In Spielfilmlänge - rund 90 Minuten - lernen die Teilnehmer die wichtigsten Regeln und Zeichen für Gleichmäßigkeitsrallyes kennen. Kein leichtes Unterfangen, wie man den Gesichtern im Fahrsicherheitszentrum ansieht.
Harte Arbeit für Hirn und Körper
Chinesenzeichen, Schlauch- und Lichtschrankenmessung, Wertungsprüfungen – und dann gibt's auch noch geheime WPs. Auf die Teilnehmer des Rallye-Lehrgangs warten immer neue Überraschungen. Doch Harald Koepke, Organisationsleiter der Sachsen Classic, und Christian Geistdörfer erklären die Feinheiten des Rallyesports.


Und wer noch Zweifel daran hat, dass es sich beim Oldtimerfahren wirklich um Sport handelt, sollte einen Blick auf die Rennstrecke werfen, wenn die Novizen das Gelernte in der Praxis umsetzen. Da wird gekurbelt und geächzt, hochkonzentriert die Drücker der Stoppuhr bedient und gefühlvoll der Fuß zum Bremspedal umgesetzt, um die vorgegebene Zeit möglichst genau zu treffen. Der Fuß wird bei den Schlauchmessungen feste gegen das Bodenblech gedrückt, um mit dem Moment des Überfahrens das Zählen zu beginnen.
Bei den Lichtschrankenmessungen werden die Hälse der Besatzung länger und länger, manche hängen auch den ganzen Oberkörper aus dem Fenster, um die Front genau im Auge zu haben und die Länge des Vorderbaus kennenzulernen.


Die Top Five der Oldtimer-Rallye-Tipps


1. Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Nur wer ruhig bleibt, behält den Überblick. 

2. Countdown (rückwärts) zählen. Dabei ist wichtig, dass „mit Stimme“, also laut gezählt wird.
3. Tripmaster – das technische Helferlein
4. Roadbook studieren, Zeiten abgleichen und die eigene "Übersetzung" aufschreiben

5. Mit Geschwindigkeitsüberschuss in die Wertungsprüfung einfahren, denn langsamer werden ist einfacher als "auf die Hundertstel Sekunde" zu beschleunigen.


Und natürlich gilt auch hier der über Generationen vererbte Spruch: Nur die Übung macht den Rallye-Meister. Bis das Rückwärtszählen und die Orientierung nach den Chinesenzeichen in Fleisch und Blut übergegangen ist, dauert es nunmal seine Zeit. Für den Abend vor dem Start der Sachsen Classic 2009 steht das Programm also fest: Roadbook lesen und sich noch im Schlaf mit Schäfchenzählen für die große Premiere vorbereiten.



