Alles über Classic Days Schloss Dyck
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Classic Days Schloss Dyck: John Surtees kommt zum Schloss

Der ehemalige Formel-1- und Motorradweltmeister John Surtees OBE kommt als Ehrengast zu den diesjährigen Classic Days Schloss Dyck bei Jüchen, die vom 2. bis 4. August 2013 stattfinden.

John Surtees hat einzigartige Motorsportgeschichte geschrieben: Als einziger Rennfahrer gewann der Ehrengast der Classic Days sowohl auf zwei als auch vier Rädern die Weltmeisterschaft. Insgesamt sechs Titel errang der heute 79 Jahre alte Sohn eines Londoner Zweiradhändlers in der Motorrad-WM, alle auf Maschinen der italienischen Kultmarke MV Agusta.  Außerdem ist Surtees der erste Fahrer, der die legendäre Tourist Trophy auf der Isle of Man drei Mal in Folge gewinnen konnte.

Jochen Mass fuhr für den Weltmeister John Surtees

Im Alter von 26 Jahren konzentrierte sich Surtees auf Autorennen. Nach der Premiere in einem Lotus und zwei Saisons in englischen Teams wechselte er vor genau 50 Jahren zu Ferrari. An Deutschland und vor allem an den Nürburgring hat John Surtees sehr gute Erinnerungen. Im Juli 1963 feierte er in der Eifel seinen ersten Grand Prix-Sieg. Zehn Jahre später konnte er übrigens als Teamchef über die WM-Zähler seines Formel-1-Rennstalls jubeln wie auch über die schnellste Rennrunde durch seinen Fahrer Carlos Pace und den Formel-1-Neuling aus Deutschland: der damals 26 Jahre alte Ford-Werksfahrer Jochen Mass.

Als Formel-1-Pilot krönte John Surtees seine Laufbahn mit dem Weltmeistertitel 1964, den mit seinem zweiten Platz beim Finale in Mexiko sicherte. In seinem Ferrari setzte sich Surtees gegen den BRM-Fahrer Graham Hill und den Titelverteidiger Jim Clark im Lotus durch. Alle drei englischen Fahrer hatten bis zum letzten Rennen noch Chancen auf das Championat.

Siege im Sportwagen, unter anderem auf dem Nürburgring

Auch im Sportwagen war "Il Grande John" sehr erfolgreich: 1966 gewann er in einem Lola-Chevrolet seines eigenen Teams die neu geschaffene CanAm-Serie in Amerika. Für Ferrari feierte er außerdem mehrere Gesamtsiege in Läufen zur Markenweltmeisterschaft, darunter zwei Mal das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring.

Eigenes Formel-1-Team

1970 feierte das Formel-1-Rennteam von John Surtees seine Premiere. Der Teamchef blieb bis 1972 selbst aktiv: Dieses Jahr war die erfolgreichste Saison für Team Surtees, das Fünfter in der Konstrukteurswertung wurde. Bester Surtees-Pilot war Mike Hailwood, zuvor neunfacher Motorweltmeister: Der Engländer erkämpfte in der Formel 1 den achten Platz in der Fahrerwertung.

1978 war die letzte Saison für das Team des Ex-Weltmeisters: Surtees musste seinen zuletzt erfolglosen Rennstall zusperren. Der historischen Rennsportszene aber ist die bedeutende Fahrerpersönlichkeit bis heute verbunden geblieben. Daheim in Kent hütet er einen Schatz aus Rennmotorrädern, Formel-1-Chassis seines ehemaligen Rennstalls und klassischen Autos. Seinen BMW 507 zum Beispiel, mit dem er in den 1950er Jahren zu den Rennstrecken quer durch Europa reiste, besitzt er heute noch.

Lange Jahre half er Lord March, für Festival of Speed in Goodwood ein hochkarätiges Motorrad-Feld zu organisieren. Regelmäßig bewegt Surtees außerdem Silberpfeile von Mercedes-Benz wie den W125 von 1937 oder den Tripolis-Rennwagen W165 von 1939.

Höhen und Tiefen des John Surtees

John Surtees hat in seinem Leben,  das er über 60 Jahre dem Motorsport widmete, alle Höhen und Tiefen erlebt. Erst vor wenigen Jahren musste er seinen wohl härtesten Schicksalsschlag verkraften: 2009 verlor er seinen Sohn Henry bei einem tragischen Unfall in einem Lauf zur Formel-2-Meisterschaft in Brands Hatch.

Trotzdem scheint John Surtees' Leidenschaft für den Motorsport ungebrochen. Das ist wohl auch bei einem Fahrer, der seit seinem 14. Lebensjahr aktiv ist, nicht anders zu erwarten. Sein erster Einsatz im Vincent-Seitenwagengespann seines Vaters  ist mit einer schönen Anekdote verbunden: Als die Rennfunktionäre nämlich entdeckten, dass der „Schmiermaxe“ im Seitenwagen erst 14 Jahre alt war, disqualifizierten sie den Gesamtsieger kurzerhand.

Einmalige Gelegenheit

Welche historischen Fahrzeuge John Surtees vom 2. bis 4. August 2013 bei den Classic Days Schloß Dyck bewegen wird, wird noch nicht verraten. Auf jeden Fall bietet sein Besuch am historischen rheinischen Wasserschloss die seltene Gelegenheit, einen Fahrer zu erleben, der im Motorsport so viel erlebt hat wie kein anderer Vertreter seines Faches.

Von am 27. Mai 2013
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