Mit einem entspannten Lächeln sitzt Rob Sherrard in einem Campingstuhl und schaut dem Treiben rund um seinen Renner zu. Der 57-jährige Gentleman Driver ist eigens aus Tasmanien, einer Insel vor Australien in die Eifel gereist, um mit dem Silberpfeil zu starten.
Sherrard will einen Silberpfeil zum Rennen fahren, nicht zum Anschauen
"Der Nürburgring ist natürlich ein ganz besonderer Ort für mein Auto", erzählt Sherrard. "Aber noch spezieller wäre er, wenn sich der Nebel endlich lichtet, so dass wir fahren können".
Der Wunsch erfüllte sich im Handumdrehen und der Australier konnte sich auf das erste Rennen vorbereiten. "Ich kann sicher nicht alles aus dem Auto herausholen", schmunzelt der historische Silberpfeilpilot. "Erst seit vier Jahren fahre ich Rennen". Seinen aktuellen Renner mit der Chassisnummer 5 stellte Sherrard auf die beste Startposition im Rennen der Gruppe C-Boliden .
Erste Plätze liegen in den Genen des Sauber-Mercedes C9. Vor genau 20 Jahren gewann Jean-Louis Schlesser und Jochen Mass den Weltmeisterschaftslauf an gleicher Stelle. Außerdem gewann die Fahrerpaarung die Läufe in Jarama, Donington, Spa-Francorchamps und Mexiko und sicherte damit den Weltmeistertitel für das Team.
"Es war schon immer mein Traum ein solches Auto zu besitzen", erzählt Rob Sherrard. Er nahm Kontakt zum Mercedes-Museum auf. "Ich hätte auch ein Auto bekommen können, hätte mich aber verpflichten müssen, keine Rennen damit zu fahren". Doch genau das hatte der rennbegeisterte Australier vor. So fand er schließlich einen im Privatbesitz befindlichen Sauber-Mercedes, den der Schweizer Rennfahrer Cox Kocher einst erworben hatte. Seit der letzten Saison startet Sherrard mit dem ersten Silberpfeil der Neuzeit bei ausgewählten historischen Gruppe C-Rennen.
Zwei Silberpfeile sind im Motor-Klassik-Zelt zu sehen
Der 720 PS starke C9 war der erste Rennwagen von Mercedes-Benz, der zum ersten Mal nach 1955 wieder in der legendären silbernen Lackierung auf den Rennstrecken erschien. Ebenfalls am Nürburgring wurde die Legende der Silberpfeile von Mercedes-Benz vor 75 Jahren geboren. Damals musste - einer bekannten Legende nach - am Grand-Prix-Wagen W25 der Lack bis auf das blanke Aluminium abgekratzt werden, um das Gewichtsmaximum von 750 Kilogramm zu erfüllen.
Den Silberpfeilen der ersten Stunden widmet Motor Klassik auch sein Zelt im Zentrum des Fahrerlagers am Nürburgring. Zu sehen sind der Mercedes-Benz W125 (Baujahr 1937) und der Auto Union Typ D (Baujahr 1938).



