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Restaurierung: Fiat 128 Sport Coupé

In einem ehemaligen Kuhstall in der Nähe von Rosenheim ereignete sich die Wiederauferstehung eines Fiat 128 Sport Coupés. Es hatte eigentlich schon seine letzte Ruhestätte auf einem Autofriedhof in Italien gefunden.


Bilder
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Foto: Hardy Mutschler

Zumindest in Oldtimerkreisen gilt eine Wiederauferstehung nicht unbedingt als ein Wunder, aber immerhin als wundervoll. Denn immer wieder gelingt es Blech- und Technik-Genies, längst tot gesagten Autos neues Leben einzuhauchen. Von einer solchen Geschichte ist auch hier die Rede.

Sie beginnt vor rund zehn Jahren. Alfred Wächter unternahm wieder einmal eine seiner Schrottplatztouren durch Norditalien. Wächter lenkte damals die Geschicke der 1992 gegründeten Gemeinschaft der Fiat 128 Freunde. Damals reiste er ab und zu in den Süden auf der Suche nach raren Ersatzteilen, die er dann an andere Fiat-Freunde weitergab.

Sport Coupé mit leichtem Dachschaden

Auf einem kleinen unscheinbaren Autofriedhof entdeckte er eines Tages ein Fiat 128 Sport Coupé, das er so weit wie möglich ausschlachtete. Das Blech des Wagens hatte dem Fiat-Hauptfeind Rost erstaunlich guten Widerstand geleistet. Wächter ging deshalb der Wagen nicht mehr aus dem Kopf. Drei Wochen später, er war längst wieder zurück in Deutschland, kündigte er telefonisch dem Schrottplatzbesitzer seinen erneuten Besuch an, und es gelang ihm, das Auto auf einem mitgebrachten Anhänger nach Deutschland zu entführen.

Hier stand es dann zwei Jahre in seinem Schuppen - bis Andreas Schlemmer kam. "Ich suchte schon lange ein Coupé, hatte aber nie eines in diesem Zustand erwischt", erinnert sich der Rosenheimer. Ihn schreckte auch nicht, was vor ihm andere vom Kauf abgehalten hatte: ein Dachschaden. Denn um Platz zu sparen, neigen die Schrottplatzbesitzer dazu, die Autos übereinander zu stapeln. Das Fiat Coupé hatte leider einen der unteren Plätze erwischt, entsprechend präsentierte sich seine obere Partie recht zerknittert.

Andreas Schlemmer schaffte seine Neuerwerbung in einen zur Hobby-Werkstatt umgebauten, ehemaligen Kuhstall in der Nähe von Rosenheim und überlegte die nächsten Schritte, um den Wagen wieder auf die Straße zu bringen. Größere Probleme sah er nicht. Es fehlten zwar Türen und Hauben, die Scheinwerfer sowie etliche Anbauteile und die Innenausstattung. Und die Frontscheibe war sogar von der Gabel eines Staplers durchbohrt worden. Aber er blieb dennoch cool.

Denn wie andere Leute Briefmarken sammeln, so hatte er über die Jahre hinweg viele Fiat-Teile und natürlich Fiat-Erfahrung zusammengetragen. "Schon mit 18 bekam ich von meinem Bruder eine gebrauchte Fiat 128 Limousine geschenkt", erzählt der 39-Jährige. Weitere Exemplare dieser Baureihe folgten, und irgendwann zog er mit einem sehr heiß gemachten Fiat 128 Berlinetta im Motorsport schwarze Striche auf dem Asphalt. Seine Spezialdisziplin hieß Slalom, entsprechend besaß der Rosenheimer auch genügend Übung im Meistern von Hindernissen.


Gute Substanz trotz unklarer Historie

Doch die gab es bei dieser Restaurierung offenbar wirklich nicht. Nach längerer Suche mit Hilfe von Clubkontakten stöberte Schlemmer ein intaktes Dach auf. Das Einschweißen dieses Bauteils übertrug er einem Spezialisten, einem Karosseriespengler in Kempten, der seine Sache sehr gut machte.

