Die Geschichte von Opel im Rallyesport

Wie Walter Röhrl für Opel Staub aufwirbelte

Opel Rallye Historie

Opel im Motorsport: Bei wohl keiner anderen historischen Rallye scheint die große Zeit von Opel so auf, wie bei der Rallye Köln Ahrweiler. Unter den zehn schnellsten Autos waren alle wichtigen Modelle. Ein Streifzug durch die internationalen Erfolge der Marke von 1974 bis zum Ende der 1980er Jahre.

Der erste große Auftritt von Opel auf der internationalen Rallyebühne war der Start des Opel Ascona A 1,9 SR, der vom neu gegründeten Opel-Euro-Händler-Team eingesetzt wurde. Damit kämpften der 27-jährige Regensburger Walter Röhrl und sein Beifahrer um die Rallye-Europameisterschaft. Das Team gewann sechs von insgesamt acht Rallyes und holte den Titel nach Rüsselsheim.

Auch national konnte mit dem Ascona ein Erfolg gefeiert werden. Der Schwede Lars Carlsson, Mitarbeiter des Opel-Tuners Irmscher, wurde ebenfalls 1974 Deutscher Rallyemeister. Für das Team aus Winnenden war im Jahr zuvor auch Walter Röhrl gestartet und hatte mit drei Siegen im Ascona den Vizetitel geholt.

1975 folgten vereinzelte Starts in der Rallye-Weltmeisterschaft. Röhrl und Jochen Berger gewinnen im Ascona die Rallye Akropolis mit 30 Minuten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Es ist der erste Gesamtsieg von Opel in der Rallye-Weltmeisterschaft. Da laufen in Rüsselsheim aber bereits die Vorbereitungen für die neue Waffe. Der Opel Kadett C GT/E, ab Oktober einsatzbereit, konnte die Erwartungen im internationalen Geschäft nicht erfüllen. Zwar wurde die Viertplatzierten Röhrl und Berger bei der Rallye Monte-Carlo 1976 hinter den übermächtigen Lancia Stratos als "heimliche Sieger" gefeiert. Doch in der Folge wurde Röhrl durch viele Ausfälle zermürbt, so dass er Opel in der laufenden Saison 1978 Richtung Fiat verließ.

In Österreich entwickelte sich der Kadett GT/E zum Meistermacher

. Franz Wittmann feierte ab 1976 drei Titel in Folge. Bei Privatfahrern war das neue Sportmodell aus Rüsselsheim, wie schon der Ascona A, äußerst begehrt. Bis heute werden diese Autos im Motorsport erfolgreich eingesetzt. Jürgen Lenarz zum Beispiel gewann mit einem Kadett C GT/E zum dritten Mal die Youngtimer Rallye Trophy.

1979 ruhten die Hoffnungen auf Jochi Kleint und Gunter Wanger, die um die Rallye-Europameisterschaft kämpften. Meist setzten sie den Opel Ascona B i2000 ein, mussten bei zwei Rallyes aber auf den Kadett zurückgreifen. Dort erreichte das Team das Ziel und holte fünf Jahre nach dem Triumph von Röhrl und Berger den EM-Titel wieder nach Rüsselsheim.

1980 kehrt Walter Röhrl zu Opel zurück

Auf Basis des Modells entstand der Ascona 400, der bei der Rallye Monte-Carlo 1980 zum ersten Mal eingesetzt wurde. Nach dem vierten Platz durch Anders Kulläng machte er in seiner Heimat bei der Schweden-Rallye den Sack zu und sorgte für den ersten Erfolg des neuen Rallye-Opels in der Weltmeisterschaft. Kurios war die Basis für den von Cosworth entwickelten 16-Ventil-Motor mit 2.420 ccm Hubraum. Der Block stammt vom Dieselmotor der Rüsselsheimer. Doch der bot die gewünschte Robustheit und Spielraum zur Bearbeitung. Stetig weiterentwickelt leistete der Vierzylinder des Hecktrieblers bis zu 270 PS.

