Kosten-Faktor: Was ein Wunsch-Klassiker kostet

Die großen und die heimlichen Stars der Klassiker-Szene geben Anlass zum Träumen. Dies wahr werden zu lassen, kostet vor allem Geld.

Mit den Wünschen ist das so eine Sache. Träumen kann man viel, besonders jetzt, wo die Abende immer länger werden. Dann wabern auf dem heimischen Sofa vielleicht die Träume vom nächsten Frühling und reizvollen Ausfahrten mit dem Klassiker. Doch mit welchem?

Der Wunschzettel der Oldtimer-Liebhaber kennt viele Varianten, und einige sind zwischen Flensburg und Füssen besonders beliebt: ein MGB beispielsweise als Inkarnation des britischen Roadsters der späten Sechziger. Oder ein Ferrari 365 GTB/4, eine Ikone aus Maranello aus den Siebzigern. Der Blick in den Kleinanzeigenteil oder ins Internet beschert auf der Suche nach dem Wunschklassiker einen umfassenden Überblick über das aktuelle Angebot.

Doch allein mit dem Kauf ist es nicht getan. Denn mancher Traum kann böse platzen, wenn dem guten Stück ein erster Service gegönnt wird oder eine Motorüberholung ansteht. Sie zu bemessen, fällt bei den Oldies besonders schwer. Denn während bei neuen Autos für eine Inspektion nicht selten Festpreise verlangt werden, hängt beim Klassiker in der Werkstatt alles vom Einzelfall ab: In welchem Zustand ist das Fahrzeug grundsätzlich, welche Arbeiten müssen unbedingt gemacht werden, wie hoch ist der Anspruch von Besitzer oder Profi – reparieren oder restaurieren?

Daher sind die genannten Kosten für Wartung und Motorrevision nur als grobe Orientierung zu sehen, mit Spielraum in alle Richtungen. So halten sich wegen der hervorragenden Ersatzteilversorgung beim MG B die Werkstattkosten im Rahmen, während beim kapriziösen Lancia Fulvia diffizile Technik und Teilemangel eine Motorrevision in Höhen treiben können, die sich dem Fahrzeugwert nähern. Selbst bei einem braven VW Käfer kann das Spektrum für eine Motorüberarbeitung je nach Aufwand um mehr als das Doppelte abweichen und 4000 Euro erreichen.

Überschaubare Kosten beim Unterhalt

Überschaubare Kosten beim Unterhalt von Klassikern versprechen die Tarife für Versicherung und Steuern. Dank des H-Kennzeichens reißen selbst hubraumstarke Oldies kein allzu großes Loch in den Etat. Ein Grund mehr, manchen Traum wahr werden zu lassen.

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Ulrich Bethscheider-Kieser

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