Anfang der sechziger Jahre saß Rover in der Klemme. Der schwere Dreiliter-Sechszylinder hatte seinen Zenit überschritten. Zu antiquiert war er für weitere Entwicklungen.
Keine leichte Aufgabe
Kleiner und leichter sollte der Neue werden, stärker natürlich und technisch auf der Höhe der Zeit. Er musste nicht nur in den P5 passen, sondern auch in den knapper bemessenen Motorraum des kantigen Nachfolgers P6 - und zudem den fernreisenden Land Rover adäquat motorisieren. Keine leichte Aufgabe. Die löste der unorthodoxe William Martin-Hurst, Rover-Boss in jenen Jahren, selbst: 1962 war er in die USA gereist.
Bei einem Besuch bei Mercury Marines entdeckte Martin-Hurst in einer Versuchswerkstatt einen kleinen, hübschen Leichtmetall- V8-Motor.
Das Buick-Aggregat sei für den Einsatz in einem Rennboot vorgesehen. Martin-Hurst war verblüfft: Es war kaum länger und schwerer als der bisherige Rover-Vierzylinder - und 90 Kilogramm leichter als der Rover-Sechszylinder.
B für Buick
Martin-Hurst fragte, ob man den kaufen könne und erfuhr, dass General Motors soeben die Fertigung eingestellt hatte.Den Controllern in Detroit war der V8 wegen seines aufwendigen Alu-Gusses zu teuer. Die Briten konnten den V8 übernehmen.
Im gleichen Zug verpflichteten sie Joseph D. Turlay, den führenden Buick-Motorenkonstrukteur. Die Adaption gelang. Rover trainierte dem US-V8 trotz der untenliegenden Nockenwelle adäquate Drehzahlen und einen spontaneren Gaswechsel an. Ab Herbst 1967 konnte sich die Kundschaft überzeugen: Der Rover P5B - das B stand für Buick - beschleunigte in 10,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und lief fast 180. Als Rover sich dann entschloss, den kleinen V8 an Morgan zu liefern, nahm ein Mythos seinen Lauf: Auch MG und Triumph griffen zu, Marcos und TVR, wo sie ihn operierten, bis er aus fünf Liter Hubraum gewaltige 320 PS leistete. Nach 37 Jahren zog Rover einen Schlussstrich unter die V8-Ära.