1982 wurde zum Jahr des Ascona 400. Unter Teammanager Jochen Berger kehrte Walter Röhrl mit seinem Co-Piloten Christian Geistdörfer als Weltmeister 1980 zur Marke mit dem Blitz zurück. Röhrl gewann die Rallye Monte-Carlo, den Auftakt zur Rallye-Weltmeisterschaft, und kämpfte gegen die Audi Quattro um den Titel. Die Entscheidung blieb bis zum Finale bei der Rallye Elfenbeinküste offen. Als Michele Mouton durch einen Unfall alle Chancen verspielte, nutzte Röhrl seine Chance, gewann die Rallye und sicherte Opel den Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Jimmy McRae feierte Erfolge mit dem Opel Ascona

Neben dem Werksteam setzten auch viele Privatiers den Ascona 400 erfolgreich ein. Der Italiener "Tony" Fassina gewann die Rallye-Europameisterschaft. Im Jahr zuvor war er mit dem Auto bereits italienischer Meister. In Großbritannien feierte Jimmy McRae zwei Mal in Folge den Titel im Ascona.

Allerdings war die Saison 1981 sehr enttäuschend verlaufen. Statt auf den Ascona 400 setzte Opel jetzt auf den Manta B, der zwar mit dem gleichen Antrieb versehen, aber mit einer leichteren Karosserie in den Wettbewerb geschickt wurde. Allerdings verzögerte sich die Homologation bis Mai 1983. Da war der Manta mit Saugmotor und Zweiradantrieb im Vergleich zu den waschechten Gruppe B-Rennern wie dem Lancia 037 oder dem Audi Quattro veraltet. Eine Allradversion wurde zwar getestet, aber nie eingesetzt. In der Weltmeisterschaft gelangen mit dem Manta nur zwei Podiumsplatzierungen mit Rauno Aaltonen bei der Safari Rallye 1984 als Zweiter und Jimmy McRae bei der RAC Rallye 1983 als Dritter.

Vater von Colin McRae einer der erfolgreichsten Manta 400-Fahrer

Der Vater von Colin McRae war einer der erfolgreichsten Manta 400-Fahrer. Nach 1981 und 1982 gewann er den dritten Titel mit einem Opel. McRae wurde von Russell Brookes abgelöst, der 1985 im gleichen Modell das heimische Championat feierte. Bei den nationalen Meisterschaften waren Gruppe B-Manta recht erfolgreich. In Frankreich gewann Guy Frequelin 1983 sowie 1985 und in Deutschland sorgte Erwin Weber mit Copilot Gunter Wanger 1983 für den Titel.

Ende 1985 war werkseitig Schluss für den Manta 400. Opel setzte mit dem Opel Kadett E GSI fortan auf einen nach Gruppe A-Reglement aufgebauten Fronttriebler. 1987 gelang Sepp Haider in Neuseeland der einzige WM-Erfolg. In England liefen die Autos als Vauxhall Astra GTE. Ein solches Auto, das bei GM Eurosport in England vorbereitet wurde, steuerte auch Malcolm Wilson in der Weltmeisterschaft. Der Brite war aber nicht sehr erfolgreich. Diesen 220 PS starken Rallyewagen setzt heute Christoph Schleimer erfolgreich ein. Größter Erfolg für den Vauxhall war der Gewinn der Damen-Weltmeisterschaft durch Louise Aitken-Walker 1990.

Rundstreckensport nimmt für Opel mehr Bedeutung ein

Im Jahr zuvor gelang Sepp Haider mit dem Kadett der Sieg im deutsche Rallye-Championat. Danach konzentrierte sich Opel auf Rundstreckenrennen. Damit endete die erfolgreiche Ära der Marke im Rallyesport. Die Erinnerung daran bleibt durch Fahrer wie Georg Berlandy oder Christoph Schleimer und ihre Einsätze wie zum Beispiel bei der Rallye Köln-Ahrweiler erhalten.

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mkl

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