ADAC-Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal: Rainman Rob

Eifelrennen, 2011, mokla0911

Mit großem Einsatz sorgten die Mitglieder des Düsseldorfer Automobil- und Motorradclubs (DAMC 05) für die Fortführung des ADAC Eifelrennens und den Jan-Wellem-Pokal.

Neben den Motorrädern und Seitenwagengespannen als traditionsreichem Bestandteil gehörten der FIA-Meisterschaftlauf für historische Formel-1-Wagen und das Langstreckenrennen für Tourenwagen und GTs zu den Höhepunkten.

Vater-Sohn-Team holt den Gesamtsieg im Dreistunden-Rennen

Bei der 70. Auflage des ADAC Eifelrennens feierten Michael und Wolfgang Schrey im Porsche 935 K1 den Gesamtsieg im Dreistunden-Rennen für Tourenwagen und GT-Fahrzeuge bis 1988 mit insgesamt 167 Startern. Wolfgang Schrey, der ehemalige Gesamtsieger des Langstreckenpokals auf dem Nürburgring, und sein Sohn Michael verwiesen Charles Voggenreiter im Porsche 911 Carrera RSR mit 1:45 Minuten Rückstand auf den zweiten Platz. Ex-DTM-Pilot Frank Schmickler und Ralf Schnitzler schafften mit einem weiteren Porsche 911 als Dritte den Sprung aufs Siegerpodest.

Peter Oberndorfer feierte beim Dreistunden-Rennen die Wiedervereinigung mit seinem Porsche 944 Turbo Cup, mit dem er im Markenpokal der Stuttgarter Sportwagenmarke 1987 seine Rennfahrerkarriere startete. Er fuhr bis auf den siebten Platz vor, fiel aber wegen Spritmangels in der letzten Runde aus. Auch die Favoriten Wolfgang Pohl/Daniel Schrey und Dr. Edgar Althoff (beide Porsche 911 Carrera RSR) schieden aus.

Regenrennen für Formel 1

Das packendste Rennen des Wochenendes lieferten sich die Piloten der Historischen Formel 1-Meisterschaft der FIA. Strömender Regen sorgte für äußerst anspruchsvolle Rahmenbedingungen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Der Trainingsschnellste Richard Eyre verlor im Williams FW08-Ford, ein ehemaliges Auto von Keke Rosberg von 1982, gleich nach dem Start seine Führung an den Italiener Cosimo Turizio im Hesketh 308E-Ford (1977, Ex-Rupert Keegan). Turizio, in den 1970er Jahren in der Formel-2-Europameisterschaft aktiv, konnte zunächst die Spitzenposition gegen Rob Austin im Surtees TS19-Ford (1976, Ex-Brett Lunger) behaupten. Doch der 30-jährige Brite passierte den Hesketh und verteidigte die Spitze bis ins Ziel.

Ein bravouröses Rennen fuhr der Luxemburger Nico Bindels, der schon viele Jahre in der historischen Formel 1 unterwegs ist. Mit seinem Lotus 87-Ford (1981, Ex-Elio de Angelis) nutzte er bei den schwierigen Bedingungen seine Erfahrung und fuhr vom sechsten Startplatz auf die zweite Position vor. Cosimo Turizio fiel auf den dritten Platz zurück. Vorjahresmeister Peter Meyrick kam im March 761-Ford (1976, Ex-Vittorio Brambilla) mit den Bedingungen nicht zurecht. Nach einem Dreher bei hoher Geschwindigkeit auf der Start-Ziel-Geraden gab er auf. Beim Rennen auf dem Nürburgring, dem sechsten von neun Meisterschaftsläufen, fehlten sowohl der Führende im FIA Championat Peter Wünsch, Joaquin Folch-Rusinol als auch der Zweite und Meister von 2009 Bobby Verdon Roe. Der Brite sagte wegen eines Trauerfalls in seiner Familie den Start ab. So schrumpfte das Starterfeld auf zwölf historische Formel-1-Boliden.

Erfolg auf Triumph

Ebenfalls bei heftigem Regen mussten die Piloten der historischen CanAm-Serie auf die Strecke. Peter Hoffmann übernahm im McLaren M8F-Chevrolet (1972, Ex-Helmut Kelleners) die Spitze, obwohl er aus der Boxengasse nachgestartet war. Doch in der Schlußphase kämpfte er mit der Sicht und musste Michele Liguori im Lola T294-Ford DFV (1974) ziehen. Der lange Rechtsanwalt aus Neapel gewann in seinem von einem Cosworth-Formel-1-Motor befeuerten Sport-Prototyp auch das Samstagsrennen.

Zum ersten Mal seit den 1970er Jahren waren beim ADAC Eifelrennen auch wieder Motorräder und Gespanne zugelassen. Rund 160 Solomaschinen und Seitenwagen-Gespanne ließen die ursprüngliche Tradition von Eifelrennen und Jan-Wellem-Pokal als Kombination aus Auto- und Motorradwettbewerben wieder aufleben. Die Zwei- und Dreiradpiloten mit Maschinen aus sechs Jahrzehnten trugen auf dem Nürburgring das Finale zur diesjährigen Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft aus, die bei Gleichmäßigkeitsprüfung ausgefahren wird. Mit Gerhard Fischer auf einer Triumph 500 (1948) stand der Meister schon vorzeitig fest. Der Heidelberger hatte bei seiner Heimveranstaltung auf dem Hockenheimring für die Entscheidung gesorgt.

VW Käfer behält die Nase vorn

Bei den Automobilen fiel das Revival des Elefantenrennens dem Gewitterregen zum Opfer. Einige wetterfeste Bentley- und Mercedes-Fahrer ließen sich den Spaß auf der Grand-Prix-Strecke allerdings nicht entgehen. Dazu gehörte neben Thomas Kern im Mercedes-Benz SSKL und Michael Rudnig im Bentley „Old Mother Gun“ auch Roland Asch im Mercedes-Benz SSK aus dem Werksmuseum. Nur am Samstag zum Einsatz kam Jochen Mass, der mit den Mercedes W165, Tripolis-Siegerwagen von 1939, auf dem Grand-Prix-Kurs präsentierte.

Der größte Rennstarterfeld auf dem Grand-Prix-Kurs bot die wieder erstarkte Historische Tourenwagen- und GT-Trophy (HTGT) auf. Die Serie der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR) hat Koordinator auf Fahrzeuge bis 1971 erweitert. Auf dem Nürburgring sorgte Georg Stummeyer im Ford GT40P allerdings für den Erfolg eines Auto der älteren Kategorie bis 1965.

Die Gleichmäßigkeitsprüfung, die ausschließlich auf der Nordschleife ausgetragen wurde, gewann Holger Träger im VW Käfer. Insgesamt starteten zu der Prüfung auf der schönsten Rennstrecke der Welt 167 Teams. 

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Dirk Johae

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