Diese besondere Ehrung verdiente sich der Düsseldorfer nicht nur durch eine mutige und starke Leistung auf der Goodwood Rennstrecke, wo er im Alfa Romeo 8C 2300 „Monza“ von 1933 die Brooklands Trophy mit 0,6 Sekunden Vorsprung äußerst knapp für sich entschied.
Auf eigener Achse nach Goodwood
Werner bewältigte zuvor mit dem Rennsportwagen, ein authentisches Werksauto der Scuderia Ferrari mit Mille Miglia-Historie, die rund 650 Kilometer lange Anreise aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zum Goodwood Circuit und nach dem Rennwochenende auch wieder zurück. Mit dabei hatte er lediglich kleines Bordwerkzeug.
Im Fahrerlager boten ihm Fahrerkollegen beim Goodwood Revival Meeting spontan Hilfe beim Vorbereiten des Autos für das 25-Minuten-Rennen an. Werner lehnte dankend ab und verweigerte auch die Unterstützung für das Anzeigen der Rundenzeiten an der Boxenmauer. "Die Rundenzeiten interessieren mich nicht", bemerkte der Alfa-Fahrer mit einem Schmunzeln und fügte an: "Ich will nur meinen Spaß haben."
Rempler von Le Mans-RoutinierDer wäre schon kurz nach dem Start fasst vorbeigewesen, als sich der Invicta S-Type von Le Mans-Veteran Alain de Cadenet im hinteren rechten Schutzbleck von Werners Kompressor-Rennwagen verhakte und der Deutsche durch den Tatscher in die Wiese gedrückt wurde. Werner prüfte mit einem Blick nach hinten den Zustand des Autos und bemerkte nur einen kleinen Schaden: Auf den achten Platz zurückgefallen gab er mächtig Gas und startete seine Aufholjagd.
Beherzte ManöverDabei schien Werner vergessen zu haben, dass er mit dem Alfa Romeo nach dem Rennen auch wieder zurück nach Hause fahren musste. Mit einem beherzten Manöver überholte er den bis dahin Führenden Gareth Burnett im Talbot AV105 (1931) und lieferte sich mit dem schnellen Engländer bis zur Zielflagge ein heftiges Duell: Nur Sekundenbruchteile lag Max Werner nach der Distanz von 12 Runden vorn. Die Ehrenrunde in Goodwood wurde zum Triumphzug für die deutsch-englischen Duellanten. "Es ist schon toll, was man hier mit einem Auto erreichen kann, mit dem ich auf der Straße von Düsseldorf hergekommen bin."