Der Rest der Karosse präsentierte sich tatsächlich in einem Zustand, als sei der Fiat nie mit Streusalz oder Feuchtigkeit in Berührung gekommen. Selbst unter dem abgeschabten Unterbodenschutz zeigte sich das Blech ohne Rost und ungeschweißt. Unterwegs war der Wagen einst in Reggio Emilia, was der noch vorhandene Schlüsselanhänger verrät. Dies und ein von 1986 stammender Werkstattaufkleber an der B-Säule, der auf die nächste fällige Inspektion bei Kilometerstand 86.000 hinwies, sind die einzigen Hinweise auf die Vorgeschichte des kleinen Flitzers.

Parallel zu den Blecharbeiten startete Andreas Schlemmer mit der Überholung der ausgebauten Technik. Hier profitierte er von den Tipps seines Bruders, der früher als Fiat-Mechaniker gearbeitet hatte, und von seinen Schraubererfahrungen, die er beim immer wieder fälligen Revidieren seiner Renn-Berlinetta gemacht hatte. So erledigte er die notwendige Aufarbeitung von Motor und Getriebe sozusagen im Schlaf, und das teilweise Erneuern des Kabelbaums stellte den gelernten Elektroinstallateur ebenfalls vor keine unlösbaren Probleme.

Work in progress: Permanente Optimierung

Wie erwähnt, konnte er viele der fehlenden Teile durch Zugriff aufs eigene Lager ergänzen. Beispielsweise besaß er eine sehr seltene rote Innenausstattung, die aber farblich seiner Meinung nach nicht zur originalen grünen Lackierung passte. Ein weiß grauer Ton aus dem Fiat-Farbenprogramm erschien ihm als die bessere Lösung.

"Ich legte viel Wert darauf, die fehlenden Teile durch unrestaurierte Originalware zu ersetzen", berichtet der Fiat-Fan von seiner Vorgehensweise. Natürlich hatte er nicht alles im Keller, was er benötigte, deshalb fahndete er nach manchen Kleinigkeiten etwas länger.

Besonders begeisterte er sich übrigens für zeitgenössisches Zubehör. So ziert sein Coupé eine im Neuzustand entdeckte Bosi-Auspuffanlage von damals, und neulich fand er auf einem Teilemarkt in Imola die für ein Exportmodell verwendeten Scheinwerfer mit Waschanlage. Die um eine mitten durch die Leuchte geführte Achse rotierenden Mini-Wischer überzeugten ihn dermaßen, dass er dafür die beim 1300er-Modell üblichen Doppelscheinwerfer wieder ausbaute.

Aktuell hält er Ausschau nach einer seinerzeit erhältlichen Doppelvergaser-Anlage. Für ihn ist die Restaurierung des hübschen Coupés daher noch nicht ganz abgeschlossen, obwohl es schon prächtig läuft. Vor kurzem konnte der motorsportbegeisterte Rosenheimer der Versuchung nicht widerstehen. Er montierte ein paar alte Rennreifen und trat mit dem frisch gerichteten Wagen bei einem Slalom an.

Die Tatsache, dass er mit dem serienmäßigen Fiat einige in vollem Renntrimm angetretene Klassenkonkurrenten distanzierte, zeigt deutlich: Die Wiederbelebung des Fiat 128 Sport Coupés verlief mehr als erfolgreich. Ist das nicht wundervoll?

Autor: Bernd Woytal
Thomas Wenig Thomas Wenig » 17.05.2009, 11:41 Uhr  #1

Mein Schwager hat auch ein erstaunlich gut erhaltenen Sportcoupe Fiat 128, er hat sogar zwei Spider ,Bj 1971 noch sehr gut erhalten.Ich selber habe 1984 einen Fiat 131 gefahren,nur leider sieht man diese Fahrzeuge nicht mehr in Deutschland.Ich wünsche alles Gute für die Restaurierung,der Fiat 128 Sportcoupe ist ein sehr gutes Fahrzeug.

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