Sonne, Hitze, Regen, Wind - jedes Wetter schadet der Frisur, konstatierte ein Hersteller von Haarpflegeprodukten schon vor Jahrzehnten in einem Werbespot und empfahl ein Spray für jede Witterung. So ähnlich wie mit den Haaren verhält es sich mit der Stoffmütze des Cabrios. Mit der richtigen Pflege bleibt sie länger attraktiv.
Staub ist der größte Feind des Softtops
Allgegenwärtiger Feind eines Softtops ist Staub. Der setzt sich nämlich tief in den Falten fest und schmirgelt den Stoff des Verdecks wie Sandpapier. Sobald das Open-Air-Schätzchen regelmäßig zum Einsatz kommt beziehungsweise nicht mehr unter einer schützenden Haube eingelagert ist, sollte man daher dem Textil regelmäßig ein kleines Pflegeritual gönnen. Für neuere Cabriolets mit Stoffdach kann die Fahrt durch eine Textillappen-Waschanlage dabei eine Alternative zur Handarbeit sein. Bei einem Oldie geht man dagegen mit schonender manueller Pflege auf Nummer sicher.
Bevor das Verdeck mit Wasser bearbeitet wird, sollte es grundsätzlich trocken gereinigt werden, mit weicher Bürste und - behutsam und vorsichtig - mit dem Staubsauger. Anschließend wird die Automütze mit klarem, lauwarmen Wasser und einer weichen Bürste bearbeitet. "Gegen den Strich" darf dabei nicht gebürstet werden, sondern immer in Richtung der Gewebestruktur und von vorn nach hinten.
Wichtig: Eine Vollreinigung des Stoffdachs ist längst nicht bei jeder Wagenwäsche nötig. Alle sechs bis acht Wochen oder nach einer Regenfahrt, nach der sich stärkere Verschmutzung zeigt, steht eine intensivere Behandlung an. Während Hardtops so gereinigt werden wie der Rest der Karosserie, hält der Handel für die weichen Mützen Spezialshampoos bereit. In jedem Fall sollten sie genau nach Herstellervorschrift dosiert und angewendet werden.
Lösungsmittelhaltige Reiniger sind bei der Verdeckpflege tabu
Auch auf das Reinigungs- und Spülmittelrepertoire aus Küche und Bad verzichtet man besser. Die Imprägnierung wird es danken. Für besonders hartnäckige Verunreinigung des Cabrio-Verdecks - Vogeldreck, Schmiere und andere Problemfälle - gibt es intensivere Spezialreiniger, die aber auch nur bei entsprechendem Bedarf eingesetzt werden sollten.
Shampoo und Schmutzrückstände werden vollständig mit klarem, lauwarmem Wasser gründlich abgespült. Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich, den wasserabweisenden Schutz des Autozelts mit einem speziellen Imprägnierspray aufzufrischen. Bevor man zur Flasche greift, sollten jedoch benachbarte Lackflächen, Chromteile und Fenster mit Tüchern oder Zeitungspapier abgedeckt werden. Vor der nächsten Open-Air-Fahrt muss danach das Verdeck an einem schattigen Frischluftplätzchen gut durchtrocknen, am besten mehrere Tage in einer trockenen Garage. Auf keinen Fall darf die Leinwand in feuchtem Zustand gefaltet werden, da sich sonst hässliche Knicke und Stockflecke einstellen.
Klare Sicht für Vinylscheiben
Dichtungen an Scheiben und Rahmen werden mit einem feuchten Tuch gereinigt. Silikonhaltige Pflegeprodukte halten die Dichtungsgummis geschmeidig. Ab und zu sollten die Gelenke des Faltdachs geschmiert werden. Am besten eignet sich dazu säurefreies Fett, ein Blick in die Bedienungsanleitung oder eine Nachfrage beim Spezialisten klärt im Zweifelsfall über das richtige Schmiermittel auf. Vinylheckscheiben wollen besonders behandelt werden. Sie sind extrem kratzempfindlich und vergilben leicht. Abhilfe schaffen spezielle Pflegemittel, die mit einem fusselfreien Mikrofasertuch einmassiert werden. Die Spezialbehandlung sorgt für Durchblick, erhöht aber auch die Flexibilität des Kunststoffs und hochwertige Produkte lassen sogar kleine Kratzer auf dem Kunststoff verschwinden. Wer das Cabrio-Verdeck mit der Kunststoffscheibe besonders pfleglich behandeln will, schiebt bei halbgeschlossenem Dach ein weiches, fusselfreies Tuch auf die sensible Oberfläche. So kratzt und scheuert auch dann nichts, wenn die Haube ganz und gar zusammengefaltet ist.
Bei Sonne: Offen fahren und Verdeck schonen
Vor praller Sonne sollte man das Verdeck grundsätzlich schützen so gut es eben geht. Aber auch bei aller Vorsicht bleicht die Farbe irgendwann aus. Mit speziellen Verdeckfarben kann das Zeltdach zumindest optisch wieder aufgemöbelt werden. Falls Risse auftauchen, sollten diese schleunigst beseitigt werden, bevor die Feuchtigkeit in die Lagen des Verdecks ziehen und sich dann den Weg ins Fahrzeuginnere bahnen kann. Wer über das nötige Geschick und geeignetes Rüstzeug verfügt, kann kleinere Schadstellen selbst ausbessern. Der Zubehörhandel bietet sowohl für Textil- als auch für Kunststoff-/Vinyl-Tops spezielle Reparatursets an. In der Regel beinhalten sie hochwärmefesten Kleber und Stoff- beziehungsweise PVC-Streifen, die je nach Bedarf zugeschnitten werden. Für die Reparatur größerer Risse und für höhere Perfektionsansprüche ist allerdings der Autosattler der empfehlenswerte Ansprechpartner.









