Maserati-Historie: Die wichtigsten Maserati-Modelle

Einst erzielte Maserati hauptsächlich im Motorsport seine Erfolge, heute zählt der italienische Sportwagenhersteller auch im Bereich der Serienfahrzeuge zu den erfolgreichen Marken: Mit 8.600 Fahrzeugen verkaufte man 2008 so viele Autos wie nie zuvor in der über 90-jährigen Firmengeschichte.

Die Wurzeln der Maserati-Modelle finden sich im italienischen Bologna. Am 1. Dezember 1914 gründete Alfieri Maserati als einer von sieben Brüdern der Maserati-Familie die "Società Anonima Officine Alfieri Maserati".
 

Die Konstruktion von Rennwagen nahm oberste Priorität ein

Am Anfang der Firmengeschichte lag der Fokus auf dem Bau von Rennwagen. Alfieri Maserati, selbst ein erfolgreicher Rennfahrer, schuf mit dem Tipo 26 den ersten Maserati, der mit Alfieri am Steuer sogleich die Targa Florio in seiner Klasse gewann.1926 entstand auch das Firmenemblem: der berühmte Dreizack, den Bruder Mario entwarf - als einziger der Brüder kein Techniker sondern Künstler. Am 3. März 1932 starb Alfieri mit nur 44 Jahren an den Spätfolgen eines Rennunfalls. Daraufhin stieg ein weiterer der Brüder ins Geschäft ein - fortan wurde Maserati wurde von Bindo, Ernesto und Ettore geleitet. 1937 verkauften die Maserati-Brüder ihre Anteile an die Orsi-Familie. Die Brüder blieben aber weiterhin bis 1948 Chefingenieure. 

Maserati A6 1500 erstes Straßenauto von Maserati

Nach dem zweiten Weltkrieg entstand schließlich das erste Straßenauto von Maserati: der A6 1500. Charakteristisch in diesem wie auch den folgenden Modellen war der Reihensechszylinder - beim A6 1500 mit 1,5 Litern Hubraum. Das Gran Turismo-Prinzip sollte sich bis in die Gegenwart fortsetzen. Nachfolger des A6 1500 wurde der 2000 Gran Turismo Tipo A6G, der von 1950 bis 1951 hergestellt wurde. Die geringe Stückzahl erklärt sich durch den geringen Erfolg des Autos - es war zu langsam. Den Höhepunkt der Rennsport-Erfolge erreichte Maserati im Jahr 1957. Juan Manuel Fangio gewann mit dem 250 F die Weltmeisterschaft. Noch im gleichen Jahr zog sich Maserati aus dem Rennsport zurück, entwickelte aber später trotzdem noch Rennwagen wie den legendären Birdcage oder stellte Cooper in der Formel 1 Motoren zur Verfügung.

Maserati-Serienproduktion steht ab 1958 an erster Stelle

1958 markierte dann einen Wendepunkt in der Geschichte von Maserati. Fortan stand die Serienwagen-Produktion an erster Stelle. Der 3500 GT machte den Anfang. Allerdings zeigte sich auch hier die Symbiose aus Rennsport und Serienproduktion - der Dreieinhalbliter-Sechszylinder-Motor stammte aus dem Rennwagen Tipo 350 S. Die finanzielle Not im Jahr 1958 überlebte Maserati nur mit dem 3500 GT, von dem monatlich 20 Exemplare verkauft wurden und der damit der erste Maserati war, der ordentlich Geld brachte.

Der erste Maserati mit 90-Grad-V8-Motor war der 5000 GT (1959 bis 1966), den der neue Chefkonstrukteur Giulio Alfieri für den Schah von Persien baute. Der Motor entstammte auch hier einem Rennwagen - dem Tipo 450S. Eines der bedeutendsten Modelle ist der Quattroporte, den es bis heute gibt und der den ersten Viertürer in der Geschichte Maseratis markierte. Der Maserati Quattroporte I wurde von 1963 bis 1969 gebaut

Citroen übernimmt Anteile der Familie Orsi

Dem Trend zum Mittelmotorsportwagen konnte sich in den 70ern auch Maserati nicht entziehen. Deshalb feierte der Maserati Bora im März 1971 Premiere in Genf, die Produktion startete am Jahresende. Der Clou: Der Fahrersitz konnte nicht verstellt werden,  dafür aber Pedale und Lenkrad. Von Citroen stammte die Hydraulik - denn 1968 übernahm der französische Hersteller Anteile der Familie Orsi. Die Nachfrage nach dem Bora hielt sich in Grenzen. Auch der Merak war mehr oder weniger ein Ergebnis der Symbiose von Maserati und Citroen. Maserati entwickelte für den Citroen SM einen V6-Motor, der nun auch im Merak zum Einsatz kam. Auch Teile der Innenausstattung stammten vom SM.

1976 folgte schließlich die zweite Generation des Quattroporte, der noch unter Citroen-Beteiligung entstand und sich die komplette Technik mit dem SM teilte. Damit war er der erste und bisher einzige Nachkriegs-Maserati mit Frontantrieb. Der meist gebaute Maserati vor der Biturbo-Ära blieb aber der Quattroporte der dritten Generation, der von 1979 bis 1990 hergestellt wurde.

1982 beginn die Biturbo-Ära

Ab 1982 folgte dann der Maserati Biturbo, der die Alfieri-Ära beendete. Weil die Entwicklungskosten gering gehalten werden mussten, blieb er 20 Jahre lang in etlichen Variationen das einzige neue Modell aus dem Hause Maserati. Auch der Karif, Shamal und Ghibli waren mehr oder weniger Biturbo-Klone. Selbst der Quattroporte der vierten Generation aus dem Jahr 1994 basierte auf der Biturbo-Konstruktion. Aus der kurzen Ehe zwischen Maserati und Chrysler ging der Chrysler TC by Maserati hervor - ein amerikanisches Luxus-Cabriolet. 1993 übernahm Fiat die Marke, 1997 wurde sie Ferrari zugeordnet.

Den Neuanfang nach den Biturbos stellte 1998 das Coupé 3200 GT dar. Statt eines V6-Motors hielt unter der Haube wieder ein V8 Einzug. Charakteristisch war nicht nur der Heckantrieb sondern auch die außergewöhnliche Anordnung der Rückleuchten. Endgültig zu seinen Wurzeln zurück kehrte Maserati mit dem Spyder (ab 2001), dem 4200 GT und dem Quattroporte der fünften Generation (ab 2003).

Zurück zum Rennsport mit dem MC12 Corsa

Zurück auf die Rennstrecke fand das italienische Unternehmen mit dem Super-Sportwagen MC 12 Corsa, der für zwölf erlesene Kunden weltweit bestimmt war. Das Auto hat aber keine Straßenzulassung und ist nur für private Testfahrten auf der Rennstrecke gedacht. Das Monocoque besteht aus Karbonfiber, unter der Haube sitzt ein 6-Liter-V12 mit 755 PS. 2007 ging es ähnlich sportlich mit dem Gran Turismo und 2008 mit dem Gran Turismo S weiter. Ebenfalls 2008 wurde die sechste Generation des Dauerbrenners Quattroporte vorgestellt.

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Bianca Leppert

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