Ferrari Dino 246: Zündung- und Vergasereinstellung sind entscheidend

Der Ferrari Dino 246 GT vermittelt pures Rennwagen-Feeling. Allerdings sollte man regelmäßig die Box ansteuern. Die Wartungsarbeiten sind zwar nicht billig, doch mangelnder Service führt zu noch teureren Folgekosten.

Für einen Dino 246 GT in gutem Zustand werden mittlerweile 100.000 Euro und mehr gezahlt. Einleuchtend, dass der Unterhalt eines Autos dieser Preisklasse nicht billig ist. Obwohl der kleine Ferrari nur mit einem V6 statt mit dem V12 der großen Brüder aufwartet, sind die Kosten für Service und Wartung längst nicht nur halb so hoch.

Ein jährlicher Grund-Check ist Pflicht

Immerhin gilt der Dino nicht als übermäßig wartungsanfällig oder kapriziös – "sofern die Basis stimmt", schränkt Hans Uhlmann ein. Der langjährige Dino-Spezialist aus Wädenswil unweit von Zürich kennt das Problem mangelnder Zuverlässigkeit von Autos in technisch schlechtem Zustand. Wenn diese dann endlich in die Werkstatt gebracht werden, sind nicht nur reine Wartungsarbeiten, sondern teure Reparaturen fällig. Aber auch Dinos, die in Ordnung sind, "sollten einmal im Jahr zur Werkstatt", findet Jochen Frick von den Sportwagen Spezialisten in Frankfurt.

Um in den wahren Genuss des drehfreudigen Sechszylinders zu kommen, sollten bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein. "Die Zündung muss absolut korrekt funktionieren, das ist besonders wichtig", erklärt Uhlmann. Hier sei kurz auf die Zündkerzen hingewiesen, die früher oft Probleme bereiteten, weil sie verrußten und nass wurden.

Aufgabe einer versierten Werkstatt ist der Zündverteiler des Dino mit seinen beiden Unterbrecherkontakten. Eine korrekte Einstellung kann eigentlich nur mit Hilfe einer Verteilerprüfbank vorgenommen werden. Bei späteren Versionen wird die Sache noch etwas komplizierter, weil dann einer der Unterbrecher nur für den Leerlauf zuständig ist.

Zündung und penibel eingestellte Vergaser sind das Wichtigste

Die Zündanlage des Dino, die so genannte Dinoplex C, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Einige Schrauber haben sie durch eine neuere HKZ-Anlage ausgetauscht. "Etliche Dino wurden auf kontaktlose Zündanlagen umgebaut, von denen manche nicht zufriedenstellend arbeiten, weil zum Beispiel der Zündfunke bei kaltem Motor und fettem Gemisch zu schwach ist", weiß Jochen Frick.

Hans Uhlmann kann seinen selbst entwickelten Umbausatz auf kontaktlose Zündung aber bedenkenlos empfehlen. Mehr als 70 Dino und andere Ferrari laufen problemlos damit. Für die Umrüstung berechnet er samt Check der Fliehkraftverstellung rund 1.600 Euro - ohne Ein- und Ausbau des Verteilers und anderer eventuell notwendiger Arbeiten wie etwa einer Vergaserjustierung.

Eine korrekte Vergasereinstellung ist übrigens die zweite wichtige Grundvoraussetzung für guten Motorlauf, aber nicht jede Werkstatt besitzt das Know-how für ein optimales Ergebnis.

Zu den aufwändigeren Arbeiten am Motor gehört die Ventilspiel- und Steuerzeitenkontrolle. Wird dies mit der nötigen Sorgfalt erledigt, und werden alle Dichtungen erneuert, klettern die Kosten dafür deutlich über 1.000 Euro. Bei Exemplaren mit Klimaanlage kommen wegen des Klimakompressors noch zusätzliche Schraubarbeiten hinzu.

Getriebeüberholung für rund 10.000, Motorrevision etwa 25.000 bis 40.000 Euro

Die Fünfganggetriebe lassen sich von Haus aus etwas schwer schalten. Sie sollten aber keine Heulgeräusche von sich geben und beim Gangwechsel nicht kratzen, sonst sind je nach Schadensumfang an die 10.000 Euro für eine Überholung zu investieren. Es handelt sich dabei aber stets um Verschleißschäden, besondere Schwachpunkte besitzt das Getriebe nicht.

Verschleißschäden sind es auch, die Reparaturen am Fahrwerk erforderlich machen. Wer alle Buchsen und Lager von Vorder- und Hinterachse erneuern lässt, muss ebenfalls mit einigen Tausendern rechnen. Die Teile dazu sind erhältlich.

Generell hat sich die Teileverfügbarkeit seit einigen Jahren gebessert. Doch Vorsicht, nicht alle der nachgefertigten Produkte haben die Qualität und Maßhaltigkeit von originalem Ersatz. Manchmal zeigt sich das sofort, manchmal aber auch erst später – wie etwa bei einer Silentbuchse für das Fahrwerk, weil viele Dino- Besitzer ihren Wagen generell nur wenig bewegen. Man sollte daher stets auf die Erfahrung der Werkstatt vertrauen, wenn es um den Kauf von Ersatzteilen.

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Bernd Woytal

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