Die deutschen Rekord-Rallyemeister Matthias Kahle und Peter Göbel setzen auf einen neuen Rallyewagen: einen frisch vorbereiteten Škoda 130 RS aus dem Jahr 1977. Mit diesem Coupé-Modell feierte die tschechische Automarke vor 35 Jahren einen ihrer größten Motorsporterfolge: den Doppelsieg in der Tourenwagenkategorie bei der Rallye Monte-Carlo. Bis 1981 sicherten sich das Werksteam aus Mladá Boleslav und zahlreiche Privatfahrer etliche Siege mit dem 130 RS. „Es ist ein wunderschönes Auto, das sich toll fahren lässt“, betont Rallyeprofi Kahle.
Deutsche Rekord-Rallyemeister im Skoda 130 RS
An die historischen Erfolge möchten Matthias Kahle und Peter Göbel aus dem Team des deutschen Škoda-Importeurs jetzt anknüpfen. Beide konnten gemeinsam nicht nur zahlreiche Erfolge in modernen Rallyeautos verbuchen, sondern haben auch schon mehrfach die AvD-Histo-Monte gewonnen. "Bei winterlichen Bedingungen ist es auf den kurvigen Bergstraßen nicht leicht, die geforderten Schnitte zu erzielen", meint Kahle und schließt an: "Da muss man richtig Gas geben, um die Sollzeit überhaupt zu erreichen".
Matthias Kahle und Peter Göbel treffen bei der 18. Auflage der Winterfahrt, die den Spuren einer klassischen Route der Rallye Monte-Carlo folgt, auch auf den Kabarettisten Urban Priol, bekannt durch die Livesendung "Neues aus der Anstalt" im ZDF. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist ist ein großer Oldtimerfan und bestreitet mit einem seiner historischen Autos gerne ausgewählte Rallye. Nach einem Jahr Pause ist er wieder bei der AvD-Histo-Monte am Start, diesmal mit einem BMW 2000 tilux von 1967.
Reliant mit Monte-Carlo-Historie
Ein authentisches Fahrzeug mit Rallye-Monte-Carlo-Historie bringt das Vater-Sohn-Team Hanns und Franc H. Kiefer an den Start: einen Reliant Sabre 6, mit dem das Team Warner/Spears bei der Rallye Monte-Carlo 1964 den fünften Platz in seiner Klasse belegte. Die Ersatzteilversorgung für das insgesamt nur 77mal gebaute Coupé aus englischer Manufaktur ist nicht einfach: "Wir hoffen, dass wir den Wagen so gut vorbereiten können, dass wir bis zum Schluss dabei sind", sagt Filius Franc Kiefer mit Sorgenfalten auf der Stirn. "Vor allem weil die Teilnahme ein Geburtstagsgeschenk an meinen Vater ist - bisher sieht es aber ganz gut aus".
1.700 Kilometer sind vom Start in Hanau bis auf den Boulevard Albert 1er am Hafen von Monte-Carlo zu bewältigen. Fahrkünstler wie Rallyechamp Matthias Kahle hoffen dabei auf anspruchsvolle Straßenverhältnisse: "Als Rallyefahrer hoffe ich natürlich auf reichlich Schnee, dann wird es besonders spannend".
Viele Pässe mit hoffentlich reichlich Schnee
Rallyechefin Gaby Triefenbach hat alles getan, um die Teilnehmer nach der schneefreien Ausgabe 2011 in diesem Jahr auf das rutschige Weiß zu entführen. Gleich am ersten Tag geht es auf einer Route durch den Spessart und den Schwarzwald erstmals über 1.000 Höhenmeter. Über das Etappenziel Colmar geht es weiter Richtung Aix-les-Bains durch die Schweiz und das französische Jura ebenfalls über hohe Pass-Straßen. Am dritten Tag sind die Pässe Col de la Cluse, Col de Marocaz, Col du Grand Coucheron (Passhöhe bei 1.188 Metern) und Col de l’Echelle, letzterer ohne Winterdienst, sowie die Strecke der Weltmeisterschaftsprüfung von Col de St. Raphael bis nach Toudon.
Am Finaltag führt die Route nicht über den Col de Turini sondern vollständig über bislang noch nicht gefahrene Pass-Straßen in den italienischen Seealpen mit Monte Ceppo und Colle Langan, wo Orlando Dall’Ava die Teilnehmer in seiner Pizzeria voller Rallyeerinnerungsstücke zur Mittagspause erwartet. Von dort führt der Weg zum Ziel in Monte-Carlo.



