen Namen mit großem L. Das klingt adelig und gefällt John DeLorean, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Er bevorzugt die Concorde bei seinen häufigen Trans-Atlantik-Flügen, kleidet sich wie ein Dressman. Zwei seiner vier Gattinen sind Top Models - und erheblich jünger als er.

1975 gründet er seine eigene Firma, die DeLorean Motor Company (DMC). 1980 entsteht im nordirischen Dunmurry die DMC-Fabrik samt Teststrecke. Die britische Labour-Regierung unterstützt DeLorean mit 100 Millionen Pfund, je zur Hälfte als Subvention und Kredit. Zehn Millionen davon landen auf einem mysteriösen Konto von Colin Chapman, weil Lotus hilft, den von Giorgetto Giugiaro gezeichneten DMC-12 vom Prototypen zum Serienwagen zu entwickeln.

Im April 1981 startet die Produktion. Am Ostersonntag wird die erste Ladung des 25.000 US-Dollar teuren Sportwagens nach Amerika verschifft. Es scheint zu klappen. Dann muss DMC viele Autos wegen miserabler Verarbeitung nacharbeiten. Das fleddert die Finanzdecke. Im Lauf des Jahres bricht der gesamte US-Automarkt ein - und die USA sind der einzige Absatzort für den DMC-12.

Mittlerweile regiert in London Margaret Thatcher. Die Eisere Lady will DMC eigentlich nicht weiter unterstützen, genehmigt widerwillig weitere 30 Millionen Pfund. Doch das genügt nicht, um DeLoreans Traum am Leben zu halten. John DeLorean braucht 1982 dringend mal wieder Geld. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA braucht 1982 dringend mal wieder einen Erfolg.

Unsaubere FBI-Methoden ruinieren den Traum DeLoreans endgültig

Damals stellt das FBI unbescholtenen Bürgern Fallen, um ihr gesetzmäßiges Verhalten zu prüfen. So täuschen verdeckte Ermittler Interesse an einer Beteiligung an der DMC vor. John DeLorean hält sie für Schwerverbrecher, möchte nichts mit ihnen zu tun haben. Doch weil er fürchtet, er oder seine Familie könnten umgebracht werden, geht er auf das arrangierte Treffen in Los Angeles ein. In Zimmer 501 warten die Ermittler. Sie drücken ihm einen Koffer mit Kokain in die Hand und nehmen ihn dann fest.

Nach einem Aufsehen erregenden Prozess wird DeLorean am 16. August 1984 von allen Vorwürfen freigesprochen, die Methoden des FBI von den Geschworenen heftig kritisiert. Es ist eine Blamage für die US-Regierung unter Ronald Reagan.

John Z. DeLorean ist frei, doch seine Firma ist bankrott, sein Ruf ruiniert, und er weiß es. "Würden Sie von mir noch einen Gebrauchtwagen kaufen?", fragt er einen Reporter nach dem Freispruch. DeLorean gewinnt auch einen Prozess, in dem ihm Veruntreuung vorgeworfen wird. Ein paar Mal versucht er einen Neustart als Autoproduzent, doch jeder misslingt. John DeLorean stirbt am 19. März 2005 im Alter von 80 Jahren.

DMC lebt weiter. 1997 erwirbt Steve Wynn die Rechte an der DeLorean Motor Company. In Texas restauriert er alte DMC-12 und baut neue Autos auf - mit all den Verbesserungen, die John DeLorean an seinem Traumwagen nicht mehr verwirklichen konnte.

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Sebastian Renz

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