Alles über Goodwood Revival Meeting
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Goodwood Revival Meeting 2012: Silberpfeile vor grandioser Kulisse

Das Goodwood Revival Meeting 2012 war zum ersten Mal in seiner Geschichte an allen drei Tagen ausverkauft. Der Auftritt der Silberpfeile von Auto Union und Mercedes-Benz bestimmte die Musik.

Das Orchester der klanggewaltigen Rennmotoren mit acht, zwölf und 16 Zylindern bestimmte schon weit vor dem Auftritt der neun Grand-Prix-Wagen auf der Retro-Rennpiste die Soundkulisse des Goodwood Revival Meetings. Beim Warmlaufen der Motoren vor der einer Boxenanlage von 1938 nachempfundenen Fahrerlagerkulisse bildeten sich Menschentrauben um das Areal.

Silberpfeile beim Goodwood Revival Meeting

Anlass des Großaufgebots der von 1934 bis 1939 fast alles beherrschenden silbernen Monoposti war der erste Einsatz der Autos in England vor 75 Jahren beim Donington Grand Prix. Beim Goodwood Revival Meeting brachte die Traditionsabteilung von Audi fünf Rennwagen von der Replika eines Typ A, welcher 1934 eingesetzt wurde, bis zum kürzlich erst erworbenen Typ D aus der Saison 1939. Mercedes zündete vom W25 (1934) über den W125 (1937) bis zum W154 und dem W165 (1939) Originale aller Modellgenerationen - dazu kam jener W154 der Collier-Sammlung, den Manfred von Brauchitsch beim Großen Preis von Jugoslawien 1939 fuhr, direkt aus den USA zum Goodwood Revival Meeting.

Neben den unschätzbar wertvollen deutschen Rennwagen, die auf der genau 2,4 Meilen langen südenglischen Strecke einige Demonstrationsrunden drehten, stand packender historischer Rennsport im Mittelpunkt. Dabei riss ein deutscher Fahrer gleich im ersten Rennen am Sonntagmorgen die Rennfans von den Tribünenstühlen: Max Werner im Alfa Romeo 8C2600 „Monza“ seines Vaters Klaus Werner.

Turbulente Startphase

Der Düsseldorfer fiel nach einer Berührung mit Rennveteran Alain de Cadenet in der Startphase zunächst einige Plätze zurück, kämpfte sich aber wieder an die Spitze mit Gareth Burnett im Talbot AV105 heran. Mehrfach wechselte die Führung zwischen Werner und Burnett. Bei den Überrundungen langsamerer Fahrer gingen beide Rennchauffeure ein hohes Risiko ein. Letztlich behauptete Werner den ersten Platz und konnte sich zusammen mit seinem Mitstreiter in der Ehrenrunde feiern lassen. Werner sagte mit einem Schmunzeln: „Es ist schon toll, was man hier mit einem Auto erreichen kann, mit dem ich auf der Straße von Düsseldorf hergekommen bin.“

Tribut für Dan Gurney

Gefeierte Rennlegende des Goodwood Revival Meetings war der US-Amerikaner Dan Gurney, der vor 50 Jahren auf Porsche seinen ersten Formel-1-Sieg erzielte. Gurney kam mit seiner aus Deutschland stammenden Frau Evi, die er in seiner Zeit als Porsche-Werksfahrer kennenlernte: Fräulein Butz war damals die Sekretärin von Rennleiter Huschke von Hanstein. „Wenn ich zurückschaue, war meine Saison bei Porsche mit dem 804 die schönste meiner ganzen Laufbahn“, erinnerte sich der 81-jährige US-Amerikaner, der der persönliche Renn-Held von Goodwood-Hausherr Lord March ist.

Neben Demonstrationsrunden mit vielen authentischen Autos aus Gurneys Rennkarriere, darunter auch der Porsche 804 mit der Chassisnummer 1, inszenierte der rennbegeisterte Adelige auf der Start- und Zielgeraden vor der Haupttribüne eigens eine Präsidenten-Kür für Gurney. Damit griff die Revival-Regie eine Kampagne des US-amerikanischen Magazins Car and Driver aus dem Jahr 1964 auf.

Teurer Schrottplatz

Doch nicht alle Programmpunkte des Revival Meetings sorgten für Feierstimmung. Der Start zum Rennen um die Gordon and Richmond Trophies endete in einem großen Chaos mit sechs zum Teil schwer beschädigten Grand Prix-Wagen der 1950er Jahre. Ohne eigene Schuld gerieten die beiden deutschen Maserati 250F-Piloten Michael Hinderer und Willi Balz in die Massenkarambolage, wobei deren Autos so beschädigt wurden, dass für sie ein Neustart nicht möglich war. „Die Strecke ist einfach zu eng, wenn ein Auto am Start nicht richtig wegkommt“, meinte Willi Balz, dessen Maserati von einem anderen Auto touchiert wurde und dadurch quer über die Fahrbahn schoss.

Tourenwagen-Duelle beim Revival

Die meisten Rennen des Goodwood Revival Meetings waren packend und gehören sicher zum besten Rennsport, den es weltweit gibt. Im Duell zwischen den britischen Tourenwagen-Cracks Rob Huff in einem Austin A40, Anthony Reid im Jaguar Mk1 und Jackie Oliver in einem BMW 700, behielt der Weltmeisterschaftszweite Huff im kleinen Austin die Oberhand über Veteran Reid in der Jaguar-Limousine. Dahinter wieselte Ex-Formel-1-Pilot und -Teamchef Oliver im kleinen BMW ins Ziel.

Vettels Technikchef Newey mit Siegerzigarre

Der Lauf für GT und geschlossene Sportwagen zur Erinnerung an die Tourist Trophy, die als eines der wichtigsten britischen Autorennen zwischen 1958 und 1964 in Goodwood ausgetragen wurde, wurde zur Beute von Red Bull-Technikchef Adrian Newey und Ex-Formel-1-Pilot Martin Bundle. Sie gewannen in Neweys Jaguar E-Type Lightweight Competition Roadster gegen John Young und Bobby Verdon-Roe. Rallye-Ass Rauno Aaltonen kam gemeinsam mit Gary Pearson auf den fünften Platz. Hinter sechs Autos mit Jaguar-Technik landete Jean Alesi gemeinsam mit Mark Hales im Ferrari GTO aus der Sammlung von Nick Mason auf dem siebten Rang.

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Arturo Rivas
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