Unterwegs im BMW-M3-Ringtaxi: Der Ring, das Auto und ich

Youngtimer 0409 Heftvorschau

Das Debüt des Schnupper-Fotomodells Bianca: Mit dem ersten Ringtaxi über die Nordschleife. Allerdings ohne Diamant-Ring oder Haarschleifchen, sondern in einem BMW M3 mit 200 PS. Festgezurrt am Sitz und mit einem Funkeln in den Augen - nicht am Finger.

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Genau das bin ich an diesem Tag, als ich mit Hans-Jörg Götzl und dem Fotograf Hardy Mutschler von Stuttgart zum Nürburgring hochfahre, um dort den Besitzer des ersten Nordschleifen-Ringtaxis zu einem Fototermin zu treffen.

Auftrag: Ich soll ein bisschen nett in die Kamera lächeln
 
Und das, während ich über die historische Strecke chauffiert werde. Doch die Knipserei rückt völlig in den Hintergrund, als es richtig losgeht und der BMW M3 nur so über die Strecke braust.
 
Uns Frauen wird ja immer unterstellt, wir würden nur auf das Äußere (bei Autos) schauen. In diesem Fall widerspreche ich nicht. Denn was mir als erstes in die Augen springt, ist die nach vorne auslaufende, wehende Zielflagge, die das Heck des heranfahrenden Fahrzeugs ziert. Sie fasziniert mich. Und auch der Rest der weißen Sportlimousine hat einen gewissen Charme. Die breiten Reifen mit den weißen Turbinenfelgen passen zum Auto, die schwarz-grau gescheckten Sitze und auch der Fahrer mit seinem offenen Lächeln ist sehr sympathisch.
 
Erste Sitzprobe - mir fällt gleich auf, dass die Schaltung ein bisschen anders als normal aufgebaut ist. Rückwärtsgang und 1.Gang liegen auf einer gemeinsamen Schaltebene, daneben folgen 2 und 3 und zum Schluss die Paarung 4 und 5. Wie ich später erfahre ist das ein Hinweis auf ein Sportgetriebe, damit der Rennfahrer schneller die Gänge wechseln kann. Ist natürlich einleuchtend. Bin mal gespannt, wie der Taxidriver dies auskosten wird.
 
Mit Schrittgeschwindigkeit verlassen wir die Ringtaxi-Parkbox und kommen vor den Schranken zum Stehen. Nur noch diese trennen den BMW M3, meinen Chauffeur und mich vom Geschwindigkeitsrausch auf der Nordschleife. Ein erstes Gefühl macht sich breit, klein und mulmig.
 
Schranke hoch - kurz die Pylonengasse durchfahren und los!
 
Das mulmige Gefühl rast schon längst nach den ersten Kilometern davon. Mir ist klar, hier bin ich in guten Händen. So kann ich mich dem Erlebnis Ringtaxi voll und ganz hingeben - in den Kurven mitgehen, mit den Füßen intuitiv mitbremsen und natürlich auch Gas geben - ich bin ganz in meinem Element.
 
Die bunten Fanschriftzüge auf dem Boden der Rennstrecke scheinen nur so unter uns durch zu fliegen. Beim Überqueren der Kuppe auf dem Streckenabschnitt Kesselchen kribbelt es für einen Augenblick im ganzen Körper, und schon brettern wir auf die nächste Kurve zu. Mit voller Anspannung fiebere ich ihr entgegen. Klasse, es kommt richtiges Rennfeeling auf. Dank der exzellenten Fahrzeugbeherrschung meines Piloten kann ich dies in vollen Zügen genießen.
 
Ich selbst wollte früher immer Rennfahrerin werden - damals als ich mit meinem Papa meist bei der Formel 1 Michael Schuhmacher zugejubelt habe. In diesen Momenten wird ein Teil davon wahr.
 
Ein absolutes Highlight ist für mich auch, als wir uns an ein vorrausfahrendes Fahrzeug heransaugen und dann innen in der Kurve vorbei ziehen - unbeschreiblich, und das zum Glück nicht nur einmal.
 
Meine Haare werden vom Winde verweht, doch das ist mir egal, da denkt frau nicht an die Frisur - geschweige an ihr Haarschleifchen, sondern kostet einfach den einzigartigen Augenblick aus, mit dem ersten Ringtaxi über eine ganz andere Schleife zu sausen.
 
Die Zielgerade ist schon in Sicht, ich denke einfach nur: fantastisch - genieß' noch die letzen Kilometer, und schon begrüßt mich die Boxengasse. Schwuppdiwupp bin ich wieder im normalen Leben angekommen. Doch diese geniale Erfahrung, mit 240 Sachen über die alte Strecke zu pfeifen, nimmt mir keiner mehr. Das Funkeln in meinen Augen - statt am Finger - ist nicht zu übersehen.

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Bianca Leibfried

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