Opel RAK 1 : Erstes Raketenauto von Opel

Am 11. April 1928 donnert ein Opel über die Rennstrecke in Rüsselsheim. Der RAK 1 getaufte Rennwagen wird von Raketen angetrieben und beschleunigt in acht Sekunden auf 100 km/h.

Um 16.30 Uhr am 11. April 1928 beginnt das Spektakel: Der Fahrer Kurt C. Volkhart, Opel-Ingenieur und Rennfahrer, zündet auf der Opel-eigenen Rennstrecke in Rüsselsheim per Druck auf das Gaspedal das erste Raketenpaar. Pro Betätigung will er insgesamt sechs Raketenpaare zünden und die Funktionsfähigkeit dieser Technologie beweisen.  

Entwicklung-Ziel: Die bemannte Raumfahrt

Schon mit den ersten beiden Raketen bewegt sich der RAK 1 vorwärts und erreicht schließlich in acht Sekunden 100 km/h. Und das, obwohl nur drei Raketenpaare und eine einzelne Rakete zünden, die Zündkabel der fünf anderen Raketen waren durchgeschmort.

Die neue Technologie wird euphorisch gefeiert, die Zeitungen titeln etwa "Raketenantrieb - ein erfolgreicher Versuch der Opel-Werke" und prophezeien einen "betriebssicheren Amerikaflug“ und die "Weiterentwicklung zum Weltenraumschiff". Daraufhin kündigt Fritz von Opel weitere Forschungen mit dem Ziel der bemannten Raumfahrt an.

120 Kilogramm Sprengstoff = 238 km/h

Am 23. Mai 1928 sitzt Fritz von Opel hinter dem Steuer und führt rund 3.000 geladenen Gästen den RAK 2 vor. Von 24 Raketen mit 120 Kilogramm Sprengstoff angetrieben erreicht er auf der Berliner AVUS eine Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h.

Einen Monat später, am 23. Juni 1928, stellt der unbemannte RAK 3 mit einer Geschwindigkeit von 256 km/h einen neuen Weltrekord für Schienenfahrzeuge in Burgwedel bei Hannover auf.

1929 ist es dann soweit: Fritz von Opel absolviert mit dem Flugzeug Opel-Sander RAK1 den ersten bemannten Raketenflug der Welt. Kurz nach seinem Start vom Flugplatz Frankfurt-Rebstock erreicht er 150 km/h.

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Kai Klauder

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