AvD-Oldtimer-Grand Prix 2011: Dramatischer Jaguar E-Type-Triumph

Marcus Graf von Oeynhausen und Frank Stippler

Es sah aus wie ein problemloser Erfolg: Mit einem Vorsprung von 1:52,3 Minuten gewannen Marcus Graf von Oeynhausen und Frank Stippler im Jaguar E-Type Lightweight Competition Roadster den 21. AvD-Historic Marathon auf dem Nürburgring.

Bei der traditionell ersten Rennentscheidung des AvD-OGP lieferte sich die E-Type-Mannschaft, die von der besten Startposition aus das Langstreckenrennen aufnahm, während der Renndistanz von vier Stunden ein Duell mit den Vorjahressiegern "Fred" und "Barney" im Ford Fairlane 500. Das unter Pseudonym startende Brüderpaar verlor die Führung erst in der Schlussphase des Rennens, als Frank Stippler das Steuer des rund 340 PS starken Jaguar den Fairlane eingangs der 16. Runde überholte.

Jaguar E-Type - zwei Podiumsplätze im Jubiläumsjahr

"Ich hatte anfangs sehr großen Probleme mit den recht weit abgefahrenen Reifen bei dem starken Regen", schildert Stippler seine Fahrt. "Dann kam ein Problem mit der Elektronik, so dass ich alle Verbraucher wie Scheibenwischer und Lüfter abgestellt, da die Lichtmaschine vermutlich nicht mehr richtig funktionierte". Dabei erlebte der Rennprofis aus Bad Münstereifel ein Deja Vu zum letzten Jahr, wo sich ebenfalls bei der Anfahrt zum Streckenabschnitt "Kesselchen" die Getriebeprobleme andeuteten. Während die Jaguar-Crew im letzten Jahr den Spitzenplatz einbüsste, behielten sie in diesem die Oberhand. "Ich habe den Sieg ins Ziel gerettet".

Mit dem dritten Platz sorgten Dr. Alexander Berstein und Wolfgang Weber in ihrem E-Type Competition Roadster für einen perfekten OGP-Auftakt der Raubkatzen aus Coventry zum 50. Geburtstag des legendären englischen Sportwagens. Jaguar feiert auf dem Nürburgring das goldene Jubiläum seines berühmten Modells unter anderem mit einem eigenen Rennen, zu dem über 30 E-Types genannt haben.

Walter Röhrl schimpft auf die Reifen

In der zweiten Hälfte übernahm Wolfgang Weber die dritte Position von Dr. Armin Zumtobel im Porsche 911. Der Österreicher startete gemeinsam mit Walter Röhrl, der von der 21. Position gestartet war und sich bis zum Fahrerwechsel bis auf den dritten Platz vorgefahren hatte. Während alle anderen Teams auf Avon-Reifen setzten, entschied sich Zumtobel für Dunlop-Pneus, weil die sich bei wechselnden oder trockenen Bedingungen nicht so stark abnutzen. "Aber wenn nur ein paar Tropfen Regen fallen, fahren alle vier Räder wohin sie wollen", schimpfte der zweifache Rallye-Weltmeister.

Nie waren die Bedingungen so, dass das Porsche-Team ein Vorteil aus der Reifenwahl ziehen konnte. "Es gab Situationen, der wäre jeder andere abgeflogen", wetterte der Lange aus St. Englmar: Walter Röhrl wie in alten Zeiten.

Hahne/ Furiani schnellstes Tourenwagen-Team

Derweil sorgte Patrick Kölker im Ford Mustang beinahe für eine sensationelle Leistung. Der Wuppertaler kreuzte zum 50-jährigen Jubiläum des Rhein-Ruhr-Racing-Teams seines Mustang-Partners Rolf G. Kienen auf der dritten Gesamtposition auf. Dann verabschiedete sich die Zylinderkopfdichtung des 4,7 Liter großen Ford V8.

Schnellste Tourenwagen-Mannschaft wurden Bernd Hahne und Alexander Furiani im Alfa Romeo GTA, die den Sprung unter die Top Ten schafften. Das gelang auch Gaby von Oppenheim und Claudia Hürtgen, die mit ihrem Porsche 911 weit vorne landeten. Startfahrerin Claudia Hürtgen lieferte sich in der Anfangsphase ein Duell mit Walter Röhrl, der sich aber absetzen konnte. Dann bekam es die Aachenerin mit dem zweiten ehemaligen Rallyeweltmeister im Feld zu tun. Stig Blomqvist kämpfte sich im mächtigen Ford Galaxie immer näher an den schmalen Porsche von Hürtgen heran. "Ich sah das im Rückspiegel und dachte mir, dass das nicht gut gehen kann und so war es dann auch", sagte Claudia Hürtgen mit einem Schmunzeln. Blomqvist konnte das amerikanische Dickschiff nicht mehr auf der Strecke halten und schied später aus.

Neerpasch fällt aus

Pech hatte dagegen Jochen Neerpasch. Mit dem Schweizer Remo Lips teilte er sich den Einsatz eines Shelby Mustang 350GT. "Das ist mein Auto, welches ich vor 45 Jahren gefahren bin", erklärte Neerpasch. Doch mehr als ein paar Trainingsrunden wurden es für ihn in seinem Rennwagen von einst nichts. Remo Lips musste das Coupé nach starkem Ölverlust abstellen.

Die Wertung der jüngeren Fahrzeuge bis 1971 über die Distanz von drei Stunden entschied Timm Meinrenken im Porsche 911 ST für sich. Bei den Youngtimern sicherten sich nach fünf Runden Jörg Bratke von Bergen und Wolfgang Weber in einem Porsche 928.

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Dirk Johae

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