Reise-Tipps: Fit für die Reise: Auf was man achten sollte

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Wenn längere Fahrten anstehen, sollten Fahrer und Auto gut darauf vorbereitet sein. Es gilt, Technik und Ausrüstung zu checken - schließlich soll der Fahrspaß im Vordergrund stehen. Motor Klassik-Reisespezialist Michael Schröder erklärt, worauf es ankommt.

Egal, ob ein Wochenendtrip zum Baggersee oder eine siebentägige Reise durch die Toskana ansteht - wer mit seinem Klassiker unterwegs ist, will vor allem Fahrspaß haben. Damit der nicht abhanden kommt, sind eine gute Vorbereitung des Fahrzeugs sowie ein paar grundsätzliche Gedanken unerlässlich.

Das Wichtigste: Der Technik-Check des Autos
 
Die zentrale Frage lautet: Ist das Fahrzeug den Anforderungen der geplanten Reise gewachsen? Reifen, Bremsen und Antriebsstrang sind bei einer Alpentour beispielsweise deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als bei einer kurzen Spazierfahrt. Ein gründlicher Technikcheck - ob selbst oder in der Werkstatt des Vertrauens durchgeführt - ist demnach unumgänglich. Wer bereits im Winter oder Frühjahr daran denkt, braucht sich am Saisonstart nicht über lange Wartezeiten in Werkstätten zu ärgern.
 
Neben den Ölständen (Motor- und Getriebeöl) sollten unbedingt die Zündanlage (Kerzen, Unterbrecherkontakte), sämtliche elektrische Leitungen, alle Anschlüsse und die Beleuchtung überprüft werden. Der Check sollte weiter eine Kontrolle des Lade- und Füllstands der Batterie sowie eine Sichtprüfung von Kühler (Kühlwasserstand), Wasserpumpe, Kühlwasserschläuche, Kraftstoffleitungen und Bremsflüsigkeitsstand umfassen. Eine Sicht- und Spannungsprüfung des Keilriemens sollte ebenso stattfinden wie ein Blick unter das Fahrzeug. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, aufgeschobene Reparaturen zu erledigen, wenn man nicht mitten in Rom mit einer gerissenen Auspuffaufhängung oder einer kollabierten Kupplung dastehen will.

Auch auf Pannen sollte man sich vorbereiten
 
Kleinere Pannen lassen sich unterwegs in vielen Fällen selbst beheben - sofern eine Werkzeug-Grundausstattung an Bord ist. Dazu zählen ein Zündkerzenschlüssel, ein Satz Schraubendreher sowie je ein Steckschlüssel- und Schraubenschlüsselsatz. Ferner gehören diverse Zangen und ein Hammer unbedingt mit auf die Reise. Einen entsprechenden 15teiligen Werkzeugsatz in einer historisch anmutenden Rolltasche bieten beispielsweise Heinrici (siehe Bild in der Fotoshow oben) oder die Firma Historische Technik (www.classic-tool.de).
 
Ebenfalls unerlässlich für eine Reparatur am Straßenrand sind Kabelbinder, Schlauchschellen, Sekundenkleber, Draht sowie eine Rolle Gewebeband. "Profis" nehmen in der Regel ein kleines Ersatzteilpaket mit auf jede Reise. Darin sollten sich eine Verteilerkappe, Unterbrecherkontakte, Kerzenstecker und Zündkabel befinden. Weiter sollten ein Satz Zündkerzen, eine Glühlampenbox, ein Keilriemen, Gas- und Kupplungszüge sowie ein Satz Schleifkohlen für die Lichtmaschine und diverse Sicherungen mitgeführt werden. Ebenfall unerlässlich: Schmierfett, Motoröl und das Reparaturhandbuch. Bei längeren Trips empfiehlt sich zudem ein handliches Batterieladegerät wie die "Charge Box 3.6" des Herstellers "4Load", die mit diversen Adapterkabeln und einer Tragetasche geliefert wird (siehe Bild in der Fotoshow oben).

Spezialisten-Adressen: Wissen, wo man im Ernstfall Hilfe bekommt
 
Ein (internationales) Händlerverzeichnis hilft im Ernstfall bei der Suche nach der Fachwerkstatt. Wer einem Club angehört, kann zudem oftmals auf ein Netzwerk zurückgreifen, um beispielsweise einen Spezialisten ausfindig zu machen. Bei weiteren Reisen auch keine schlechte Idee ist ein Schutzbrief, dessen Leistungen unter anderem den Rücktransport eines gestrandeten Fahrzeugs umfassen.

Nicht zu vernachlässigen: Die Sicherheit
 
Besitzer von Autos ohne Warnblinkanlage sollten allein schon zur eigenen Sicherheit über eine Nachrüstung nachdenken. Der Zubehörspezialist Heinrici verfügt über eine schnell zu installierende Mini-Warnblinkanlage für 39,60 Euro (www.heinrici.de). Ebenfalls von Heinrici stammt eine Pannenausrüstung, die aus Warndreieck, Verbandtasche, Warnweste (Pflicht in Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, der Slowakei und Spanien), Wagenheber, Abschleppseil und Radkreuz besteht (siehe Bild in der Fotoshow oben). Für das Pannenset kann zusätzlich ein klassisch nachempfundener Lederkoffer geordert werden.

Alternative zum 21-Stunden-Marathon: Entspannt anreisen mit dem Autozug
 
Nicht nur Nordlichter stöhnen bisweilen über eine lange und strapaziöse Anreise in Richtung Süden. Eine Alternative zur Autobahn stellt der Autozug dar. Dessen Terminals befinden sich in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Hildesheim, Lörrach, München und Neu-Isenburg (bei Frankfurt). Von dort aus verkehren die Züge in Richtung Frankreich, Italien, Österreich und Kroatien. Da jedoch nur eine begrenzte Transportkapazität zur Verfügung steht, sollte die Buchung möglichst frühzeitig geschehen. Infos erteilt jedes DB-Kundencenter oder im Internet unter www.dbautozug.de.

Einfache Routenplanung dank Tipps der Profis
 
Bleibt nur noch die Frage, wohin man mit seinem Auto fährt, um möglichst viel Spaß zu haben - Stichwort Routenplanung. Der ADAC bietet seinen Mitgliedern beispielsweise ein kostenloses 15teiliges Landkartenset an, auf denen besonders attraktive Strecken für Motorrad- und Oldimerfahrer verzeichnet sind (siehe Bild in der Fotoshow oben). Zu den ausgewählten Zielregionen gehören das Trentino, die Toskana, die französischen Seealpen oder die Eifel und Ardennen. Diese Blätter dienen jedoch nur zur Streckenplanung, sie ersetzen mit ihrer sehr einfach gehaltenen Darstellung keine herkömmliche Landkarte.
 
Wer in den nächsten Wochen und Monaten durch Deutschland tourt, dem empfiehlt die Redaktion die Merian-Extraausgabe "Deutsche Technikstraße" (siehe Bild in der Fotoshow oben). Darin finden sich zwischen dem Schiffshebewerk in Niederfinow und der BMW Welt in München rund 180 Ausflugsziele in die Welt der Technik, die sich je nach Region und Bundesland zu spannenden Touren zusammenlegen lassen.
 
Alle Sehenswürdigkeiten, ob Museum, Bergwerk oder Hafenanlage, werden in einem Infoteil ausführlich beschrieben und sind zudem auf einer herausnehmbaren Karte verzeichnet. Da kann man nur noch eines wünschen: Gute Reise!

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Michael Schröder

Autor:

Motor Klassik, Heft 09 / 2009

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