"Wenn der Mustang nicht läuft, hat er entweder keinen Zündfunken oder keinen Sprit", spielt Walter Rühl von Walters Auto Service aus Saulheim bei Mainz mit einem Augenzwinkern auf die einfache Technik des als zuverlässig und unproblematisch geltenden Wagens an. Kein Wunder, dass Mustang-Besitzer bei der Wartung und bei technischen Problemen gern selbst zum Werkzeug greifen.
Manche Reparaturen am Ford Mustang überlässt man besser der Werkstatt
"Mit einem gewissen technischen Verständnis kann man viel in Eigenregie erledigen", findet auch Ralf Wurm, Präsident des First Mustang Club of Germany. Allerdings sollte die Sache nicht unterschätzt werden. Manche der nachfolgend geschilderten Arbeiten überlässt man besser der Werkstatt. Und was kommt auf Neueinsteiger in die Mustang-Szene zu, die des Schraubens nicht kundig und daher auf die Hilfe von Fachwerkstätten angewiesen sind? Was die Technik betrifft, halten sich die Kosten in einem überschaubaren Rahmen, wie ein Blick auf die Service-Tabelle zeigt.
Allerdings leiden frisch aus den USA importierte Modelle laut Fred Böni von Detroit Trading in der Schweiz oft "unter einem erheblichen Wartungsstau", was dann größere Investitionen nötig macht. In dieser Geschichte stehen die bis 1968 gebauten Modelle mit V-Achtzylinder- Motor im Vordergrund. Dank der Hydrostößel fällt bei der Wartung der Maschine die Ventilspieleinstellung unter den Tisch. Probleme mit den Hydrostößeln gibt es nur, wenn etwa Ölschlamm die Kanäle zusetzt und damit die Ölzufuhr behindert. Zu viel Öl findet sich bei so manchem Exemplar auf dem Boden unter dem Motor. Dieser Schmierstoff tritt meist an der Abdichtschnur am hinteren Kurbelwellenlager aus. Diese nicht besonders dauerhafte Art von Dichtung lässt sich durch zwei Simmerringhälften ersetzen. Wenn der Ölverlust stark, aber der Motor eigentlich noch nicht für eine komplette Überholung reif ist, kann man versuchen, diese Arbeit bei noch eingebauter Maschine zu erledigen.
Alle 100.000 Kilometer sind Steuerkette und Kettenräder fällig
Mustang-Experte Harry Heinen in Solingen bietet diese preisgünstige Alternative seinen Kunden an. "Besonders das Entfernen der oberen Dichtschnurhälfte ist eine extreme Fummelei", sagt er. Wenn man Glück hat, sind die Simmerringhälften nach vier Stunden drin. Bei etwa jedem fünften Mustang klappt dieser Trick nicht, dann müssen halt doch der Motor und dann die Kurbelwelle raus. Etwa alle 100.000 Kilometer sind nach Heinens Erfahrung die Steuerkette und die ebenfalls zu Verschleiß neigenden Kettenräder fällig, wenn nicht schon vorher das Schlagen der Kette gegen das Steuergehäuse zum Handeln mahnt.
Auch an den Zweifach- und Vierfach- Vergasern der Achtzylinder gibt es manche Verschleißprobleme. Das betrifft zum Beispiel die Membrane der Beschleunigerpumpe. Die Startautomatik sollte regelmäßig gängig gemacht werden (festhängender Kolben), und man sollte immer mal wieder den am Vergaser angeschraubten und schlecht sichtbaren Vorfilter erneuern. "Der wird gern vergessen", weiß Heinen. Vergaserprobleme wegen des Abgasrückführungssystems betreffen erst die Modelle ab 1969, die hier nicht im Mittelpunkt stehen.
| Art der Arbeiten | Zirka-Preise * |
|---|---|
| Arbeiten am Motor | |
| Keilriemenwechsel ohne/mit Klima | 30/55 Euro |
| Motorölwechsel mit Filter (je nach Ölsorte) | ab 45 Euro |
| Zündkerzenwechsel | um 85 Euro |
| Neuer Unterbrecherkontakt und Kondensator plus Einstellung der Zündung und Verteilerprüfung | um 55 Euro |
| Wechsel der Steuerkette inklusive Zahnräder | um 300 bis 400 Euro |
| Neuen Luftfilter montieren | etwa 20 Euro |
| Vergaser einstellen und synchronisieren | ab 30 Euro |
| Kraftstofffilter austauschen (wenn vorhanden) | um 25 Euro |
| Kühlmittelthermostat erneuern (inkl. Frostschutz) | um 45 Euro |
| Wasserpumpe erneuern | um 250 Euro |
| Neuer Wasserkühler, je nach Ausführung | ab 300 Euro |
| Neuer Auspuff ab Krümmer (je nach Anlage) | ab 250 Euro |
| Kupplungswechsel mit Ausrücklager, (bessere Ausführung) | ab 500 Euro |
| Motorrevision, je nach Aufwand mit Serienteilen | ab 2.200 Euro |
| Arbeiten am Fahrwerk, den Bremsen etc. | |
| Prüfen und einstellen der Achsgeometrie | 50 bis 120 Euro |
| Abschmierdienst | etwa 20 Euro |
| Lenkungsgetriebe erneuern | ab 550 Euro |
| Umlenkhebel neu lagern | ab 60 Euro |
| Beide obere Querlenker vorn neu | etwa 500 Euro |
| Beide untere Querlenker vorn neu | um 350 Euro |
| Neue Stabi-Gummis und Zugstrebenlager | um 150 Euro |
| Einbau neuer Stoßdämpfer rundum | ab 250 Euro |
| Austausch eines Radlagers vorn | um 70 Euro |
| Austausch eines Radlagers hinten | um 100 Euro |
| Wechsel der Scheibenbremsbeläge vorn | um 110 Euro |
| Wechsel der Bremsflüssigkeit | um 110 Euro |
| Neue Bremsbeläge vorn plus neue Bremsscheiben, Bremssättel (AT) | um 400 Euro |
| Sonstige Arbeiten | |
| Simmerring am Differenzial erneuern | etwa 70 Euro |
| Kreuzgelenke der Kardanwelle erneuern | um 200 Euro |
| Automatikgetriebe überholen | ab 1.000 Euro |
| * Preise sind lediglich Richtwerte und gelten für V8-Modelle bis 1968 in gutem Zustand. Sie können je nach Ersatzteilpreisen und nötigen Zusatzarbeiten sowie den jeweiligen Stundensätzen der Werkstatt deutlich variieren. |





