Mercedes-Silberpfeil beim Eifelrennen: Der Eintags-Rennwagen

Mercedes-Benz W165 - Silberpfeil

In Rekordzeit zum Mercedes-Benz W165 Silberpfeil: Nur sieben Monate hatte Mercedes Zeit, um einen neuen Monoposto für die Voiturette-Klasse zur Rennreife zu entwickeln und zu bauen. Der Wagen war für den Einsatz beim Großen Preis von Tripolis am 7. Mai 1939 bestimmt.

Wie ein zu heiß gewaschener W154

Das ehrgeizige Vorhaben gelang: Die beiden Werksfahrer Hermann Lang und Rudolf Caracciola verbuchten beim prestigeträchtigen Grand Prix in der italienischen Kolonie einen Doppelsieg.Jetzt wird der Mini-Silberpfeil, von dem nur zwei Exemplare gebaut wurden, beim ADAC Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal zum ersten Mal wieder in Deutschland gezeigt. Auf dem Nürburgring wird Hermann Langs Erfolgswagen mit der Startnummer 16 von Jochen Mass gefahren.

Schon 1939 waren der Tripolis-Rennwagen beim Eifelrennen zu bewundern. Zwei Wochen nach dem Erfolg mit ihren W165 drehten Lang und Caracciola eine Ehrenrunde auf dem Nürburgring. Das Rennen selbst war für die Dreiliter-Formel ausgeschrieben.

Der Tripolis-Rennwagen wirkt wie ein zu heiß gewaschener W154, der Mercedes-Grand-Prix-Wagen mit dem aufgeladenen Dreiliter-V12-Motor. Unter der eng geschneiderten Karosserie des W 165 ist vor dem Fahrer das Prunkstück eingebaut: der neu entwickelte V8 Motor, mit zwei Nockenwellen je Zylinderbank und vier Ventilen je Brennraum. In Langs Wagen leistete der Motor, übrigens der erste Achtzylinder in V-Form von Mercedes, bis zu 264 PS. Später kitzelten die Ingenieure sogar 279 PS aus dem Aggregat. Mercedes-Experte Günter Engelen beschreibt das Auto in seinem neuen Buch als den "wohl ungewöhnlichsten Rennwagen, der bei Daimler-Benz je gebaut wurde". 

Viele Pläne, aber keine Einsätze mehr

Nach dem Tripolis-Erfolg und der Ehrenrunde auf dem Nürburgring hätte Werksfahrer Dick Seaman einen Voiturette-Mercedes bei der Nuffield-Trophy in Donington fahren können. Der Rennveranstalter hatte eine Einladung ausgesprochen. Doch Rudolf Uhlenhaut winkte ab, weil die Rennabteilung mit der Vorbereitung der Grand-Prix-Wagen und der Weltrekordfahrzeuge bereits ausgelastet war.

1946 wollte der in der Schweiz lebende Rudolf Caracciola den W165 beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis einsetzen. Die Zustimmung von Mercedes bekam er, beide Rennwagen befanden sich bereits in Zürich. Doch das British Foreign Office verweigerte die Auslieferung der deutschen Rennwagen in die USA. Da sich die 1,5-Liter-Formel für aufgeladene Motoren (neben den 4,5 Litern Maximal-Hubraum für Saugmotoren) in der Formel 1 ab 1950 durchgesetzt hatte, plante man in Stuttgart den Einsatz des W 165 in der Fahrerweltmeisterschaft. Da aber der Konstruktion aus dem Jahr 1939 gegenüber der Konkurrenz bestenfalls als ebenbürtig, keinesfalls als überlegen eingeschätzt wurde, fiel der Direktionsbeschluss gegen den Tripolis-Rennwagen und für eine neue Konstruktion, den ab 1954 eingesetzten W 196, der beim ADAC-Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal ausgestellt wird.

Roland Asch startet im Kompressor-Mercedes

Parallel werden der W196 R - der Formel-1-Wagen von 1954 und 1955 - auf dem unvergleichlichen Renntransporter "Blaues Wunder" (basierend auf Mercedes 300 SL Technik) zu sehen sein. Außerdem bringt Mercedes-Benz eine "Heckflosse" für den zukünftigen Einsatz bei den Rennen der historischen Langstrecke mit. Roland Asch nimmt mit einem Mercedes-Benz SSK beim Berenberg-Bank Elefanten-Rennen auf dem Grand Prix Kurs den Kampf mit den mächtigen Bentley und schnellen Alfa Romeo 8C Monza auf. Der Lauf wird am Sonntag (11. September) um  13.00 Uhr gestartet. 

Fahrzeiten des Mercedes-Benz W 165 mit Jochen Mass am Steuer:

  • Samstag(10.09.): 14.15 Uhr
  • Sonntag  (11.09.): 14.40 Uhr 

Autogrammstunden mit Jochen Mass, Dieter Glemser und Roland Asch

  • Samstag (10.09.): 15.00 Uhr
  • Sonntag  (11.09.): 12.00 Uhr  

Die Autogrammstunden finden vor den Boxen des Mercedes-Benz Paddocks (Boxen 26-33) im Grand Prix Fahrerlager statt. Hier können auch sämtliche Fahrzeuge der teilnehmenden Mercedes-Benz Clubs und die Renntransporter, die Silberpfeile, die Startvorbereitungen, die Warmlaufphase des W165 und weitere Ausstellungsstücke von allen Besuchern aus der Nähe genossen werden.

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Dirk Johae

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