AvD-Oldtimer-Grand Prix 2011: Guter Rutsch

Porsche 928, 911

Zum 39. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring kamen trotz des verregneten Wetters in der Eifel rund 61.500 Zuschauer. Mit der nassen Piste hatten besonders die Piloten der Grand Prix Masters mit ihren historischen Formel-1-Wagen zu kämpfen.

Unmittelbar vor dem Sonntagsrennen ging ein heftiger Regenschauer nieder. "Die ersten Runden mussten wir dazu nutzen, um herauszufinden, wo sich Pfützen und Bäche gebildet hatten", schilderte Richard Barber, der mit seinem Fittipaldi F5A-Ford (1978) Dritter wurde.

An der Spitze lieferten sich Roland Kinch, der Sieger des ersten Rennens, und Steve Hartley mit ihren Arrows A4-Ford (1982) den Zweikampf um den Gesamtsieg. Hartley, mit dem 500 PS starken Auto zweifacher Meister im Historischen Formel 1-Championat der FIA, gewann das Duell schließlich vor seinem Landsmann Kinch im Schwesterauto. Mit den weiß-orangen Monoposti bestritten Marc Surer und Mauro Baldi die Weltmeisterschaftssaison 1982, in der Keke Rosberg im Williams den Titelgewinn feiern konnte und Ferrari die Konstrukteurswertung gewann. Arrows platzierte sich zwischen Alfa Romeo und ATS-Ford auf dem elften Platz.

Schrauber und Fahrer in Personalunion

Einen persönlichen Triumph feierte Joos Tollenaar. In einer neunstündigen Nachtschicht reparierte er die Kupplungsbetätigung seines March 721X-Ford (1972). Die ehemalige Rennwagenkonstrukteur, der unter dem Namen "Tasco" Formel-V-Rennwagen baute, bekam das ehemalige Auto von Niki Lauda und Ronnie Peterson pünktlich zum Rennen fertig und verließ unter Beifall seine Box. Tollenaars bevorzugte Startnummer 13 brachte ihm letztlich Glück. Der rote March kreuzte als 19. mit zwei Runden Rückstand die Ziellinie.

Doch der aus Holland stammende Hesse hatte noch eine zweite Herausforderung zu bestehen. An seinem Lotus Eleven-Climax (1959) musste er die Kupplung reparieren und verpasste dadurch mit seinem Teamkollegen Rolf Lamberty das einstündige Abendrennen. Doch beim Sprintrennen am Sonntag lief der flache Rennwagen aus der Manufaktur von Colin Chapman wieder. Lamberty startete vom Ende des Feldes und fuhr auf den siebten Platz vor.

"Birdcages" dominieren

Das Rennen gewann Max Werner im Maserati T61 "Birdcage" (1960) vor dem Schwestermodell, gefahren von Josef Rettenmaier. Doch der junge Düsseldorfer hatte in den letzten Runden mit einem immer schlechter zu schaltenden Getriebe zu kämpfen. Das versagte auch den Dienst im "Birdcage" von Willi Balz, der in der letzten Runde ohne Vortrieb in der Boxeneinfahrt ausrollte, aber noch als Sechster gewertet wurde. Den dritten Platz erbte Christian Graf von Wedel im Austin-Healey 3000 Mk I (1961).

Zu den Fahrern, die nicht mit dem Wetter haderten, zählte Paul Grant. Der Belgier trat mit seinem leichten Cooper-Bristol Mk II, einem Formel-2-Auto von 1953, gleich beim Start die Flucht nach vorne an, stürmte aus der dritten Reihe an die Spitze und verteidigte sie bis ins Ziel. Der Cooper-Bristol-Pilot verwies die beiden Maserati 250F von Willi Balz und Allan Miles auf die Plätze. Tony Smith, der Manager von Phil Collins und Genesis, musste sich in seinem Ferrari 246 Dino (1960) nach dem Sieg im Samstagsrennen mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Beim Revival Deutsche Rennsportmeisterschaft fehlten am Sonntag Ex-Meister Klaus Ludwig und Wolfgang Kaufmann. Das Rennen gewann Daniel Schrey mit seinem Porsche 935 K3 vor Jerome Miloé mit seinem gerade restaurierten Porsche 935, einer 1978 vom Werk gebauten Kundenversion des Gruppe-5-Boliden, der als aktuelles Auto an das amerikanische Rennteam von Dick Barbour ausgeliefert wurde. Eberhard Baunach verpasste mit seinem Jägermeister-Porsche 935 K3 (1980) knapp das Podium und musste Ralf Heisig in der Gruppe 4-Version des 930 Turbo (1976) den Vortritt lassen.

Die große Reportage über den AvD-Oldtimer-Grand-Prix lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Motor Klassik ab dem 14. September 2011.

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Dirk Johae

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