Auch eine Chevrolet Corvette kommt nicht ohne ein pflegendes Händchen über die Runden - nur eine regelmäßige und fachkundige Wartung sowie der Verzicht auf Dauervollgas bescheren der klassischen Corvette C3 ein langes und weitestgehend pannenfreies Leben.
Chevrolet Corvette - Kompetenz ist wichtig bei der Selbsthilfe
Etliche Corvette-Besitzer erledigen eigenhändig anfallende Servicearbeiten an ihrem Fahrzeug, doch nicht alle davon besitzen die nötige Kompetenz. Als vermeintlich wertvolle Hilfe dienen dann Internetforen, "doch dort werden nur allzu oft unzutreffende Ratschläge gegeben, seien es falsche Ölempfehlungen oder untaugliche Hinweise auf die Verwendung baugleicher Teile aus anderen Fahrzeugen", weiß Corvette-Spezialist Walter Renz aus Jettingen, südlich von Stuttgart.
Zu den weniger dauerhaften Bauteilen des Achtzylinders zählt die Nockenwelle. Der Einbau einer neuen Nockenwelle sorgt aber nicht unbedingt für Entspannung. Speziell bei den Big-Block-Modellen setzt Wolfgang Stärk von Dream Car Corner auf den Einsatz hochwertigerer und damit teurerer Kupplungen wie etwa von Hayes, die mehr Anpressdruck gewährleisten.
Gerne in Vergessenheit gerät ein Wechsel der Bremsflüssigkeit. Speziell bei Fahrzeugen, die länger stehen, zeigt sich bei einer Kontrolle der Flüssigkeit ein erstaunlich hoher Wassergehalt, der nicht nur die Bremswirkung beeinträchtigt, sondern auch für Korrosion sorgt.
Empfehlenswert: Breitreifen - aber maßvoll
Zu wenig Aufmerksamkeit erfährt auch der Umlenkhebel der Lenkung, der relativ oft verschlissen ist. Schon ein kräftiger Druck mit der Hand gegen den Hebel bei angehobenem Fahrzeug macht vorhandenes Spiel deutlich. "Speziell bei Fahrzeugen mit Fächerkrümmer, der mehr Hitze ausstrahlt und zudem dichter am Umlenkhebel sitzt, geht die Kunststoffschale am Kugelkopf relativ schnell kaputt. Den Umlenkhebel gibt es übrigens in Standardausführung und in einer verstärkten Version.
Zum Thema Lenkung bleibt noch zu vermerken, dass es meist günstiger ist, ein neues Lenkgetriebe einzubauen, statt das alte zu überholen. Und sollte die Corvette beim Fahren manchmal leichte Richtungsänderungen einleiten, ohne dass der Fahrer am Lenkrad dreht, ist die Hardyscheibe der Lenkung verschlissen. Bei einer Erneuerung empfiehlt sich die Verwendung eines Ersatzteils in guter Qualität.
Einige Fälle für Spezialisten
Aber nicht nur bei der Wahl des richtigen Ersatzteils können Corvette-Besitzer von den Ratschlägen einer Fachwerkstatt profitieren. Dank entsprechender Erfahrung kann eine Werkstatt beispielsweise ein Leck im Unterdrucksystem, an das bei Modellen bis Jahrgang 1972 auch die Scheibenwischerabdeckung angeschlossen ist, wesentlich schneller aufspüren als ein Laie. Denn Lecks können an Dichtungen der zum System gehörenden Bauteile, an Schläuchen oder sogar in Form von Rissen im Vorratsbehälter entstehen.
Nicht selbst Hand anlegen sollte man am so genannten Differential Side Yoke. Dabei handelt es sich um jene Bauteile, an denen die Antriebswellen angeflanscht sind und die zum Differential führen. "Sollten die Side Yokes verschlissen sein, wirkt sich das sogar auf die Achsgeometrie aus, eine Erneuerung kostet pro Seite etwa 600 bis 700 Euro", sagt Renz.
Alles in allem ergibt sich ein erfreuliches Bild. In Anbetracht der Leistungsfähigkeit und des gebotenen Schaueffekts halten sich die Kosten für Service und Wartung einer Chevrolet Corvette in erträglichen Grenzen. Dies tröstet auch darüber hinweg, dass selbst amerikanische V-Achtzylinder nur dann ein biblisches Alter und hohe Laufleistungen erreichen, wenn sie regelmäßig gewartet werden.





