Sachsen Classic 2009: Ü-Ei, Kleber und gute Ideen

Sachsen Classic 2009 - Impressionen Tag 3

Wenn bei einem der 180 Oldies mal die Elektrik zickt, der Motor qualmt oder das Kühlwasser kocht, sorgen die fleissigen Jungs vom Pannendienst mit Improvisationstalent und Nachtschichten dafür, dass es schnell wieder weiter geht.

Josef Klein und Hermann Merfert sind die Besatzung eines der AvD-Pannendienstfahruege, die die Sachsen Classic begleiten. Über die Notrufnummer können die 180 an der Sachsen Classic teilnehmenden Teams die beiden zu Hilfe rufen.

Dem Kupferwurm begegnen wir am häufugsten

Oft sind ihre Einsätze Standardprobleme, mit denen auch moderne Autos zu kämpfen haben: "Die häufigsten Probleme sind Elektrikgechichten - der berühmte Kupferwurm - oder betreffen die Spritversorgung - also Benzinpumpe, Vergaser und Einspritzanlage."

Oft sind allerdings auch Improvisationstalent und Einfallsreichtum gefordert. So war es auch bei dem Audi Urquattro mit Startnummer 171. "Bei dem Urquattro war in Zwickau das Schaltgestänge aus einer Buchse gesprungen. Da ging dann erstmal gar nix mehr. Die Buchse war ausgeleiert und bei Audi winkte man schon ab - 'keine Chance' sagten die." Doch die beiden Pannenhelfer hatten eine Idee: "Wenn man ein Überraschungsei hätte... Dann könnte man das gelbe Kunststoff-Ei als Provisorium nehmen."

Gute Idee, doch im Sommer gibt es offenbar keine Überraschungseier zu kaufen. Kurzerhand wurde die erstbeste Familie mit kleinen Kindern angesprochen, ob sie nicht vielleicht noch eines hätten. Und tatsächlich, ein Glückstreffer. Die Familie sammelt die gelben Kunststoffteile für ihren Wellensittich als Spielzeug. Die Mutter holt drei Eier von zu Hause und es wird ausprobiert. Ergebnis: Passt nicht, klappt nicht. Leider.

Also schwereres Geschtz auffahren. Mit Zweikomponentenkleber haben Josef Klein und Hermann Merfert die Kugelpfanne "nachgegossen". Als "Trennmittel" dienten Gefriertüten. Eine Nacht durfte die Konstruktion durchtrocknen und am nächsten Tag konnte der Audi wieder auf die Strecke. "Das läuft jetzt wieder wie geschmiert. Und halten tut's auch noch ne Weile.", freut sich Josef Klein.

Leichter war die Problemlösung beim Audi 920 mit Startnummer 1. "Die Kupplung ist hin" - das war die Diagnose der Besatzung. Nach kurzer Prüfung konnten die Mechaniker Entwarnung geben. "Da war nur das Kupplungsseil gerissen. Wir haben dann etwas improvisiert und einen neuen Bowdenzug gebastelt." Danach konnte auch der Audi weiterfahren und erreichte das Ziel an der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

Klein ist stolz darauf, dass alle Autos bis zum Schluss gefahren sind. Dafür waren aber auch Nachteinsätze nötig. Wie bei dem Chevrolet Superior KK von 1925. "Die ganzen Innenteile von der Hinterachse waren hin und mussten gemacht werden. Zum Glück hatte der Besitzer Heinz Lappert alle Teile vorrätig - allerdings lagen die in Darmstadt. Sofort ist der von Zwickau nach Darmstadt gefahren, hat die Teile geholt und Thomas Konopka vom AvD-Pannendienst reparierte die ganze in der Nacht, bis der 75-jährige Chevy wieder fahrfertig war."

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kkl

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